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Finanzwirtschaft

Vermeintliche Sicherheit: Robert Halver warnt vor Anlagefehlern

Robert Halver, Baader-Bank-Chefanalyst, mit Börsenbulle und Europa
Baader-Bank-Chefanalyst Robert Halver hält Börseninvestments für unverzichtbar | Bildquelle: Canva, Baader Bank
Von  | Kolumnist
Aktualisiert am:

Unsere (Finanz-)Welt ist wahrlich kein Paradies. Wir haben es mit Multi-Krisen zu tun. Darauf bei der Geldanlage übergroße Rücksicht zu nehmen, wäre aber falsch. Das gilt insbesondere, wenn man nur auf vermeintliche Sicherheitsanlagen setzt und Risikoinvestments links liegen lässt. Auch andere Anlagefehler nehmen etwa der Altersvorsorge weitere Rendite weg.

„Es gibt doch wieder Zinsen“

Bei mir, im engen Familien- und Freundeskreis gibt es auch Brandmauern, wenn es um Geldanlagen geht, vor allem gegen Aktien. Dabei rede ich mir den Mund fusselig, dass die Rente nicht ausreicht, was eine Binse ist. Aber der Prophet gilt nichts im eigenen Land.

 

 

 

Lieber parkt man sein Geld zur „Sicherheit“ umfänglich auf Festgeldkonten. Doch ist diese Sicherheit nicht umsonst zu haben. Die Inflation – ich meine die tatsächliche – fällt über den Zinsertrag her wie mein Labradormischling Betty über ihren Fressnapf. Vor allem aber verzichten meine Bekannten zu sehr auf die Segnungen anderer Anlageformen. Dabei – jetzt kommt eine weitere Binse – führt an Aktien unter anderem zur (Alters-)Vorsorge kein Weg vorbei. Die wirtschaftliche und technologische (Weiter-)Entwicklung lässt keinen anderen Schluss zu.

Wo die Not am größten, ist die Geldpolitik am nächsten

Natürlich wird es auch zukünftig Krisen geben, die Aktien durchschütteln. Jedoch muss festgestellt werden, dass die Notenbanken schon bisher alles dafür getan haben, dass Euro- und Finanzkrisen oder Pandemien und Kriege keine nachhaltig verheerenden Nebenwirkungen haben. Warum sollten sie ihr Helfersyndrom ablegen? Sie werden auch morgen und übermorgen noch großzügig neue Staatsschulden finanzieren, um Katastrophen zu verhindern.

Mit der früher bekannten und geliebten Stabilität von Staatsfinanzen und Notenbanken hat das wenig bis nichts mehr zu tun. Und dieser Verlust schmerzt: Die Inflation wird den Anlegern lange folgen und das Zinssparen lange beeinträchtigen.

Es gibt aber einen Trost. Genau diese Inflation kommt den sachkapitalistischen Anlageklassen Edelmetalle, Immobilien und vor allem Aktien zugute, die diese wie einen Schwamm in ihren Kursen aufnehmen.

Selbst ein Trüffelschwein findet nicht die richtigen Zeitpunkte zum Kauf oder Verkauf

Regelmäßig den richtigen Zeitpunkt zum Ein- oder Ausstieg zu finden, schafft kein Anleger. Auch auf niedrigere Aktienkurse nach Haussephasen zu warten und kaum bis gar nicht investiert zu sein, ist wenig erfolgversprechend. Oft genug folgen Rekordständen neue Höchstkurse. So erreichte der US-Leitindex S&P 500 zwar im März 2013 das erste Mal seit dem Krisenjahr 2008 wieder einen neuen Rekordstand. Danach folgte aber keine neue Dürreperiode, sondern bis heute viele neue blühende Börsen-Landschaften mit neuen Höchstmarken.

Also, Versuche, ein perfektes Market-Timing zu erreichen oder Anlagezeiträume zu optimieren, kosten am Ende nur Performance. Was schafft Abhilfe? Anleger sollten regelmäßig in Einzelaktien, Fonds oder ETFs investieren. Dann braucht einem auch vor zwischenzeitlichen Konsolidierungen nicht bange zu sein. Gerade dieses Auf und Ab macht das regelmäßige Ansparen so interessant. Geht es nach unten, kauft man günstig ein. Und geht es nach oben, wird man vermögender. Und in der Tat, historisch sind alle Kursrückgänge nicht nur kompensiert, sondern überkompensiert worden.

Geldanlage ist gar nicht schwer und nachhaltig erfolgreich, wenn man ein paar Anlagefehler vermeidet, und vor allem, wenn Aktien dabei sind. 

Leider ist Vater Staat beim Aktiensparen keine große Hilfe. Bislang steht er dieser Anlageform so kritisch gegenüber, als hätte man es mit der Maul- und Klauenseuche zu tun. Um die Vorteile dieser privaten Vorsorge zu nutzen, muss man daher eigene Anlagedisziplin aufbringen. Jedes Zögern, jedes Abwarten ist Verrat an der eigenen Altersvorsorge. Hier sind naturgemäß jüngere Menschen gefragt, die das Rentenproblem besonders hart spüren werden, aber die Notwendigkeit zum eigenen Ansparen mit Blick auf den noch lange in der Zukunft liegenden Ruhestand oft genug vernachlässigen. „Was sollen meine paar Kröten schon bewegen?“ Aber auch Kleinvieh macht Mist und gerade die Jugend hat die Gnade eines noch langen Anlagehorizonts und eines ebenso langen Zinseszinseffekts.

Wer gut streut, rutscht nicht

Wer hat immer die besten Pferde im Stall, sprich die besten Aktien im Depot? Niemand! Selbst wenn man eine gewisse Zeit ein paar goldrichtige Aktien getroffen hat, kann, was heute noch Reitpferd ist, morgen schon Esel sein. Der Mainstream an der Börse ist eine launische Diva. Anleger müssen daher diversifizieren, indem man in etwa 30 Titel oder verschiedene Fonds oder ETFs investiert, um sein Risiko zu reduzieren.

 

 

 

Damit entgeht man ebenso dem hektischen Kaufen und Verkaufen – nennen wir es Gier und Angst – um bei den vermeintlichen Superstars dabei zu sein oder die Looser loszuwerden. Genau diese Strategie kostet Gebühren und damit Performance. „Hin und Her macht Taschen leer“.

Auch Technologietitel sind nicht über jeden Zweifel erhaben

In den vergangenen Jahren sind viele High-Tech-Aktien einzigartig gewesen. Tatsächlich sind viele ihrer Geschäftsmodelle intakt. Doch wachsen selbst ihre Umsätze, Gewinne und Bewertungen nicht unbegrenzt in den Himmel. An der Börse gibt es keine Einbahnstraßen. Mit Blick auf eine sich allmählich bessernde Weltkonjunktur über Zinssenkungen und massive Ausgaben für Standortverbesserungen kommt es zu Gegenverkehr durch konjunktursensible Titel, insbesondere aus der zweiten Reihe.

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Nicht Medien oder Experten, der Markt hat immer Recht

Negative Nachrichten verkaufen sich gut und sorgen für Klicks, Quoten und Werbeeinnahmen. Davon profitieren auch Untergangspropheten, die regelmäßig den Systemcrash herbeireden. Allerdings ist dieser bis heute nicht eingetreten, da niemand bei klarem Verstand ein Interesse daran haben kann. Hüten sollte man sich ebenso vor heißen Tipps von „Börsengurus“, die Anleger über Nacht reich machen. Mal ehrlich, würden Sie diese an Anleger weitergeben? Der Menschentyp „Sankt Martin“ ist nicht der Regelfall.

Fazit: Geldanlage ist gar nicht schwer und nachhaltig erfolgreich, wenn man ein paar Anlagefehler vermeidet, und vor allem, wenn Aktien dabei sind.

 


                    Robert Halver
               Foto: Baader Bank

Über den Autor:

Robert Halver leitet die Kapitalmarktanalyse der Baader Bank in Frankfurt und ist damit für die Einschätzung der internationalen Finanzmärkte zuständig. Der erfahrene Kapitalmarkt- und Börsenkommentator ist durch seine regelmäßigen Medienauftritte bei Fernsehsendern und Radiostationen einem breiten Anleger- und Finanzpublikum bekannt.

ist Leiter der Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank in Frankfurt. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Kapitalmarkt- und Börsenkommentator. Mehr über Robert Halver
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