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Supermarkt in der chinesischen Provinz Jiangsu: Im Basiskonsumsektor erwarten 37 Prozent der Fidelity-Analysten einen positiven Effekt des Covid-19-Lockdowns auf die Gewinne. | © imago images / Xinhua Foto: imago images / Xinhua

Fidelity-Analystenumfrage

Wie die Corona-Krise die Unternehmensaussichten verändert

Martin Dropkin, Global Head of Research, Fixed Income

Liquiditätsengpässe werden wahrscheinlicher

Über die Hälfte der befragten Analysten glauben, dass „ihre“ Unternehmen im Jahr 2021 Zahlungsprobleme bekommen werden, sollten die Bedingungen so bleiben wie aktuell. Besonders groß sind demnach die Risiken in der Industrie und im Nicht-Basiskonsumsektor: Hier sehen 53 Prozent beziehungsweise 57 Prozent der Analysten schon in etwa sechs Monaten Probleme voraus.

„In den zyklischen Konsumbranchen verdüstert sich die Lage mit jedem Tag, der vergeht“, bemerkt ein Aktienanalyst, der den zyklischen Konsumsektor in Europa abdeckt. „Eine kürzlich durchgeführte Konsumklima-Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK ergab, dass die Stimmung der Konsumenten in Großbritannien so schlecht ist wie zuletzt 1974.“ Ein Kollege aus der Anleihe-Abteilung ergänzt: „Die Situation in der europäischen Glücksspielbranche ist schwierig. Die meisten Firmen haben nur begrenzte oder gar keine Einnahmen und leben von ihren Reserven.”

Bessere Voraussetzungen, die Krise zu überstehen, dürften in den konjunktursensiblen Branchen die Finanz- und Technologieunternehmen haben. Nur 17 Prozent der Finanzanalysten rechnen mit Liquiditätsproblemen der von ihnen beobachteten Unternehmen. Darin spiegeln sich Verbesserungen der Kapitalstrukturen seit der Finanzkrise wider, aber eine wichtige Rolle spielt auch die Unterstützung, die der Bankensektor aktuell durch die Politik der Notenbanken erhält. Ein auf Anleihen europäischer Finanzunternehmen spezialisierter Analyst sagt dazu: „Die anfänglichen Liquiditätssorgen haben sich gelegt, nachdem Politik und Notenbanken mit umfangreichen Hilfsmaßnahmen auf den Plan getreten sind.“

Deutlicher Gewinnrückgang in diesem Jahr

Die Analysten stellen sich für 2020 auf einen durchschnittlichen Rückgang der Gewinne ihrer Unternehmen um sage und schreibe 44 Prozent ein. Dies könnte dann Realität werden, wenn die Covid-19-Pandemie die wirtschaftliche Aktivität das ganze Jahr über einschränkt. Sollte dagegen im zweiten Halbjahr eine wirtschaftliche Erholung eintreten, wird mit einem Rückgang um durchschnittlich 27 Prozent gerechnet. Viele Anleger stellen sich bereits auf heftige Gewinneinbußen ein, manche schreiben das Jahr wohl schon ganz ab und richten den Blick nach vorn auf 2021. Dennoch ist wichtig, was bei den Gewinnen 2020 unter dem Strich herauskommen wird, denn das ist dann die Ausgangsbasis für die Erholung im nächsten Jahr – und im Jahr darauf.

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