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Christian Machts wechselte im Frühjahr von Blackrock zu Fidelity | © Piotr Banczerowski

Fidelity-Mann im Interview

„Da müssen wir besser werden“

DAS INVESTMENT: Die Stelle, die Sie seit Anfang April besetzen, war gefühlt eine halbe Ewigkeit ausgeschrieben – fast konnte man den Eindruck gewinnen, niemand wollte sie haben.

Christian Machts: Fidelity hat den Markt sehr breit sondiert, was ich für absolut gerechtfertigt halte. Denn wir stehen heute an einem ganz wichtigen Punkt für das Unternehmen. Es geht nicht nur darum, Fidelity auf einem Wachstumspfad zu halten, sondern auch darum, das Unternehmen klar und sauber im deutschen Markt zu positionieren. Das alles in einem Umfeld, das vielleicht herausfordernder ist als je zuvor. Diese Aufgabe hat mich schon sehr gereizt, zumal die Ausgangslage gut ist und die Produktqualität stimmt.

Mit Ausgangslage meinen Sie den eingeführten Markennamen?

Machts: Das ist natürlich ein Vorteil, klar. Wenn ich heute einen Berater frage, kennst du Fidelity, sagt der garantiert ja. Darin steckt eine Menge Potenzial. Mindestens genauso wichtig finde ich jedoch unsere Eigentümer-Struktur. Fidelity ist ein Familienunternehmen mit sehr langfristiger und fokussierter Ausrichtung, mit einer klaren Vision und Strategie. Das ist für einen Asset-Manager genau das richtige Set-up, um für die nächsten Jahre gerüstet zu sein. Wir werden da draußen ein brutales Marktumfeld erleben – nicht nur von Seiten der Kapitalmärkte, sondern auch in puncto Konsolidierung der Branche, Pricing und Produktanforderung. Wir werden Marktaustritte sehen und vieles mehr.

Sie haben es vorhin selbst angedeutet – was die Positionierung am Markt angeht, ist Fidelity so etwas wie ein Restrukturierungsfall.

Machts: So weit würde ich nicht gehen. Wir gehören zu den größten Anbietern in Deutschland, wir haben eine ganze Menge an Produkten, die herausragend performen – die Ausgangslage ist also alles andere als schlecht. Zumal unsere Firmenstruktur es uns erlaubt, auch nachhaltig in etwas zu investieren, ohne ständig auf den eigenen Aktienkurs schielen zu müssen. Deshalb bin ich überzeugt davon, dass wir das hinbekommen.

Fast jeder kennt den Markennamen Fidelity, aber mal abgesehen vom European Growth kann kaum jemand sagen, wofür er steht. Woran liegt das?

Machts: Zum Teil sicher daran, dass unsere Positionierung derzeit etwas diffus ist. Wir haben es versäumt, uns klar auf Produktkategorien und Lösungen zu positionieren und waren auch nicht immer in der Lage, unsere jeweils gefahrene Strategie unseren Wholesale-Kunden zu erklären. Da müssen wir besser werden. Mit der aktuellen Megatrend-Kampagne geben wir einen ersten Fingerzeig, wofür Fidelity steht. Und da wird noch mehr kommen.

Was werden die Fokus-Themen sein?

Machts: In meinem Bereich sind das zum einen natürlich europäische Aktien. Da sind wir in Deutschland nach wie vor Marktführer mit den höchsten Beständen und mit Produkten, die im Marktvergleich zu den Besten gehören. Daneben aber auch europäische Anleiheportfolios. Auch für diesen Bereich haben wir ein Top-Team – was im Markt bislang viel zu wenig bekannt ist. Ein weiteres Thema sind globale Dividendenaktien, wo wir uns hinter dem Hauptwettbewerber nicht verstecken müssen.

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