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Fidelity Marktkommentar Verschafft Trump US-Aktien einen kurzfristigen Aufschwung?

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Hält die US-Notenbank weiter die Füße still?

Sollte es unmittelbar nach einem Sieg Trumps zu massiven Verkäufen kommen, könnte das die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) von einer Zinsanhebung im Dezember abhalten. Das ganze Jahr über haben sich die US-Währungshüter mit Zinserhöhungen betont zurückgehalten und könnten es sich leisten, mit Verweis auf in diesem Jahr enttäuschende US-Wirtschaftsdaten auf eine weitere Zinserhöhung zu verzichten.

Da die Fed zudem bisher die Zinsen nur dann erhöht hat, wenn der Markt dies als nahezu sicher eingepreist hatte, gilt es auch darauf zu achten, wie sie die Märkte auf eine Zinserhöhung nach einem Wahlsieg Trumps einstimmen würde. Am 8. November wird gewählt. Und sollte es als Reaktion darauf zu einer rasanten Talfahrt an den Märkten kommen, bliebe ihr nicht mehr viel Zeit sicherzustellen, dass eine Zinsstraffung von den Marktteilnehmern positiv aufgenommen wird. Die Fed könnte wegen ihrer vorsichtigen Haltung in Erwartung negativer Folgen einer Trump-Präsidentschaft an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten.

Die Trump-Rally untergraben

Dass sich ein Sieg Trumps zunächst positiv auf amerikanische Risikoanlagen auswirken könnte, ist also durchaus möglich. Nicht jedoch, dass diese Wirkung anhält, insbesondere wenn man die allein auf den Schutz der heimischen Wirtschaft ausgerichtete Wirtschaftsagenda des Republikaners betrachtet. Eine gegen den internationalen Handel gerichtete Rhetorik des Präsidenten käme im Ausland gar nicht gut an. Auf höhere Zölle für Einfuhren in die USA dürften andere Länder mit ähnlichen Maßnahmen antworten. Leiden würden darunter US-Firmen mit umfangreichen internationalen Aktivitäten und vor allem solche, die in China und anderswo produzieren lassen.

Darüber hinaus würde eine Präsidentschaft Trumps die Position Amerikas im Ausland schwächen. Bestehende Handelsabkommen wie die Transatlantische Partnerschaft oder NAFTA gerieten ins Wanken. Schließlich hat Trump versprochen, sie aufzukündigen oder zumindest neu zu verhandeln. Seine harte Haltung zu chinesischen Exporten in die USA könnte einen Handelskrieg auslösen, der sich nicht eben günstig auf die Bereitschaft der Chinesen auswirken dürfte, den Amerikanern weitere Schuldenpapiere abzunehmen. Kurz, eine Trump-Präsidentschaft könnte die globale Ordnung auf den Kopf stellen, von der die US-Wirtschaft profitiert.

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