Fidelity erweitert seine Palette aktiv gemanagter ETFs um zwei neue Produkte. Mit dem Fidelity US Fundamental Large Cap Core ETF und dem Fidelity US Fundamental Small-Mid Cap ETF startet die neue Fundamental Equity ETF-Reihe. Die Produkte wurden am 3. September an der Xetra gelistet, weitere Börsenplätze in Großbritannien, Italien und der Schweiz sollen folgen.
Der Small-Mid Cap ETF nutzt nach Angaben von Fidelity als erster Fonds in Europa eine kürzlich von der irischen Zentralbank genehmigte semi-transparente Ucits-Struktur. Diese soll es ETF-Anbietern ermöglichen, fundamentales Research in ihre Produkte zu integrieren und gleichzeitig ihr geistiges Eigentum zu schützen. Im Gegensatz zu vollständig transparenten ETFs veröffentlicht der Fonds seine Bestände daher nicht täglich, sondern nur quartalsweise mit 30 Tagen Verzögerung.
Zusammenarbeit mit US-Schwester
Für die neue ETF-Reihe arbeitet Fidelity International mit dem unabhängigen US-Unternehmen Fidelity Investments zusammen. Letzteres verwaltet die Produkte und macht sie erstmals über einen irischen Ucits-Fonds für europäische Anleger zugänglich. Die Strategien bündeln die Investmentideen mehrerer US-Fondsmanager.
„In Europa bestand die erste Welle aktiver ETFs aus Index-Strategien mit optimiertem Beta. Die Nachfrage von Anlegern verändert sich allerdings“, sagt Tim Breitbach, ETF-Vertriebsleiter bei Fidelity International für die DACH-Region. Anleger wollten weiterhin Benchmark-orientierte Produkte, aber mit größerer Chance auf Alpha.
Fokus auf US-Aktien
Der Fidelity US Fundamental Small-Mid Cap ETF mit dem semi-transparenten Ansatz investiert in US-Unternehmen mit kleiner bis mittlerer Marktkapitalisierung, orientiert sich dabei am Russell 2500 Index und kostet 0,43 Prozent pro Jahr.
Der Large Cap Core ETF fokussiert sich auf große US-Werte ähnlich dem S&P 500 Index, bleibt vollständig transparent und weist eine Kostenquote von 0,38 Prozent auf.
Beide Produkte sollen sich stärker von ihren Benchmarks entfernen können als klassische Index-ETFs. Dies erhöhe das Alpha-Potenzial, ohne auf die Vorteile des ETF-Mantels verzichten zu müssen, so der Anbieter.
Warnung vor höheren Handelskosten
Die semi-transparente Struktur birgt allerdings auch Risiken. Anleger könnten beim Handel höhere Spreads zahlen müssen, da Market Maker weniger Informationen über die tatsächlichen Bestände haben. Auch die Abweichung zwischen Börsenkurs und Nettoinventarwert könnte größer ausfallen als bei herkömmlichen ETFs. Diese Effekte könnten sich bei volatilen Marktbedingungen noch verstärken.
Die Unterschiede können allerdings auch Vorteile bieten. Indem bestimmte Informationen über die ETFs geheim gehalten werden, besteht ein geringeres Risiko, dass andere Händler die Anlagestrategie vorhersagen oder kopieren können.
Über Fidelity International
Fidelity International ist nach eigenen Angaben mit einem verwalteten Vermögen von 11,2 Milliarden Dollar derzeit der zweitgrößte Anbieter aktiver ETFs in Europa. Das Angebot umfasst nun 23 Produkte, darunter acht aktiv gemanagte Aktien-ETFs, acht aktiv gemanagte Renten-ETFs und sechs differenzierte Index-ETFs.


