Eher ein häufiges Bild im ruhigen Aktienjahr 2019: Ausgeglichene und gelassene Händler an der New Yorker Aktienbörse. | © Getty Images

Fieberkurve im Laufe der Zeit

Zentralbank stellt die Märkte ruhig

Allen Störfeuern – Handelskrawall, Brexit-Diskussion, Trump-Tweets – zum Trotz, das Aktienjahr 2019 könnte als eines der eher ruhigen Jahre zu Ende gehen. Bislang liegt die Körpertemperatur der Aktienmärkte größtenteils im neutralen oder gar niedrigen Bereich. Das stellt der Fondsmanager des HQT Global Quality Dividend, Sven Lehmann, fest.

Um das zu ermitteln, trug er die Stände des CBOE Volatility Index (Vix) in einer Säulengrafik ab und markierte die Stände mit Farben. Der Vix misst die von Teilnehmern am Optionsmarkt angenommene Volatilität (Schwankungsstärke) des Aktienindex S&P 500 und ist damit ein nachvollziehbares Marktthermometer. Und siehe da, in der jüngeren Vergangenheit, lief er nur selten rot an.

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„Die Ansicht, dass die Marktschwankungen 2019 höher sind, trügt, denn die vergangenen Börsenjahre, vor allem 2017, waren risikoärmer als im Mittel der letzten 30 Jahre“, fasst Lehmann zusammen. Zur Ruhe habe sicherlich die Rede des ehemaligen EZB-Chefs Mario Draghi im Jahr 2012 beigetragen, derzufolge er den Euro retten wolle, „koste es, was es wolle“.

Aber Lehmann warnt auch: „Gelingt es der Geldpolitik nicht mehr, die Märkte zu beruhigen, könnten uns – mit einem Blick auf die Historie – unruhige Zeiten bevorstehen.“ Die müssten aber nicht gleich einen Crash mit sich bringen. Schließlich sei es auch 1997 bis 99 eher ungemütlich gewesen, allerdings bei grundsätzlich steigenden Aktienkursen.

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