Das Londoner Finanzviertel Canary Wharf, Foto: Getty Images

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Financial Conduct Authority

Finanzaufsicht untersucht Absolute-Return-Fonds

Aufgrund der aktuell hohen Volatilität der Aktienmärkte investierten britische Privatanleger in den vergangenen Jahren immer mehr Geld in Absolute-Return-Fonds, berichtet die Financial Times. Demnach sind die Produkte, die eine positive Rendite in jeder Marktsituation versprechen, auf dem Weg zu einem neuen Absatz-Rekordjahr. Das verwaltete Vermögen erreichte 2015 seinen bisherigen Höchststand.

Aber zwei Drittel der im Vereinigten Königreich domizilierten Absolute-Return-Fonds bescherten ihren Anlegern statt stabiler Erträge Verluste. Die beiden schlechtesten Produkte der Anbieter Argonaut Capital und City Financial haben seit Jahresbeginn etwa ein Fünftel ihres Wertes eingebüßt. Zum Vergleich: Mit einem ETF für den britischen Aktienindex FTSE All Share hätten sie 9 Prozent Plus gemacht.

Fondsmanager verweisen auf Brexit-Crash

Die Financial Times zitiert die Fondsmanager Barry Norris von Argonaut Capital und David Crawford von City Financial mit den Erklärungen, die von ihnen verwalteten Portfolios seien unter anderem infolge des Brexit-Votums Ende Juni ins Minus gerutscht. Die Fonds seien jetzt aber auf die neuen Marktbedingungen besser vorbereitet und könnten neue Gelegenheiten an den Märkten langfristig nutzen.

Eine andere Erklärung hat dagegen Alan Miller, Investment-Chef des Vermögensverwalters SCM Private: „Die meisten Absolute-Return-Fonds leiden unter zu hohen Gebühren für das Management“, zitiert ihn die Financial Times. Für Odi Lahav, Investmentberater für Pensionfonds steht daher fest, dass viele Absolute-Return-Fonds die für sie erhobenen Extra-Gebühren langfristig nicht wert sind.

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