Frühling in New York. In New York sieht es für Portfolio-Manager im Moment sonnig aus, denn eine Reihe Hedgefonds-Unternehmen holen gerade neue Mitarbeiter ins Boot. Foto: Getty Images

Frühling in New York. In New York sieht es für Portfolio-Manager im Moment sonnig aus, denn eine Reihe Hedgefonds-Unternehmen holen gerade neue Mitarbeiter ins Boot. Foto: Getty Images

Finanz-Karriere

Diese Hedge-Fonds stellen ein während andere Mitarbeiter feuern

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Dasselbe gilt für eine Handvoll weiterer Unternahmen wie etwa Citadel von Ken Griffin und Visium Asset Management von Jake Gottlieb. Sie alle setzen auf eine Vielzahl von Managern, um die Gelder ihrer Kunden erfolgreich zu investieren.

In einer Zeit, in der sich viele Hedgefonds-Firmen von Mitarbeitern trennen, sind die Unternehmen in der Lage für Neueinstellungen, weil sie im vergangenen Jahr einige der besten Erträge in der Branche erzielt und Milliarden Dollar an frischen Kundengeldern angelockt hatten.

Ihr Ansatz bei Investments – kleinere Gruppen von Händlern anzuheuern, die unabhängig voneinander Vermögen verwalten – bedeutet, dass sie viele Mitarbeiter benötigen, um das ihnen anvertraute Geld arbeiten zu lassen.

„Einige Fonds nutzen den Zeitpunkt und ziehen einen Vorteil daraus, dass gute Leute zuvor am falschen Ort zur falschen Zeit waren", erklärt Gary Goldstein, Chef des Personalberaters Whitney Partners, im Interview mit Bloomberg.

Es gibt in der Tat viele Portfolio-Manager und Analysten, die derzeit nach Arbeit suchen. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres hatten 674 Fonds ihre Türen geschlossen – das schlechteste Ergebnis seit 2009 mit Blick auf die ersten drei Quartale, geht aus Daten des Marktforschers Hedge Fund Research hervor.

Die Schließungen betrafen nicht nur kleine Firmen. So machte beispielsweise Fortress Investment Group ihren 2,3 Milliarden Dollar schweren Makro-Fonds von Michael Novogratz dicht, nachdem dieser fast zwei Jahre lang Verluste ausgewiesen hatte. Bain Capital entschied sich, nach mehr als drei Jahren mit Rückgängen den Fonds Absolute Return Capital zu schließen.

In diesem Umfeld waren es zuletzt vor allem jene Firmen, die auf mehrere Manager gleichzeitig setzten, die den Löwenanteil neuer Gelder anlocken konnten.
Millennium beispielsweise sammelte 2015 etwa 3,8 Milliarden Dollar ein. Das ist nahezu ein Zehntel der Netto-Zuflüsse in der gesamten Branche. Seit Ende des Jahres nimmt die Gesellschaft laut informierten Kreisen keine Gelder mehr an und will den bisher 180 Teams, die die Gelder verwalten, weitere hinzufügen.

Paloma Partners von Donald Sussman plant ebenfalls, nach einer annähernden Verdoppelung der eigenen Größe weitere Mitarbeiter anzustellen.
Das berichtete eine mit den Vorgängen vertraute Person. Citadel hat vor, in diesem Jahr eine weitere Sparte innerhalb des Unternehmens aufzubauen, wie Bloomberg unlängst von einer informierten Person erfuhr. Visium geht Kreisen zufolge davon aus, dass in diesem Jahr die Anzahl der Mitarbeiter in den Büros von New York, London und San Francisco zunehmen wird.

Andere Firmen springen auf den Zug auf und setzen ebenfalls auf eine Vielzahl von Managern. So steckt Crestline Investors 250 Millionen Dollar in einen Aktienfonds, der von gleich mehreren Teams geführt werden soll, berichten informierte Personen. Vertreter aller Firmen wollten sich auf Nachfrage von Bloomberg nicht zu ihren Wachstumsplänen äußern.

Auch wenn der Ansatz, mehrere Investment-Profis gleichzeitig auf einen Fonds anzusetzen, 2015 im Grundsatz funktioniert hat, konnten sich einige dieser Fonds nicht der Markt-Volatilität in diesem Jahr entziehen. Das Family-Office von Steve Cohen, das 2015 noch einen Ertrag von 15,5 Prozent eingefahren hatte, verzeichnete dieses Jahr bis Anfang Februar ein Minus von 8 Prozent.

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