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Reaktion auf P&R-Pleite 34f-Vermittler sollen härter reguliert werden

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„P&R war bereits 2010 zahlungsunfähig“

Hintergrund der aktuellen Forderungen der Oppositionspolitiker sind die Ermittlungen gegen den verhafteten P&R-Gründer Heinz R. Er steht im Verdacht, ein so genanntes „Schneeballsystem“ betrieben zu haben: „Fällige Auszahlungen an Anleger wurden durch Neuanlagegelder refinanziert“, erklärt Michael Jaffé.

Bereits im Jahr 2010 hätte Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt werden müssen, so der Münchner Rechtsanwalt, den die gestern Vormittag versammelten P&R-Anleger mit einer Forderungssumme von insgesamt mehr als 1 Milliarde Euro einstimmig als Insolvenzverwalter bestätigten.

 

Das Anlagekonzept der P&R-Gruppe aus Grünwald bestand darin, dass Anleger Seecontainer kaufen, die sie dem Verkäufer vermieten und später zu einem vorab vereinbarten Preisen wieder zurückgeben. Mit diesem Modell sammelte das Unternehmen in den vergangenen Jahren Anlagegelder in Milliardenhöhe ein.

1 Million Fake-Container in den Büchern

Doch die laufenden Erlöse aus der Containerflotte reichten nicht mehr aus, um die Mietansprüche der Anleger zu bedienen, erklärt Jaffé. Seit 2007 stieg die Differenz zwischen der Zahl der an die Anleger verkauften Container und der Zahl der vorhandenen Container. Diese Fehlmenge erreichte eine Million Container.

Betroffenen sind von der Pleite der vier deutschen P&R-Gesellschaften insgesamt rund 54.000 Anleger, von denen mehr als ein Drittel über 70 Jahre alt ist. Insolvenzverwalter Jaffé macht ihnen angesichts ihres oft fortgeschrittenen Alters Hoffnung, dass ein erster Abschlag „im besten Fall bereits 2020 möglich“ sei.

„Wir wissen um die berechtigte Erwartung der Anleger auf Erfüllung ihrer Ansprüche innerhalb eines überschaubaren Zeitrahmens“, so Jaffé. Doch er stellt zugleich klar: „Es kann keinen übereilten Verkauf der Container unter Wert geben.“ Er setze auf eine Kombination aus Verkauf und Weitervermietung der Container.

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