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Banken und Versicherer

Finanzbranche entdeckt Telefon- und Online-Coaching

Für unsere Studie „Bedeutung und Organisation des Business-Coaching in der Personalentwicklung“ befragten wir mit zwei teils unterschiedlichen Fragebögen 492 Mitarbeiter von Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern; darunter 127 Mitarbeiter von Banken und Versicherungen.

Von den Befragten waren 74 Prozent potenzielle Coachees, also Coaching-Teilnehmer (Fragebogen 1), und 26 Prozent Verantwortliche im Unternehmensbereich Human Resources (Fragebogen 2). Die Befragung fand im Herbst 2020 statt. Deshalb flossen in die Studienergebnisse schon Erfahrungen aus der Corona-Zeit ein.

Etabliertes Instrument

Die Studie ergab: Coaching ist inzwischen zwar ein etabliertes Personalentwicklungsinstrument in den Unternehmen, insbesondere bei den Dienstleistungsunternehmen wie Banken und Versicherungen, doch die Wahrnehmung seiner Bedeutung divergiert.

So betonten zum Beispiel 75 Prozent der Personalentwickler, das Coaching habe in ihrer Organisation schon einen hohen Stellenwert und seine Akzeptanz sei hoch. Bei den Coachees sind es aber nur 50 Prozent.

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Auch die Funktion der Coachings wird verschieden gesehen. So erachten 40 Prozent der potenziellen Coachees das Coaching primär als individuelle Entwicklungsmaßnahme und 21 Prozent als Problemlösungsmaßnahme. Doch nur 24 Prozent schreiben dem Coaching beide Funktionen zu. Bei den Personalentwicklern sind dies fast doppelt so viele: 47 Prozent.

Einzel-Coachings dominieren

Die Adressaten des Coachings sind in den meisten Unternehmen aktuell noch primär Führungskräfte. Nur 34 Prozent der Befragten betonen hingegen, Coaching-Angebote gebe es in ihrem Unternehmen für die alle Mitarbeiter – unabhängig von ihrer Funktion und Position. Bei den Finanzdienstleistern beträgt deren Anteil immerhin 36 Prozent. Eher selten kommen auch noch Spezialisten in den Genuss von Coaching.

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Bezüglich der genutzten Coaching-Formen fällt auf: Einzel-Coachings werden nicht nur mit Abstand am häufigsten in den Unternehmen angeboten, sie werden aus Sicht der potenziellen Coachees auch am häufigsten genutzt (79 Prozent). Anders sieht es beim Team- beziehungsweise Kleingruppen- sowie Projekt-Coaching aus.

Team-Coachings werden zwar in 47 Prozent der Unternehmen angeboten, nur 33 Prozent der Coachees signalisierten hierfür aber einen Bedarf. Unabhängig davon ist aber das Gros der Befragten überzeugt: Die Bedeutung des Kleingruppen-Coachings (41 Prozent) sowie des Coachings von Spezialisten (34) werden steigen.

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