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Finanzfrage der Woche: Ändert sich die Haftpflichtversicherung bei Demenz?

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Die Erkrankung an Demenz bedeutet in der Privathaftpflicht-Versicherung keine „Gefahrerhöhung“, erklärt der GDV. Daher ist der erkrankte Versicherte nicht verpflichtet, dies seiner Versicherungsgesellschaft zu melden. Damit widerspricht der Verband einer Darstellung der Deutschen Alzheimergesellschaft (DAlzG), die Demenz als eine „nachträgliche Gefahrerhöhung“ eingestuft hatte.

Erkranke eine versicherte Person an Demenz, ändere sich am Versicherungsschutz nichts, so der GDV. Ein Grund ist laut dem Verband die Haftungsfrage. Denn Menschen, die aufgrund ihrer Demenz ihr Handeln nicht mehr kontrollieren können, sind deliktunfähig. Daher müssen sie für Schäden, die sie verursacht haben, nicht haften.

Dies gilt allerdings nur für die akuten Krankheitsphasen. Denn der Gesundheitszustand der Demenzkranken kann laut DAlzG erheblich schwanken, so dass phasenweise gezielte, wohlüberlegte Handlungen möglich sind. In diesen Phasen können Demenzkranke für ihr Handeln zur Verantwortung gezogen werden.

Doch auch wer deliktunfähig ist, sollte seine private Haftpflichtversicherung trotzdem nicht kündigen, empfiehlt eine GDV-Sprecherin. Denn hier wirke die Haftpflichtversicherung wie eine Rechtsschutz-Police. Anstatt den Schaden zu zahlen, wehre der Versicherer dann unbegründete Ansprüche ab.

Wer Konflikte mit Nachbarn oder Pflegeeinrichtungen vermeiden will, kann aber mit seiner Versicherung gegen einen Zusatzbeitrag eine zusätzliche Deckung zu vereinbaren, die auch bei Deliktunfähigkeit Schäden begleicht.

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