Nils Feigenwinter

Ratgeber für Eltern So bringt ihr euren Kindern frühzeitig den richtigen Umgang mit Geld bei

Eltern erklären ihrem Kind das Sparen
Eltern erklären ihrem Kind das Sparen: Frühe finanzielle Erziehung wirkt sich auf den Umgang mit Geld als Erwachsener aus.
© Benita Rathjen mit Canva-KI

Finanzielle Bildung ist für Kinder essentiell  

Kinder entwickeln bereits im Alter von sieben Jahren grundlegende finanzielle Gewohnheiten. Das zeigt eine Studie aus Cambridge. Finanzielle Bildung ist für Kinder und Jugendliche also essentiell, um sie gut auf das Erwachsenenleben vorzubereiten. Kindern eine frühe finanzielle Erziehung zu ermöglichen, kann langfristig einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld erzielen.

Kinder, die jeden Monat einen Teil ihres Taschengelds beiseitelegen, lernen beispielsweise früh, dass Sparen Geduld erfordert, aber am Ende belohnt wird. Sie lernen außerdem, eigenverantwortlich Ziele zu setzen, aktiv daraufhin zu arbeiten und sich ihre eigenen Wünsche zu erfüllen.

Eine Studie aus Japan zeigt, dass Schüler, die finanzielle Bildung in der Schule erhielten, als Erwachsene weniger oft in finanzielle Schwierigkeiten gerieten. Bleibt diese Vorbereitung in der Schule aus, fällt Eltern eine umso bedeutendere Rolle in der finanziellen Erziehung ihrer Kinder zu. So ist es auch in Deutschland.

Eine frühe finanzielle Bildung legt den Grundstein für ein gesundes und verantwortungsbewusstes finanzielles Verhalten. 

6 Strategien, um das finanzielle Bewusstsein von Kindern zu fördern

Mit diesen sechs prägnanten Strategien können Eltern das finanzielle Bewusstsein ihrer Kinder positiv fördern, um den Grundstein für eine stabile Zukunft zu legen.

Vorbild sein

Kinder wollen oft genau wie Mama und Papa sein. Sie lernen anhand des finanziellen Verhaltens ihrer Eltern – mehr noch als durch andere Vorbilder. Kindern, die sehen, wie ihre Eltern das Familienbudget planen oder Rechnungen bezahlen, fällt es leichter, die Bedeutung von Geldplanung zu verstehen.

Über Geld sprechen

Über Geld spricht man. Das sollten Eltern zumindest mit ihren Kindern. Denn durch das Besprechen von Preisen und Produkten, beispielsweise beim Familieneinkauf, lernen Kinder, Preise zu vergleichen und bekommen ein Gefühl für das Verhältnis von Preis-Leistung.

Früh anfangen

Früh übt sich: Kinder können einfache Geldangelegenheiten bereits ab dem Vorschulalter verstehen. Demnach sinnvoll ist es auch, bereits im Alter von vier bis fünf Jahren Methoden wie das Sparen zu erklären und anhand eines praktischen Beispiels mit einem Sparschwein zu üben.

Taschengeld einführen

Durch regelmäßiges eigenes Taschengeld lernen Kinder, mit Geld vorauszuplanen. Ein eigenes Haushaltsbuch oder eine mit einer Taschengeldkarte verknüpfte App können Kinder dabei unterstützen, ihre Ausgaben zu verfolgen.

Ziele setzen und erreichen

Eltern können ihre Kinder dabei unterstützen, ein eigenes Sparziel zu fassen und daraufhin zu sparen. So können Kinder lernen, erfolgreich größere Ausgaben vorauszuplanen und zu ermöglichen. 

Spielerisch Wissen vermitteln

Um den Wert von Geld zu verstehen, können Spiele wie „Monopoly”, kinderleichte Apps sowie altersgerechte Bücher zu diesem Thema hilfreich sein. 

Neugierig geworden?

Dann abonniere unseren Newsletter „Clever anlegen“!
Das Wichtigste zum Investieren, 3x wöchentlich, direkt in dein E-Mail-Postfach.

Eltern aufgepasst: Diese Fehler wirken der finanziellen Bildung negativ entgegen

In zahlreichen Gesprächen mit Familien, die eine Taschengeldkarte wie die Bling Card nutzen, wiederholen sich einige Herausforderungen und Lösungsansätze besonders häufig.

Unregelmäßiges oder leistungsabhängiges Taschengeld führt bei Kindern zu Unsicherheiten oder mangelnder finanzieller Vorausplanung. Kinder, die nicht wissen, wann sie mit ihrem Taschengeld rechnen können, können weniger gut mit Geld umgehen. Es sollte daher regelmäßig und unabhängig vom Verhalten oder schulischen Leistungen ausgezahlt werden, um finanzielle Stabilität und Planbarkeit zu gewährleisten.

Viele Kinder neigen dazu, ihr ganzes Taschengeld auf einmal auszugeben, ohne etwas zurückzulegen. Eltern sollten ihr Kind daher bewusst dazu ermutigen, ein Sparziel zu bestimmen, das sie tatsächlich dazu motiviert, Geld beiseite zu legen.

Es kann eine große Herausforderung sein, Kindern finanzielle Konzepte verständlich zu erklären. Kinder lernen gut am praktischen Beispiel. Das lässt sich durch Spiele oder altersgerechte Geschichten unterstützen. Am besten lernen Kinder allerdings durch Learning by Doing.

Die eigene Vorbildfunktion sollten Eltern auch nicht unterschätzen. Impulsive Käufe der Eltern können auch ihre Kinder zu unüberlegten Ausgaben ermutigen, denn Kinder lernen viel durch Beobachtung. Als Eltern ist es also besonders wichtig, verantwortungsvolle Entscheidungen tatsächlich vorzuleben. 

 

Wie führt man Kinder altersgerecht an das Thema Geld heran? 

Bereits ab Geburt: Je früher Eltern beginnen, für ihr Kind Geld beiseite zu legen, umso länger kann das Geld wachsen und eine finanzielle Vorsorge für das Kind bilden. Zum Beispiel für die Ausbildung oder den Führerschein. Um Kindern das Prinzip des Geldanlegens im geeigneten Alter verbildlichen zu können, eignen sich Anlage-Apps mit Erklärinhalten und verständlichen Visualisierungen.

Vorschulalter (vier bis fünf Jahre): Mit einem Sparschwein lernen Kinder spielerisch das Sparen. In Begleitung der Eltern können Kinder erste Bezahlerfahrungen mit kleinen Summen sammeln.

Grundschulalter (sechs bis zehn Jahre): In diesem Alter sollte erstmals Taschengeld eingeführt werden. Auch das Budgetieren und Sparen für größere Wünsche ist in diesem Alter für Kinder bereits verständlich und angemessen. Es können auch erste Erfahrungen mit digitalem Geld gesammelt werden, zum Beispiel mit einer Prepaid-Karte.

Jugendalter (elf bis 18 Jahre): Die schrittweise Einführung moderner Zahlungsmethoden wie einer Prepaid-Karte ist spätestens in diesem Alter wichtig, um sie auf das Erwachsensein vorzubereiten. Auch ein Verständnis von Krediten und Zinsen sollten Eltern ihren jugendlichen Kindern vermitteln.

Wie viel Taschengeld ist angemessen? 

Da Taschengeld eine der wichtigsten Komponenten ist, um Kindern den verantwortungsvollen Umgang mit Geld beizubringen, sollten die Höhe und die Frequenz altersgerecht angepasst werden. Das Deutsche Jugendinstitut empfiehlt Folgendes:

  • Sechs bis sieben Jahre: 1–2 Euro pro Woche
  • Acht bis neun Jahre: 2–3 Euro pro Woche
  • Zehn bis elf Jahre: 16–21 Euro pro Monat
  • Zwölf bis 13 Jahre: 21–26 Euro pro Monat
  • 14 bis 15 Jahre: 26–39 Euro pro Monat
  • 16 bis 17 Jahre: 39–63 Euro pro Monat

Zwischen sechs und neun Jahren wird eine wöchentliche Frequenz empfohlen, da Kinder in diesem Alter meist noch nicht fähig sind, gut monatlich vorauszuplanen. 

Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein eigenes Konto? 

Ein eigenes Konto ist eine große finanzielle Verantwortung und kann Kindern und Jugendlichen wertvolle Erkenntnisse beibringen. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt für ein eigenes Konto und welche Vor- und Nachteile gibt es?

Auf einem Konto liegt Geld sicherer als in einem Sparschwein. Es kann also sinnvoll sein, dem Kind bereits kurz nach der Einschulung ein eigenes Konto zu eröffnen.

 

Ohne richtige Anleitung sind Kinder jedoch auch schnell von den Funktionen und Möglichkeiten eines konventionellen Kontos überfordert. Außerdem besteht die Gefahr, dass das sofort verfügbare Geld zu unüberlegten Ausgaben führt.

Aus diesem Grund kann beispielsweise eine Prepaid-Taschengeldkarte sinnvoll sein. In Kombination mit der dazugehörigen App bietet sie Kindern die Möglichkeit, in einem sicheren Rahmen erste Erfahrungen mit digitaler Zahlung zu sammeln, während Eltern altersgerechte Einschränkungen vornehmen und die Kontrolle über die App behalten können.

Bar oder digital?

Digitale Zahlungsmethoden werden immer bedeutender. Kindern bereits früh den klugen Umgang damit beizubringen, ist heutzutage essentiell. Junge Erwachsene wissen bei der plötzlichen Konfrontation mit einer Kreditkarte und einem entsprechenden Kreditrahmen häufig nicht, wie sie richtig damit umgehen sollten.

Mit altersgerechten digitalen Zahlungsmethoden können Eltern ihre Kinder dabei unterstützen, auch über das Bargeld hinaus verantwortungsbewusste finanzielle Entscheidungen zu treffen.

Fazit: Frühe finanzielle Erziehung für eine stabile Zukunft

Die finanzielle Bildung ihrer Kinder sollten Eltern unbedingt aktiv angehen und nicht unterschätzen. Über die frühzeitige praktische Einführung in den Umgang mit Geld bis hin zur Nutzung altersgerechter digitaler Zahlungsmittel gibt es zahlreiche Wege, um Kindern ein gutes Finanzverständnis zu vermitteln. 

Bereits ab dem Vorschulalter sollten Eltern das Thema Finanzen mit ihren Kindern bewusst besprechen und für die ersten praktischen Erfahrungen mit Geld sorgen. Taschengeld kann dabei helfen, das Budgetieren und Sparen zu üben. Ein regelmäßiger Betrag ermöglicht Kindern, finanzielle Vorausplanung mit ihrem Taschengeld zu lernen.

Taschengeldkarten können eine sichere und kontrollierte Umgebung bieten, in der Kinder den Umgang mit Geld üben können und bereiten Kinder optimal darauf vor, sich den finanziellen Herausforderungen des Erwachsenenlebens zu stellen.

Eltern spielen eine entscheidende Rolle in der Grundlage eines verantwortungsvollen Verhältnisses ihrer Kinder zum Thema Geld. Frühe finanzielle Erziehung legt den Grundstein für eine finanziell gesicherte Zukunft. Mit den richtigen Ansätzen und Hilfsmitteln können Kinder lernen, kluge finanzielle Entscheidungen zu treffen, die sie ein Leben lang begleiten.


Über den Autor

Nils Feigenwinter
Nils Feigenwinter © Bling

Nils Feigenwinter ist CEO des Family-Fintechs Bling, das er nach seinem Abitur gründete, nachdem er in seiner Schulzeit festgestellt hat, wie wenig seine Mitschüler über Geld und Finanzen wussten. 

Wie hat dir der Artikel gefallen?

Danke für deine Bewertung
Leser bewerteten diesen Artikel durchschnittlich mit 0 Sternen
Auch interessant
Fallende Zinsen Sind Anleihen die besseren Tages- oder Festgelder?
Seit 2022 sind die Zinsen für Tages- und Festgelder stark angestiegen und ...
ETF der Woche Startet bald die Aufholjagd bei MDax-ETFs?
In den vergangenen drei Jahren lief es für den MDax nicht mehr ...
Adrians Krypto-Update Bitcoin unter Druck: Steht eine Wende bevor?
Trotz sinkender Inflation und stabilem Angebot steht der Bitcoin-Kurs unter Druck. Doch ...
Mehr zum Thema
Taylor Swift beeinflusst mit ihrer "Eras Tour" die Wirtschaft
„Eras Tour“ in Deutschland Wie Taylor Swift die weltweite Wirtschaft beeinflusst
Taylor Swifts „Eras Tour“ bricht alle Rekorde. Von Milliardenumsätzen bis hin zu ...
Interessenten stehen mit Checklisten vor einem Haus, das zum Kauf angeboten wird.
Sinkendes Vertrauen Das musst du beim Immobilienkauf und -verkauf ohne Makler beachten
Die Zeiten, in denen sich Immobilien „wie geschnitten Brot“ verkaufen ließen, sind ...
Micky Beisenherz (links) und Marcell Jansen (rechts) auf der Bühne beim Finance Festival in Frankfurt am Main
Fußball-Star im Interview „Work-Life-Balance ist eine Lüge“ – Wie Marcell Jansen investiert und warum er für immer arbeiten will
Vom Fußballplatz in die Chefetage: Marcell Jansen hat seine Fußballschuhe früh an ...
Jetzt Newsletter abonnieren
Hier findest du uns