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Finanzmarktkrise: Anleger beklagen mangelhafte Informationspolitik ihrer Berater

In Deutschland wurden rund 78 Prozent der Umfrageteilnehmer bis Ende 2008 nicht von ihren Finanzdienstleistern bezüglich der Krise kontaktiert. 39 Prozent der deutschen Befragten wünschen sich mehr krisenbezogene Mitteilungen von ihren Bankberatern, Vermögensverwaltern und Versicherern. Als bevorzugte Kommunikationswege werden dabei Informationsbriefe und E-Mails genannt, gefolgt von einem Telefonat oder einem persönlichen Treffen mit dem Finanzdienstleister. Nur sieben Prozent der deutschen Befragten wollen weniger über die Krise informiert werden. Großer Informationsbedarf wird nicht bedient Banken, Versicherer und andere Finanzdienstleister sollten laut der Studie derzeit die Chance nutzen, das Vertrauen ihrer Kunden durch gezielte Kommunikation zur Krise zu stabilisieren. Denn informierte Kunden – das belegt die BCG-Umfrage – sind grundsätzlich deutlich zufriedener mit ihrem Finanzdienstleister als solche Kunden, die keinerlei Informationen erhalten haben. So sind beispielsweise in Deutschland 57 Prozent der informierten Kunden zufrieden über ihre Bank – aber nur 15 Prozent jener Bankkunden, die nicht kontaktiert wurden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Versicherern und Wertpapierhäusern. Neben Anzeigen und Direktmarketing spiele der persönliche Kontakt zu Kundenberatern eine wichtige Rolle, um das Vertrauen der Kunden zu stärken oder zurückzugewinnen. Den Ergebnissen der Umfrage zufolge möchten 59 Prozent der Befragten in Deutschland Fakten über die finanzielle Stabilität ihres Finanzdienstleisters erhalten. 47 Prozent der Kunden legen Wert auf allgemeine Informationen zur aktuellen Wirtschaftslage sowie zu Fragen rund um die Krise. Beratung zu ihren Einlagen oder Vermögensanlagen wünschen sich 42 Prozent der Umfrageteilnehmer, während 40 Prozent nach alternativen Anlagemöglichkeiten suchen. Versicherungsmakler am vertrauensvollsten Die Finanzkrise hat das Vertrauen der Kunden in den Finanzsektor generell stark beeinträchtigt. Doch es gibt nationale Unterschiede: Während beispielsweise nur 27 Prozent der Befragten in Kanada äußerten, dass ihr Vertrauen in ihre Bank negativ beeinflusst wurde, waren es in den USA 46 Prozent, in Deutschland 54 Prozent und in Großbritannien sogar 60 Prozent. In Deutschland verzeichnen neben Banken vor allem Wertpapierhäuser bei 46 Prozent der Befragten einen Vertrauensverlust, gefolgt von Anlageberatern bei 42 Prozent. Am besten schneiden Versicherungsmakler ab, zu denen 35 Prozent der deutschen Befragten infolge der Krise weniger Vertrauen haben. Loyalität bröckelt kaum Trotz der allgemeinen Verunsicherung zeigen die Befragten eine hohe Loyalität zu ihren Finanzdienstleistern: So wollen nur 14 Prozent der deutschen Umfrageteilnehmer ihr Guthaben bei einer anderen Bank anlegen, die sie als sicherer betrachten. 12 Prozent beabsichtigen, ihr Geld auf ein Konto umzuschichten, das mit einer Einlagensicherung geschützt ist, während 21 Prozent der Befragten weniger an der Börse investieren und ihr Geld in sicherere Anlageformen umschichten wollen. Vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise werden derzeit auch die Kosten für Finanzdienstleistungen von den Kunden kritisch hinterfragt: 29 Prozent der Deutschen suchen nach einer günstigeren Alternative für ihre Haus-, Kfz- oder Haftpflichtversicherung, während 15 Prozent der Befragten Kosten für ihre Kontoführung einsparen möchten.

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