Königinnen auf Sparkurs: Beatrix der Niederlande (links) und <br>Elizabeth von Großbritannien; Quelle: picture alliance

Königinnen auf Sparkurs: Beatrix der Niederlande (links) und
Elizabeth von Großbritannien; Quelle: picture alliance

Finanzmarktkrise trifft auch Königshäuser

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Königin Beatrix (71) muss aufgrund der Finanzkrise allerdings noch keine kleinen „Poffertjes“ (Pfannkuchen) backen. Das Königshaus Nassau-Oranien belegt mit geschätzten 800 Millionen Euro den 25. Platz der von der Zeitung „De Telegraaf“ erstellten Liste der 500 reichsten Niederländer.

317 niederländische Milliardäre und Millionäre haben im Vergleich zum Vorjahr viel Geld verloren. Auf dem Spitzenrang steht wie in den Jahren zuvor die Familie Brenninkmeijer, der die Kaufhauskette C&A gehört.

Sind teure Monarchien noch zeitgemäß?

Normalerweise kommentieren die niederländischen Royals, die mit Prinzessin Maxima immerhin eine gelernte Bankerin in ihren Reihen haben (zur Bildstrecke Die Von und Zus der Finanzwelt) die Berichte über ihr Vermögen nicht. Diesmal schon: „Was das genannte Vermögen von 800 Millionen Euro betrifft, so sollte jede Anpassung nach unten die Schätzung dichter an die Wirklichkeit bringen“, erklärte ein Hofsprecher zum Reichen-Ranking.

Erklärung tut Not, denn in den Niederlanden herrscht Unmut darüber, dass die staatlichen Ausgaben in Zeiten der Wirtschaftskrise um 20 Prozent gekürzt werden, während der Etat für die Kosten der Monarchie erhöht wurde. Auch in den meisten anderen europäischen Königshäusern zeigt die Finanzkrise Wirkung.

Zwar seien die finanziellen Einbußen durch abgestürzte Aktienkurse und Immobilienpreise dank konservativer Anlagen und kompetenter Beratung durch Privatbanken überwiegend gering, so Adelsexperte Rolf Seelmann-Eggebert gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd). Viele Königshäuser hätten jedoch in Zeiten leerer Staatskassen zunehmend Probleme, die Steuergelder für die Renovierung ihrer Paläste zu erhalten.

Die Queen baut ihr Gemüse selbst an

Einige Beispiele: Die Windsors erhalten eine jährliche Apanage von rund 30 Millionen Pfund (etwa 34 Millionen Euro) aus Steuergeldern und die britische Queen lebt betont sparsam. Ein Sprecher des Hofes erklärte, Elizabeth II. trage bei offiziellen Terminen nicht immer neue Kleider und baue im Garten des Palastes ihr Gemüse selbst an. Prinz William wolle zudem bei Flugreisen auf das Erste-Klasse-Ticket verzichten.

Verzicht auch auf dem Kontinent: So will Belgiens König Albert II. für die dringend notwendige Renovierung seiner Brüsseler Residenz 600.000 Euro aus eigenem Vermögen spenden, um die gebeutelte Staatskasse nicht über Gebühr zu belasten. Die belgische Regierung überlegt zudem, die Apanagen einiger Prinzen und Prinzessinnen zu streichen, um einen Teil der jährlich 13 Millionen Euro Steuergelder für die königliche Familie einzusparen.

Spaniens König Juan Carlos I. nebst Gattin Sofia verkürzte immerhin den traditionellen Mallorca-Sommerurlaub um zwei Wochen. Es heißt, in Madrid werde der Palastgarten nurmehr mit Regenwasser gegossen und nur noch selbstgezüchtete Zitronen verwendet. Auch soll König Juan Carlos spürbar seltener mit seiner Lieblingsmotoryacht das Mittelmeer unsicher machen – schließlich kostet eine Tankfüllung 26.000 Euro.

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