Oliver Lepold (Freier Autor)Lesedauer: 4 Minuten

Finanzplaner-Forum-Initiatoren im Interview „Was die Teilnehmer hören wollen – und was sie hören sollten“

Seite 2 / 2

Wie planen Sie die Agenda eines Finanzplaner Forums?

Küsters: Wir greifen Themen sehr früh auf, die für die Branche von wesentlicher Bedeutung sind. Wir suchen Trendsetter. Ein Beispiel: der Sinn und Nutzen des Themas ESG-Kriterien/Nachhaltigkeit war den Teilnehmern gar nicht richtig klar. Wir haben in Düsseldorf dazu verschiedene Vorträge gehört, auch von Anbietern nachhaltiger Produkte. Und spätestens mit dem Vortrag von Dr. Waigel zur Regulierung aus Brüssel ist jedem klargeworden, was bald auf die Branche zukommt – ein Thema, das uns bis ins Mark treffen kann.

Lucius: Umso schöner ist es, wenn wir gleichzeitig hochkarätige Entscheidungsträger involvieren können, wie den ehemaligen österreichischen Vizekanzler Wilhelm Molterer, der auf EU-Ebene den European Fund for Strategic Investments verantwortet und über die Ausgestaltung der kommenden ESG-Kriterien mitentscheidet. Bei seinem Vortrag gab es viele qualifizierte Nachfragen. Wir suchen Referenten, die Einfluss haben und die wir als Praxisexperten ein wenig beeinflussen können, gerade wenn die Dinge noch im Fluss sind.

Wie schwierig ist es die Sponsoren dahingehend zu disziplinieren, in ihren Vorträgen nicht zu sehr auf die Produkte abzustellen?

Küsters: Das ist ganz unterschiedlich, ich glaube, die Disziplinierung kommt nicht von uns, sondern von den Teilnehmern. Jeder Initiator sieht sofort, wie sein Vortrag wirkt. Die Finanzplaner wollen keine rein vertrieblichen Vorträge hören. Es ist zwar legitim, sein Haus zu nennen, aber wenn der Name das zweite Mal fällt, ist es schon zu viel.

Lucius: Das funktioniert relativ gut, es hat sich als leichter erwiesen, als wir anfangs gedacht haben. Es gibt immer ein paar Ausreißer, wir lassen uns die Unterlagen vorher zeigen und sagen dann auch mal, bitte bessern Sie hier und dort nach.

Was ist Neues geplant in der Bildungsreihe?

Küsters: Wir stellen fest, dass wir gerade im Bereich der Family Offices Mitarbeiter oder im gehobenen Wealth Management immer mehr grenzüberschreitende Tatbestände haben. Auch die Kunden werden mobiler. Und es gibt immer mehr europaweite Regelungen, etwa die EU-Erbrechtsverordnung oder die EU-Güterrechtsverordnung und aktuell die Auswirkungen des Brexit. Dem wollen wir Rechnung tragen. Wir planen daher ab 2020 eine grenzüberschreitende Bildungsreihe für den kompletten deutschsprachigen Bereich. Dazu haben wir mit dem Schweizerischen Institut für Finanzplanung auch einen Partner in der Schweiz gewonnen. In 2020 veranstalten wir neben der grenzüberschreitenden Tour auch wieder Finanzplaner Foren in Hamburg, Düsseldorf und München oder Stuttgart.

Die nächsten Veranstaltungen des Finanzplaner Forums in 2019 finden am 6. und 7. Mai in Wien und am 18. September in Stuttgart statt. Weitere Informationen stehen hier >>

Mehr zum Thema
Tipps für die persönliche FinanzplanungFPSB startet Verbraucher-Finanzblog Bücher & BlogsDas sind unsere Medien des Monats April Finanzplaner Forum„Dadurch würden unkalkulierbare Haftungsrisiken für Berater entstehen“