Das Finanzplanerforum in Düsseldorf. 200 Finanzplaner debattierten über Rahmenbedingungen, Marktrends und Strategien. Fotos: Axel Jusselt /Finanzplaner Forum

Das Finanzplanerforum in Düsseldorf. 200 Finanzplaner debattierten über Rahmenbedingungen, Marktrends und Strategien. Fotos: Axel Jusselt /Finanzplaner Forum

Finanzplaner Forum Rhein/Ruhr

So können sich Berater bei beratungsfreiem Geschäft absichern

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Guido Küsters und Otto Lucius hatten vor eineinhalb Jahren die Weiterbildungsreihe für Certified Financial Planner (CFP) und weiteren Zertifikatsträgern im Bereich der Finanz- und Nachfolgeplanung und der Vermögensberatung ins Leben gerufen und begrüßten die Teilnehmer schon zum zweiten Mal nach 2015 im Hotel Intercontinental in Düsseldorf zum Finanzplaner Forum Rhein/Ruhr.

16 Sponsoren und Aussteller informierten die Teilnehmer des Finanzplaner Forums mit Ständen über ihre Produkte und Investmentstrategien. Die 20 Fachvorträge reichten von 45 Minuten bis hin zu 2 Stunden, boten ein sehr breites Themenspektrum und wurden teilweise parallel abgehalten.

Das Finanzplaner Forum übergab zudem eine spontane Spende über 500 Euro an den Verein „Herzen berühren e.V.“

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Rund 200 Zertifikatsträger hatten sich angemeldet und waren nach Düsseldorf gekommen. Den Auftakt machte hoher Besuch aus dem Ausland: Sanjay Sachdev, Chair-Elect of the Board of Directors der internationalen Dachorganisation der Certified Financial Planner FPSB. Weltweit haben 160.000 Finanzexperten den CFP-Titel erworben, in Deutschland agieren rund 1.500 CFPs.

Ganzheitliche Beratung im Vordergrund


Sachdev referierte über die Entwicklung der CFP-Zahlen weltweit (Wachstum plus 2,7 Prozent) und stellte eine neue Studie vor, die signifikante Benefits für Finanzplaner mit CFP-Titel gegenüber jenen Finanzplanern ohne nachgewiesen hat.

Professor Wolfgang Reittinger von der Frankfurt School of Management, CFP der ersten Stunde, informierte über Trends in der ganzheitlichen Beratung im Private Banking. So werden immer mehr Teil- statt Vollpläne geschrieben und der Begriff „ganzheitliche Beratung“ solle künftig in der Außendarstellung mehr unterstrichen werden. Reittinger benannte drei Felder, auf denen die ganzheitliche Beratung ihre Stärken voll ausspielen könne: Wertpapierberatung, Kreditmanagement und die Vermögensstrukturierung.

Skurriles Denkmuster der Bafin

Rechtsanwalt Peter Balzer, Sernetz Schäfer Rechtsanwälte, eröffnete den zweiten Forumstag mit einem umfangreichen Überblick über aktuelle und künftige Regulierungsvorhaben. Zum Beispiel erläuterte Balzer, wie sich Berater künftig bei beratungsfreiem Geschäft abzusichern haben, seitdem die Bafin überraschend erklärt habe, ein Beratungsverzicht sei gar nicht möglich. Bei alternativen Investments etwa müsse der Verkaufsprospekt vorab an den Kunden gehen – schwierig, wenn der Kunde am Telefon den Kauf umgehend abschließen möchte.

Die Lösung: „Die Bafin weiß, dass Sie einen Pflichtverstoß begehen, aber dieser ist Ihnen nicht vorwerfbar, wenn Sie richtig dokumentieren“, erläuterte Balzer das skurrile Denkmuster. Der Kunde muss zunächst anrufen und das Produkt kaufen wollen. Der Berater muss dem Kunden dann anbieten, die Order zurückzustellen. „Wenn der Kunde dann sagt, ich möchte das Produkt sofort, muss der Berater das dokumentieren und der Verstoß gilt als nicht vorwerfbar“, so Balzer.



Nächste Finanzplaner Foren im Mai und Juni 2016

Initiator Guido Küsters zeigte sich höchst erfreut über die Entwicklung des Finanzplaner Forums. Es gelinge zunehmend, Top-Referenten für die Veranstaltung zu begeistern und das Standing bei den Aufsichtsbehörden steige. So wurde als Dinner Speaker beispielsweise Professor Andreas Dombret gewonnen, Vorstand der Deutschen Bundesbank.

Insgesamt 15 CFD-Credits für ihr Weiterbildungskonto erhielten die Teilnehmer für beide Tage. Die nächsten Finanz Planer Foren finden am 2. und 3. Mai in Wien sowie am 14. Juni in Hamburg statt.

Mehr Informationen und Anmeldung:
http://www.finanzplaner-forum.eu/fpf/fpf.nsf/sysPages/finanzplanerforum.html

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