Finanzplaner Forum Südwest „Vieles bei Fintechs ist Müll oder problematisch“

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Zu den derzeit heftig diskutierten Fintechs positionierte sich Hackethal salomonisch.
„Das wird sehr verhaltensökonomisch angegangen, vieles ist Müll, vieles ist auch problematisch etwa Social Trading, aber es gibt Dinge, die man beobachten sollte.“
Seine Studenten würden heute lieber zu Fintechs gehen als in das früher so begehrte Investment Banking.

In den USA sei die Entwicklung schon wesentlich weiter: Dort gebe es vier bis fünf Robo-Advisors, die den Markt beherrschten und von etablierten Playern wie Blackrock unterstützt würden. Sie setzen den Kundennutzen bei den Kosten an und bieten eine All-inclusive-Beratung für 25 Basispunkte an. Die Bafin habe das Thema mittlerweile auch auf der Agenda. Vor zwei Wochen gab es von der Aufsichtsbehörde eine klare Aussage, dass Fintechs nicht bevorteilt werden würden, erklärte Hackethal.

Insgesamt sieht der Finanzprofessor einen deutlichen Trend dazu, dass Regulierung zunehmend aufgefordert ist, eine Kosten-Nutzen-Analyse aufzustellen und eine Evidenz zu liefern, dass die Regulierung konkret etwas bringt

Mifid II hat Verspätung

Zwei Stunden sprach Peter Balzer von der Kanzlei Sernetz Schäfer über „Financial Planning im Spannungsfeld von Regulierung und Haftung.“ Zur die Branche in Atem haltenden Gesetzgebung zu Mifid II musste Balzer die Finanzplaner noch vertrösten. Obwohl ab 3. Januar 2017 verbindlich geltend, sei die Umsetzung immer noch in den Startlöchern, bisher gebe es nur den Richtlinientext und Verlautbarungen der Europäischen Aufsichtsbehörde ESMA.

Womöglich werde es sich dann rächen, dass der deutsche Gesetzgeber bereits Fakten im Vorgriff auf die noch nicht feststehende Regulierung geschaffen habe. „Das Honoraranlageberatergesetz geht am Markt vorbei, passt nicht zur Mifid II und muss 2017 angepasst werden“, so Balzer. Gleiches könnte auch für das Kleinanlegerschutzgesetz gelten, eine rein deutsche Regelung, die durch den Fall Prokon ausgelöst wurde.

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