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Händler an der Börse in New York schnauft mal durch: Die US-Notenbank hatte gerade den Leitzins gesenkt, trotzdem hatten die Leitindizes jeweils mehr als 1 Prozent verloren. | © Getty Images

Finanzprofis über den gesenkten US-Zins „War das wirklich nötig?“

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Christian Scherrmann, Volkswirt USA bei der DWS

Viel Lärm um nichts? Wie erwartet hat die Fed in ihrem Juli-FOMC-Meeting die Leitzinsen um 25 Basispunkte auf einen Zielkorridor von 2,00 bis 2,25 Prozent gesenkt. Das war’s aber dann auch schon fast an kommentierungswerten Neuigkeiten. Bis vielleicht auf die Tatsache, dass die Fed ab 1. August auf eine weitere Bilanzreduktion verzichtet, wie wir ebenfalls bereits angenommen hatten.

Interessanterweise stimmten zwei der Gouverneure gegen eine Änderung und keiner der Beteiligten für mehr als die besagten 25 Basispunkte. Letzteres war mit Sicherheit eine Enttäuschung für so manchen Marktteilnehmer. Was vielleicht mehr über die Marktteilnehmer als über die Fed selbst aussagt.

Lange wurde über die letztendliche Rechtfertigung für einen Zinsschritt, und die damit einhergehende „forward guidance“, spekuliert. Ursprüngliches Argument war die Strategie das Wirtschaftswachstum gegen negative Einflüsse, resultierend aus Handelskrieg und schwächelnder globaler Aktivität, zu versichern. In den letzten Wochen gewann jedoch das Argument, dass niedrigere Zinsen strukturell ohnehin angebracht seien, mehr und mehr an Bedeutung.

In der Pressekonferenz war letztendlich für jeden etwas dabei. Der heutige Zinsschritt sei lediglich eine Versicherung gegen externe Einflussfaktoren, eine Adjustierung der Geldpolitik also, wie sie mitten im Zyklus nicht unüblich wäre. Grundsätzliche werde man weiterhin sämtliche volkswirtschaftliche Daten und globalen Entwicklungen genau beobachten. Jerome Powell war also redlich bemüht, sich ebenso gegen Kritik zu wehren, die Fed wäre nicht unabhängig, als auch den Märkten zu vermitteln, dass eine weitere Lockerung maßvoll und garantiert nicht garantiert ist.

Thorsten Polleit, Chefvolkswirt Degussa-Goldhandel

Fed läutet neuen Zinssenkungszyklus ein

Es war Lieferung auf Bestellung: Der Rat der US-Zentralbank (Fed) hat auf seiner Sitzung am 31. Juli 2019 den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte gesenkt – erstmalig wieder seit Dezember 2008. Der US-Leitzins befindet sich nun in einer Bandbreite von 2,00 bis 2,25 Prozent

Die Gründe für die Zinssenkung sind die Folgenden: Die Inflation der US-Konsumgüterpreise wird als relativ niedrig angesehen (im Juni stieg der Konsumentenpreisindex um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr an), und diese Diagnose hat aus Sicht der Fed-Räte eine Zinssenkung möglich gemacht.

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