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Paar mit Kind: In Beziehungen sollte mit dem Thema Geld offen umgegangen werden, rät Finanzcoach Monika Müller. | © Pexels

Finanzpsychologin Monika Müller

Wie das Thema Geld die Beziehung beeinflusst

Monika Müller
Foto: FCM

Geld ist ein Spiegel der Persönlichkeit und der Beziehung eines Paares. Kleine Geheimnisse sind eine Quelle für Neugier, Überraschung und Lebendigkeit. Große Geheimnisse schaffen unbemerkt Distanz. Ein Paar, bei dem die Partner das Gehalt des anderen nicht kennen, verliert auf Dauer den Kontakt. Paare, die sich streiten, bleiben in Kontakt. Die Kunst ist es den Kern zu finden, um den es geht: Wünscht sich der Partner mehr Anerkennung? Ist einer von beiden (zu) mächtig? Fehlt der Freiraum, den jeder in einer Beziehung zum persönlichen Wachstum braucht?

Die Unterschiede sind dabei gar nicht zu groß. Sicherheit ist ein Gefühl und Risiko kann man berechnen. Das wissen Frauen: Sie wollen sich sicher fühlen und gehen deshalb finanzielle Risiken eher ein, wenn sie sie verstehen. Die Risikobereitschaft von Männern und Frauen unterscheidet sich kaum, das ist wissenschaftlich belegt. Sie ist, wie alle Persönlichkeitsmerkmale des Menschen, normalverteilt und bleibt relativ stabil über die Lebensspanne. Egal ob Frau oder Mann, Menschen die etwas risikoscheuer sind, haben realistischere Erwartungen an die Performance von Geldanlage. Das ist eine gute Voraussetzung für langfristiges Sparen. Denn dazu braucht es Disziplin und Vertrauen.

Dabei ist die klassische Frage, ob ein gemeinsames Konto oder zwei Getrennte, nicht die Entschiedensten einer modernen Partnerschaft sind verschiedene Modelle denkbar. Wichtig ist das Ziel: Paare, die eine emanzipierte Beziehung leben möchten, brauchen das Gespräch über Geld. Liebe gedeiht in Autonomie und Nähe im Wechselspiel. Ein gemeinsames und zwei getrennte Konten bedienen diese Elemente einer Beziehung am besten.

Geld regelmäßig thematisieren

Ein gemeinsames Ziel und gemeinsame Schulden verbinden. Voraussetzung ist, dass der Kredit an die finanzielle Risikobereitschaft der beiden Partner angepasst ist. Wo große Unterschiede bestehen, muss ein Kompromiss gefunden werden. Aber Achtung, auch wenn der Kredit stimmig erlebt wird, das Ziel muss in Abständen immer mal überprüft werden. Bedürfnisse und Lebenspläne können sich in verschiedene Richtungen entwickeln.

Wenn ein Paar „sein“ aktuelles Beziehungsthema erkennen möchte, dann könnten beide einmal wie beim brain storming ganz ungefiltert und spontan auf einen leeren Zettel Antworten auf die Frage schreiben: Was bedeutet (meiner Wahrnehmung nach) Geld in unserer Beziehung? Tauschen Sie die Zettel und lassen Sie sich überraschen. Alles was Sie über die Rolle von Geld in der Beziehung erfahren, stellt eine Chance dar. Wenn der Partner schreibt: Die Rolle von Geld in unserer Beziehung ist Macht, dann könnten Sie die Machtverteilung in der Beziehung hinterfragen.

Stellen Sie Ihrem Partner offene, neugierige Fragen: Wieviel Freiheit brauchst Du? Wie kann ich Dir mehr Anerkennung schenken? Wie könnte sich Macht in unserer Beziehung besser verteilen? Nehmen Sie sich Zeit und hören Sie aktiv zu. Lassen Sie dem Partner Raum für seine Antwort. Die wichtigsten Impulse liegen nicht gleich auf der Hand. Die Gedanken dürfen reifen und das braucht Zeit. Bleiben Sie neugierig: Das regelmäßige Gespräch über Geld kann der Beziehung ein ganz besonders stabiles Fundament geben.


Über die Autorin:
Diplom-Psychologin Monika Müller ist Spezialistin für Finanzpsychologie. Sie ist Gründerin und Chefin des Wiesbadener Beratungsunternehmen FCM Finanz Coaching.

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