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Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank und Mitglied des EZB-Rats: Die Bundesbank warnt im Finanzstabilitätsbericht 2019, dass die Eigenmittelausstattung der Lebensversicherer gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken sei. | © Getty Images Foto: Getty Images

Finanzstabilitätsbericht

Zinsverfall trübt Bilanzen der Lebensversicherer

Die Lage der deutschen Lebensversicherungsgesellschaften hat sich in den vergangenen Monaten weiter eingetrübt. Die Deutsche Bundesbank warnt in ihrem aktuellen Finanzstabilitätsbericht 2019, dass die Eigenmittelausstattung der Lebensversicherer aufgrund der aktuellen Zinsentwicklung gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken sei. Die Solvenzquoten der Unternehmen sinken, wie die Abbildung unten zeigt.

Das folgende Schaubild zeigt die Bandbreite der Solvenzquoten der Branche:

Dargestellt sind die Solvenzquoten der 66 Lebensversicherer, für die durchgehend Quartalsmeldungen vorliegen. Zwischen Ende Dezember 2018 und Juni 2019 beträgt der Rückgang im Median rund 80 Prozentpunkte auf etwa 350 Prozent. Der Abstand zwischen den schwächsten und stärksten Anbietern hat sich eingeengt.
Quelle: Bafin, Bundesbank, Börsen-Zeitung.

Im Aufsichtsregime Solvency II ist die Solvenzquote die maßgebliche Kennzahl für die Eigenmittelausstattung von Versicherern. Die Marktwerte schwanken mit dem Zinsniveau. Denn deutsche Lebensversicherer legen nach wie vor einen Großteil ihrer Kapitalanlagen in lang laufenden Festzinstiteln an. Und sie haben gegenüber ihren Kunden Garantiezinsversprechen abgegeben.

Lang anhaltend niedrige Zinsen seien nach wie vor das Hauptrisiko für die Lebensversicherer, erläutert die Bundesbank und warnt, dass die ausgewiesenen Solvenzquoten die ökonomische Risikotragfähigkeit überschätzen dürften. Denn die meisten deutschen Lebensversicherer hatten auf regulatorische Übergangsmaßnahmen zu Solvency II zurückgegriffen. Durch diese können die Unternehmen höhere Solvenzquoten ausweisen als bei vollständiger marktwertorientierter Bewertung.

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