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Finanztipp der Woche: PKV-Billigtarife können teuer werden

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Viele PKV-Anbieter versuchen, ihre Kunden mit günstigen Einsteigertarifen von der gesetzlichen in die private Krankenkasse zu bewegen. Für manche der wechselwilligen könnte das richtig teuer werden, warnen die Forscher von Franke und Bornberg, einer Firma, die Versicherungsprodukte analysiert. Denn solche Billigtarife bieten oft schlechtere Leistungen und können sich manchmal auch als „kostenintensive Zeitbomben“ entpuppen.

Eines der Probleme sei laut den Franke und Bornberg-Experten das abgespeckte Leistungsspektrum, das in einigen Bereichen unter dem der GKV liegt. „Nimmt der Versicherte die Leistungen dennoch in Anspruch, erhält er keine oder nur eine anteilige Erstattung von seiner Krankenversicherung und kann auf erheblichen Kosten sitzen bleiben“, sagen die Forscher.

Darüber hinaus bleiben die günstigen Einsteigertarife nicht dauerhaft günstig. Da die Tarife häufig zu knapp kalkuliert sind, fallen anschließende Beitragserhöhungen laut den Forschern häufig sehr hoch aus.

Doch nicht allen Kundengruppen raten die Forscher von den Billigtarifen ab. Junge Selbstständige zum Beispiel, die ihr Geld für ihr neu gegründetes Unternehmen benötigen und bei guter Gesundheit sind, können mit Einsteigertarifen zunächst eine ausreichende Absicherung erreichen. Wichtig sei, dass die Tarife eine Option zur Umstellung auf einen „normalen“ PKV-Tarif ohne erneute Gesundheitsprüfung enthalten, empfehlen die Franke und Bornberg-Experten.

Tarifwechsel-Berater haben falsche Anreize

Denn grundsätzlich sollte ein Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft zwar problemlos möglich sein. „Jeder Versicherte hat das Recht, innerhalb seiner Krankenversicherungs-Gesellschaft in einen anderen gleichwertigen Tarif zu wechseln“, erklären die Experten und berufen sich auf Paragraf 204 VVG.
In der Praxis hingegen sehe es oft anders aus: Nicht alle Gesellschaften seien kooperativ und würden ihren Versicherten bei der Wahl des richtigen Tarifs helfen.

In jüngster Zeit haben sich einige Beratungsunternehmen darauf spezialisiert, den Kunden beim Tarifwechsel zu helfen. Bei solchen Diensten mahnt Franke und Bornberg jedoch zur Vorsicht. „Das Berater-Honorar berechnet sich zumeist auf der Basis von Anteilen an der Ersparnis des Kunden“, so die Versicherungsexperten. Damit sei die Gefahr groß, dass den falschen Vergütungsanreizen gefolgt werde. Denn der Berater bekomme mehr Geld durch die höchste Ersparnis, nicht aber durch den für den Kunden geeignetsten Tarif.

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