Finanzvertrieb Zwei Ex-DVAG-Mitarbeiter berichten

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Freunde hätten sich von ihm abgewandt, berichtet Brandt auf Spiegel Online. Ihr Vorwurf: Die Persönlichkeit des Kumpels hätte sich negativ verändert. Dagegen seien das Unternehmen und die Kollegen zu einer Art Ersatzfamilie geworden, berichten die beiden Ex-DVAG-Mitarbeiter. Vom Unternehmen organisierte Freizeitveranstaltungen, sogenannte Incentives, hätten die Mitarbeiter zusammengeschweißt. Allerdings auch im negativen Sinne: Private Geheimnisse, ausgeplaudert auf einer Feier, seien gegen die Mitarbeiter verwendet worden.

Das Unternehmen habe sich weitreichend ins Privatleben seiner Mitarbeiter gemischt: "Vom ersten Kontakt an ist es wie Gehirnwäsche. Die nutzen dieselben Methoden wie eine Sekte – nur verpacken sie es besser", zitiert der Spiegel Ex-DVAG-Mitarbeiter Brandt.

Die ehemaligen Kollegen Scheffner und Brandt, die sich im Job angefreundet hatten, stiegen schließlich beide jeweils mit einem Knall aus dem Unternehmen aus, berichtet Spiegel Online weiter. Sowohl Scheffner als auch Brandt hätten empfundene Missstände zusammengetragen und diese als E-Mail in eine große Kollegenrunde gesendet. In beiden Fällen folgte die Kündigung auf dem Fuße.

Im Nachgang habe die DVAG umfangreiche Gerichtsprozesse angestrengt, die beide Protagonisten jedoch für sich hätten entscheiden können. Auf die Bitte um Stellungnahme habe man sich bei der DVAG gegenüber Spiegel Online nicht äußern wollen. Sowohl Scheffner als auch Brandt arbeiteten nach ihrem Ausstieg bei der DVAG auch weiterhin in der Finanzbranche, heißt es bei Spiegel Online.

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