Finanzvertrieb und Social Media: Twittern statt Klinkenputzen

Bernhard Kelz von der Queo GmbH

Bernhard Kelz von der Queo GmbH

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Social Media ist kein Hype. Die beiden Wahlkämpfe vom jetzigen US-Präsidenten Barrack Obama, der arabische Frühling und Olympia 2012 sind nur einige markante Beispiele, die eindrucksvoll Reichweite und Engagement des Social Web demonstrieren.  

Es sollte keinen Zweifel mehr daran geben, dass das Social Web einen wesentlichen Anker unserer Gesellschaft – die Art und Weise wie wir miteinander kommunizieren – grundlegend verändert hat und weiter verändern wird.

Dies gilt nicht nur im privaten Umfeld, sondern auch für sämtliche Teile der Unternehmenskommunikation, intern wie extern und in weiten Teilen völlig unabhängig von Zielgruppe und Empfänger.

Denn auf Konsumentenseite – egal ob für Kleinanleger, Profis oder Stakeholder – ist das Internet das Informationsmedium Nummer 1. Konsumenten verlassen sich jedoch lange nicht mehr nur auf idealisierte Unternehmenswebseiten, sondern erwarten angesichts der Informationsflut ungeschminkte, prägnante Informationen.

Sie vertrauen zunehmend persönlichen Erfahrungen, dem Wissen und allgemein der Schwarmintelligenz des Social Web. Die Umsätze, die Onlineshops mit Funktionen wie „Andere Nutzer kauften auch…“ generieren, der Einfluss von Kundenbewertungen oder auch Social Banking Offensiven wie die der neuseeländischen ASB Bank oder der spanischen Bankinter belegen das.

Klares Signal zum Aufbruch

Trotzdem ist das Engagement der Finanzbranche im Social Web eher verhalten. Zwar sind viele Banken, Versicherungen und Finanzdienstleistungsunternehmen im Social Web präsent, die Interaktion mit (potentiellen) Kunden fällt jedoch eher zurückhaltend aus.

Das zeigt auch die aktuelle Medien und Markenstudie der HBS International (erhältlich unter http://www.hbsmedienstudie.de/). Gerade einmal 36 Prozent der befragten Finanzvermittler und Bankberater nutzen Social Media Kanäle beruflich, obwohl die soziale Interaktion zu ihrem alltäglichen Geschäft gehört.

Social Web als Parkett der Finanzbranche?

Das ist nicht schwer verständlich. Betrachtet man Social Media nicht als One-Way-Marketing-Kanal, sondern als Parkett für individuelle und zielgerichtete Kommunikation, hat die Finanzbranche bei weitem die besten Voraussetzungen für nachhaltigen Erfolg im Social Web. Individuelle Kommunikation mit (potentiellen) Kunden ist eine der absoluten Stärken der stark vertriebsorientierten Finanzbranche. Plakativ gesprochen sollte „Twittern statt Klinkenputzen“ die neue Devise des Finanzvertriebs sein.