Der Finanzvorstand von N26, Arnd Schwierholz, verlässt die Neobank Ende August, wie das Berliner Unternehmen mitteilt. Es ist der jüngste Abgang in einer Reihe von Wechseln, die das Haus seit dem Amtsantritt des neuen Geschäftsführers Mike Dargan im April dieses Jahres erlebt.
Schwierholz kam 2023 zu N26. Von Januar bis April 2026 war er sogar übergangsweise Geschäftsführer (CEO) der Bank, bis Dargan übernahm. In seiner Zeit erzielte N26 den ersten Gewinn mit einem Jahresüberschuss von gut 500 Millionen Euro und einem Rohertrag von rund 350 Millionen Euro in 2025. Laut Manager Magazin waren Schwierholz und Dargan „Insidern zufolge nicht mehr zufrieden“, sodass sein Vertrag nicht verlängert wurde. Auf eine Anfrage von DAS INVESTMENT zu seinen künftigen Plänen reagierte Schwierholz bislang nicht.
Vor seiner Zeit bei N26 arbeitete er unter anderem 12 Jahre als Leiter M&A bei der Lufthansa. Schwierholz war zudem zwei Jahre im Aufsichtsrat von Airberlin und saß fünf Jahre im Aufsichtsrat von Flixbus.
Dargan holte einige Vorstände aus etablierten Banken, wie Aytac Aydin von der Oldenburgischen Landesbank (OLB) als operativen Geschäftsführer (Chief Operating Officer – COO). Dieser wird die Aufgaben des Finanzvorstand übernehmen, bis ein Nachfolger von Schwierholz gefunden ist.
Ein weiterer Zugang ist der Technologie-Chef Marcin Pakulnicki, der zuvor die IT der ING leitete. Er tritt die Nachfolge von Gino Cordt an, der elf Jahre für die Neobank arbeitete und bis Jahresende im Haus verweilt. Im Oktober kommt Nathalie Picquot als Marketingleiterin (Chief Marketing Officer – CMO) zu N26. Sie war bei der Bank Santander Direktorin für Corporate Marketing. Picquot ersetzt Timo Meyer, der seit einem Jahrzehnt bei der Neobank ist.
Mitgründer verließen N26 im Jahr 2025
Das Fintech hat turbulente Zeiten hinter sich. Bis Jahresanfang 2026 saß noch Mitgründer Maximilian Tayenthal auf dem Chefsessel. Er wurde von den Interims-CEOs Schwierholz und Marcus Mosen, einer der ersten Investoren, abgelöst. Vor gut einem Jahr – im September 2025 – räumte der zweite Gründer, Valtentin Stalf, seinen Posten als Co-CEO. Mosen verließ den Vorstand im Juli.
Im März 2025 verhängte die Bafin eine Geldstrafe in Höhe von 15.000 Euro, da N26 einen Kredit an einen eigenen Vorstand oder ein Aufsichtsratsmitglied vergab, obwohl der N26-Aufsichtsrat dem nicht innerhalb einer Vier-Monats-Frist zugestimmt hatte.
Bafin bestellte Sonderprüfer für N26
Im Dezember 2025 ordnete die Bafin dann zusätzliche Eigenmittelanforderungen sowie Geschäftsbeschränkungen für die Neobank an. Die Bankenaufsicht setzte auch einen Sonderbeauftragten ein.
„Eine im Jahr 2024 durchgeführte Sonderprüfung und darüber hinaus auch die Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2024 hatten ergeben, dass die ordnungsgemäße Geschäftsorganisation bei der N26 Bank nicht gegeben war,“ hieß es von Seiten der Bafin. „Gravierende Mängel“ erkannte die Bankenaufsicht im „Risiko- und Beschwerdenmanagement und bei der Organisation des Kreditgeschäfts.“
