Silke Roth, Wealth Management der Deutschen Bank Foto: Deutsche Bank

Deutsche-Bank-Managerin im Gespräch

„Finden Sie die Eltif-Regeln so in Ordnung, Frau Roth?“

DAS INVESTMENT: Wie hat sich im vergangenen Jahr die Nachfrage seitens Ihrer Kunden nach Eltifs verändert?

Silke Roth: Die Nachfrage ist weiterhin groß, daher haben wir in diesem Jahr bereits den zweiten Eltif in Folge im Angebot. Der erste bot Private-Equity-Direktinvestments, mit dem zweiten haben unsere Kunden jetzt die Möglichkeit, in Private-Equity-Co-Investments zu investieren, also in eine direkte Anlage in ein Unternehmen mit einem gemeinsamen Private-Equity-Fonds. Das kommt gut an, gerade auch bei Kunden, die den ersten Eltif schon gezeichnet hatten und den Prozess bereits schätzen.

Sie sagen im Interview, dass man Eltifs prima ins Kundendepot einbuchen und dort beobachten kann. Gibt es dort Unterschiede zu einem Ucits-Fonds?

Roth: Ein NAV wird bei einem Eltif quartalsweise ausgewiesen. Der entscheidende Unterschied zu einem liquiden Ucits-Fonds ist, dass ein Eltif trotz aller Transparenz ein illiquides Investment ist und eine Haltedauer von zirka zehn Jahren hat. Somit kann ein Eltif vorher nicht zum NAV verkauft werden. Er dient als Richtwert und zeigt, wie sich die Beteiligung während der Laufzeit entwickelt.

Wer stellt die laufenden Informationen zur Verfügung und schreibt sie?

Roth: Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten, da diese Punkte individuell mit dem Asset Manager vereinbart werden. Wir erwarten jedoch Quartals- und Jahresberichte zum Fonds auf Deutsch. Natürlich wird der investierte Kunde von uns über die gesamte Laufzeit der Beteiligung betreut und informiert. Da ein Eltif in einem Depot bei uns verbucht ist, liegt die Abwicklung der Kapitalabrufe und Rückzahlungen selbstverständlich auch bei uns.

Welche Vorteile hat es, dass der Kunde bei Ihnen bleibt und den Eltif in ein DB-Depot eingebucht bekommt?

Roth: Die Verbuchung im Depot hat, neben der Transparenz durch den NAV, für den Kunden den Vorteil, dass sich sein Berater um Kapitalabrufe und Rückzahlungen kümmert. Natürlich haben wir somit auch die Aufgabe, den Kunden die Transaktionen zu erläutern. Im Moment der Kapitalrückzahlungen wird hier differenziert, ob es sich um eine Rückzahlung des eingesetzten Kapitals oder um einen möglichen Ertrag handelt.

Hedgefonds im Ucits-Mantel sind nicht gerade eine irre Erfolgsgeschichte, oftmals sind die Ucits-Regeln zu eng für die Freigeister. Ist das bei illiquiden Investments im Eltif besser?

Roth: Das kann man meiner Meinung nach nicht vergleichen. Ein Hedgefonds kann im Prinzip alle verfügbaren Finanzinstrumente nutzen und wird durch die Ucits-Regeln durchaus eingeschränkt. Beim Eltif ist im Prinzip die größte Einschränkung, dass Dachfonds nicht erlaubt sind, sondern der Manager nur direkt in Investments, also bei Private Equity nur in Unternehmensbeteiligungen, investieren darf. So entstehen keine doppelten Kosten für den Endkunden, was ein deutlicher Vorteil ist.

Sind die Eltif-Regeln schon so in Ordnung, oder stecken noch Fehler drin?

Roth: Wir empfinden Eltifs aktuell nicht als überreguliert. Sie stellen sicher, dass Privatkunden einen transparenten Zugang zu Privatmarktanlagen erhalten. Da Dachfonds unter Eltif nicht erlaubt sind, gibt es keine doppelten Kosten, Derivate sind nur zur Risikoabsicherung gestattet, Diversifikation muss mit mindestens zehn unterschiedlichen Investments gegeben sein – alles Regeln, die positiv für unsere Kunden sind. Man darf nicht vergessen, dass es sich weiterhin um einen geschlossenen Fonds handelt, der auch seine Risiken mit sich bringt.

Welche Anlageklassen sind grundsätzlich besonders gut in Eltifs aufgehoben? Was ist eher ungeeignet?

Roth: Private Equity und Infrastruktur lassen sich beispielsweise sicherlich gut mit der Eltif-Regulierung vereinbaren. Für Immobilien besteht das Problem, dass unter Eltif eine Fremdkreditaufnahme nur zu 30 Prozent gestattet ist.

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