Hält die Zinsen in der Eurozone niedrig:<br>EZB-Chef Jean-Claude Trichet. Foto: Getty

Hält die Zinsen in der Eurozone niedrig:
EZB-Chef Jean-Claude Trichet. Foto: Getty

Fitch-Analyse: Niedrige Zinsen Hauptproblem für Versicherer

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Die Hauptherausforderung für die Branche sehen die Fitch-Analysten im aktuellen niedrigen Zinsumfeld. Es mache es den Unternehmen schwer, eine vernünftige Rendite auf ihr eingesetztes Kapital zu erwirtschaften. Trotzdem stünden die Versicherer jetzt besser da als in der letzten großen Krise von 2000 bis 2003.

Auch die gegebenen Garantien sehen die Analysten nicht in Gefahr. Zwar lägen sie im Schnitt derzeit deutlich über dem, was zehnjährige Bundesanleihen am Markt bringen. Die Portfolien der Versicherungen seien aber gut genug ausbalanciert und aufgestellt um die erforderliche Rendite zu schaffen. Zusätzlich verschaffe die Absenkung des Garantiezinses von 2,25 auf 1,75 Prozent der Branche ab kommendem Jahr Luft.

Von der Schuldenkrise nicht betroffen

Von der aktuellen Schuldenkrise gehe kaum eine Gefahr für die Versicherungen aus, meinen die Fitch-Analysten. Ihr Anleihen-Engagement in den besonders stark betroffenen Ländern der Eurozone – Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien – sei gering. Deshalb könnten sie selbst größere Verluste im Marktwert verkraften. Seit der letzten Krise hätten viele Unternehmen ihre Depots sicherer gemacht und im Zuge dessen auch größere Aktienbestände abgebaut.

Bei den Prämien sehen die Fitch-Experten kein großes Wachstum in nächster Zeit. Der Trend zu Einmalbeiträgen werde sich in diesem Jahr abschwächen, was insgesamt zu sinkenden Beitragseinnahmen führen dürfte. Nur die Rechnungszinsabsenkung könnte zum Jahresende noch einen kleinen Schlussverkauf auslösen. Mittel- bis langfristig ist das Geschäftspotenzial für die Versicherungsgesellschaften laut Fitch aber groß. Wegen der steigenden Lebenserwartung in Deutschland dürfte die Branche in Zukunft stärker als das deutsche Bruttoinlandsprodukt wachsen.  

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