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Fitch-Analyse: PKV muss bis 2010 kämpfen

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Zwar stieg der Nettoneuzugang in der Krankenvollversicherung 2008 auf 69.800 Personen, nach 59.900 neuen Versicherten 2007. „Diese Zahl wurde jedoch durch signifikante Einmaleffekte verzerrt“, so das Analysehaus. Seit Anfang dieses Jahres besteht nämlich eine Bürgerpflicht, sich krankenzuversichern. „Bereinigt um diesen Effekt fiel der Neuzugang auf 48.900“, so Fitch. Erst 2010 soll es mit dem Neugeschäft wieder bergauf gehen Eine Entwicklung, die 2009 auch so bleiben wird, meint Fitch. Erst 2010 erwartet die Agentur wieder einen leichten Anstieg. Denn dann ist die seit 2007 geltende dreijährige Wartefrist vorbei, die gesetzlich Versicherte daran hindert, in die PKV zu wechseln. Erst wenn sie das vierte Jahr in Folge auch über der Einkommensgrenze von 4050 Euro monatlich kommen, dürfen sie übertreten. 2010 dürfte dann die Wartefrist für die ersten Berufseinsteiger auslaufen. Der Bestand an privaten Krankenzusatzpolicen legte 2008 um 942.000 auf 20,95 Policen zu. 2007 konnten noch 1,6 Millionen neue Police unters Volk gebracht werden, zum Großteil Zahnersatz-Policen. „Die generieren aber nur ein sehr geringes Beitragsaufkommen“, so Fitch. Das eigentliche Geschäft wird mit der Krankenvollversicherung gemacht. Auch die Finanzkrise macht Probleme Zusätzlich zum schwächelnden Neugeschäft macht den privaten Krankenversicherungen auch die Finanzkrise Sorgen. Fitch geht davon aus, dass die PKV 2008 im Schnitt eine Nettoverzinsung ihrer Kapitalanlagen von 3,8 Prozent erzielt hat (nach 4,8 Prozent 2007). Um die Deckung der Altersrückstellungen sicherzustellen, müssen sie den sogenannten „aktuariellen Rechnungszins“ von maximal 3,5 Prozent bedienen. Danach beläuft sich das Kapitalanlageergebnis der Krankenversicherer für 2008 auf rund 1,2 Milliarden Euro (2007: 2,3 Milliarden Euro). Noch unabsehbare Folgen hat auch der festverzinsliche Anteil an den Kapitalanlagen der Krankenversicherer. Fitch schätzt, dass rund 80 Prozent der Kapitaltöpfe mit Zinspapieren gefüllt sind. Den Löwenanteil haben dabei von Banken emittierte Papiere mit rund 60 Prozent. „Der überwiegende Anteil dieser festverzinslichen Wertpapiere kann nicht in Sekundärmärkten gehandelt werden“, so das Ratinghaus in seiner Analyse. „Durch die illiquiden Wertpapiere entstehen nicht zu vernachlässigende Ausfallrisiken“, so Fitch weiter. Stabile Banken braucht die PKV Anlagen bei den größten Schuldnern, zu denen deutsche Landesbanken sowie Geschäfts- und Immobilienbanken gehörten, würden oft die 5-Prozent-Marke überschreiten. „Die meisten Banken haben bereits umfangreiche staatliche Hilfen erhalten. Hierdurch wird die Abhängigkeit der PKV von einem funktionierenden, staatlichen Rettungsschirm der Banken deutlich“, so Fitch. Den kompletten Kommentar von Fitch finden Sie hier.

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