Fitch hält still – weiter AAA für USA

//
Diesen Satz sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen: „Die tragenden Säulen für Amerikas außergewöhnliche Kreditwürdigkeit sind intakt. Seine zentrale Rolle im globalen Finanzsystem und die flexible, diversifizierte und wohlhabende Wirtschaft als Einnahmequelle für den Staat“, heißt es in der aktuellen Stellungnahme der Rating-Agentur Fitch.

Kein Wort über die Arbeitslosigkeit von fast 10 Prozent plus Dunkelziffer. Kein Wort über das gleichzeitig schwache Wirtschaftswachstum von zuletzt 1,6 Prozent im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr. Kein Wort über die verfahrene Situation in Washington und die Republikaner, die die ach so wohlhabende Wirtschaft auf gar keinen Fall als Einnahmequelle nutzen wollen.

Stattdessen belässt Fitch das US-Rating bei der Bestnote AAA und weist darauf hin, die Wirtschaft sei eine der produktivsten der Welt. Damit weicht sie vom Konkurrenten Standard & Poor's (S&P) ab, der sein Rating Anfang August auf AA+ gesenkt hatte.

Jetzt wartet Fitch ab, wie sich der Schuldenberg weiter entwickelt, welche Sparvorschläge die Sonderkommission aus Demokraten und Republikanern Ende November präsentiert, und wie sich die Wirtschaft bis Jahresende verhält. Erst wenn es hier Enttäuschungen gibt, werde es den Ausblick auf „negativ“ senken. Das bedeutet eine mehr als 50-Prozent-Wahrscheinlichkeit, dass das AAA in den kommenden zwei Jahren fällt. Immerhin.

Die Gesamtverschuldung der USA werde dieses Jahr 94 Prozent des Bruttoinlandsprodukts eines Jahres erreichen, meint man bei Fitch. In der zweiten Hälfte der Dekade werde sich die Quote bei 105 Prozent stabilisieren. Mehr sei aber auch nicht machbar. Denn dann könne die Regierung nicht mehr bei wirtschaftlichen und finanziellen Krisen handeln.

In diesem Punkt wird es aber schon jetzt mächtig eng.

Mehr zum Thema
AAA-Staaten: Die Stars der Rating-Agenturen Die 18 Staaten der Welt mit 'AAA' Rating US-Rating: Ultimatum aus China