Fitch Ratings in der Whitehall Street, New York (Foto: Fitch Ratings)

Fitch Ratings in der Whitehall Street, New York (Foto: Fitch Ratings)

Fitch: Rating-Spezialist im deutschen Versicherungsmarkt

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Die Historie des Unternehmens ähnelt sehr den Anfängen der beiden wichtigsten Mitstreiter Standard & Poor’s und Moody’s.  John Knowles Fitch gründete am Heiligabend 1913 in New York die Fitch Publishing Company, die Finanzstatistiken für Investoren veröffentlicht. 1924 führte Fitch das Buchstaben-Rating ein. Seitdem bewertet die Gesellschaft die Kreditwürdigkeit von Unternehmen und später auch von anderen Wertpapieremittenten anhand einer Skala von AAA bis D.

Der deutsche Versicherungsmarkt im Fokus

Heute hat Fitch Ratings rund 2.100 Mitarbeiter in 50 Büros weltweit, 30 davon befinden sich in Schwellenländern. Ein Schwerpunkt des Unternehmens liegt auf der Bewertung von Finanzinstituten. Zudem stehen Unternehmen, Versicherer, öffentliche Emittenten, strukturierte Finanzprodukte und Infrastrukturprojekte auf der Bewertungsliste. In Deutschland ist das Unternehmen seit 1999 aktiv und hat sich einen Namen im Rating von Versicherern gemacht.

Fitch Ratings ist Teil der Fitch Group und steuert rund zwei Drittel des Umsatzes der Gruppe bei. Im Geschäftsjahr 2010 lag dieser bei knapp 610 Millionen Euro. Zudem zählt die 2008 gegründete Fitch Solutions zur Familie. Sie bietet unter anderem Research und Analysetools für den Anleihenmarkt. Drittes Mitglied ist seit 2004 der Risikomanager Algorithmics.

Wachstum über Fusion und Zukäufe

Fitch ist erst in den vergangenen beiden Jahrzehnten zum ernstzunehmenden Konkurrenten für Moody’s und S&P geworden.  Ende der 80er Jahre hat die Eigentümerfamilie verkauft, und das neue Management hat sich Wachstum auf die Fahnen geschrieben. Ein entscheidender Schritt  - vor allem in Richtung internationale Präsenz - war 1997 der Zusammenschluss mit der britischen Rating-Agentur IBCA zu Fitch IBCA und später zu Fitch Ratings. Zwei weitere Rating-Agenturen kamen 2000  hinzu.  

Seit der Fusion hat Fitch neben New York einen zweiten Hauptsitz in London und gehört zur IBCA-Mutter Fimalac, dem Beteiligungsunternehmen des französischen Selfmade-Milliardärs Marc Ladreit de Lacharrière. Dieser hat mittlerweile 40 Prozent von Fitch an die Hearst Corporation verkauft.

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