Fixed-Income-Studie von Invesco Zinsstrukturkurve bleibt noch lange flach

Das Cover der Fixed-Income-Studie von Invesco: Die Untersuchung basiert auf Interviews mit 145 Anleiheexperten und Investmentchefs mit einem Anlagevermögen von insgesamt 14,1 Billionen US-Dollar. | © Invesco

Das Cover der Fixed-Income-Studie von Invesco: Die Untersuchung basiert auf Interviews mit 145 Anleiheexperten und Investmentchefs mit einem Anlagevermögen von insgesamt 14,1 Billionen US-Dollar. Foto: Invesco

Anleiheinvestoren gehen derzeit nicht davon aus, dass es zu einer bedeutenden Kurskorrektur an den Zinsmärkten kommt, sondern erwarten eine anhaltend flache Zinsstrukturkurve. So lautet ein Ergebnis der aktuellen globalen Fixed-Income-Studie von Invesco. Die Fondsgesellschaft hinterfragt mit der jährlichen Untersuchung das Anlageverhalten von Anleiheinvestoren.

Der Konjunkturaufschwung dauert inzwischen fast zehn Jahre an und ist damit laut Invesco einer der längsten aller Zeiten. Für viele Investoren wird das als Grund für ein baldiges Ende des aktuellen Zyklus herangezogen. In dem Zusammenhang suchen die Anleger nach möglichen Auslösern eines Abschwungs. 

Die mit einem Anteil von 49 Prozent häufigste Ansicht unter den globalen Anleiheinvestoren ist, dass der Zyklus noch ein bis zwei Jahre andauern wird, der nächste Abschwung also vermutlich zwischen Ende 2019 und Ende 2020 einsetzen wird. Mehr als ein Viertel der Befragten (27 Prozent) rechnet jedoch mit einem früheren Zyklusende innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate.

Gründe für einen Abschwung

Auf die Frage nach den erwarteten Auslösern des Konjunkturabschwung verwiesen die Befragten überwiegend auf das insgesamt hohe Schuldenniveau und vor allem die hohe Staatsverschuldung. Als weitere mögliche Auslöser von Marktverwerfungen wurden eine Krise in den Schwellenmärkten genannt. Dieser Punkt stellt für 15 Prozent der Investoren das größte Risiko dar. Weitere 13 Prozent der Umfrageteilnehmer sehen in einer Schuldenblase in China den Auslöser des nächsten Abschwungs.

Das möglicherweise nahende Ende des Aufschwungs schürt bei den Anlegern Sorgen über potenziell deutliche Kurskorrekturen an den Märkten, wobei sich diese Sorgen etwas stärker auf die Aktien- als auf die Anleihemärkte beziehen. 60 Prozent der befragten Investoren gehen davon aus, dass sich die Kredit-Spreads in den nächsten drei Jahren ausweiten werden, was Kursverluste zur Folge hätte.

45 Prozent rechnen indessen mit einer noch für längere Zeit flachen Zinsstrukturkurve. Ein möglicher Anstieg der Inflation bereitet den Anleiheinvestoren dagegen weniger Sorgen (34 Prozent) und nur jeder vierte Befragte (27 Prozent) rechnet in den nächsten Jahren mit einer invertierten Zinsstrukturkurve.

US-Anleger verlassen gewohntes Terrain

Die in der Studie befragten globalen Anleiheinvestoren interessieren sich laut Invesco vor allem für ein Engagement in China. Ein Drittel (32 Prozent) will das Engagement in der Volksrepublik in den nächsten drei Jahren ausbauen. Das gilt besonders für nordamerikanische Investoren (58 Prozent).

In den Portfolios der US-amerikanischen Investoren seien chinesische Zinsprodukte derzeit noch weniger stark vertreten. Trotz der zunehmenden Handelsspannungen wollen sie ihre Allokationen in China-Anleihen aber auch mit der größten Wahrscheinlichkeit erhöhen. Das ist nach Einschätzung der Studienmacher ein bemerkenswerter Sinneswandel in einer Nation, die vornehmlich in ihre eigenen Anleihemärkte investiert.


Über die Studie:
Die jüngste Global-Fixed-Income-Studie von Invesco basiert auf Interviews mit 145 Anleiheexperten und Investmentchefs in der EMEA-Region, Nordamerika und Asien-Pazifik mit einem Anlagevermögen von insgesamt 14,1 Billionen US-Dollar. Die Feldarbeiten für diese Studie übernahm die Strategieberatung NMG.