Fliegende Falken Das müssen Rentenfonds-Anleger über steigende Zinsen wissen

Fed-Chefin Janet Yellen hat im Dezember 2015 die bereits seit Langem angekündigte Zinswende in den USA eingeleitet. Foto: Getty Images

Fed-Chefin Janet Yellen hat im Dezember 2015 die bereits seit Langem angekündigte Zinswende in den USA eingeleitet. Foto: Getty Images

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Ein kleiner Schritt für die US-Notenbank, ein großer für die Kapitalmärkte. Nahezu zehn Jahre nach der bislang letzten Erhöhung hat die Federal Reserve, kurz Fed, wieder ihre Leitzinsen angehoben. Zwar nur um 0,25 Prozentpunkte, doch damit haben die Währungshüter endlich die seit Jahren in Aussicht gestellte Zinswende eingeleitet.

Für Rentenexperten wie Klaus Stopp von der Baader Bank ein längst überfälliger Schritt: „Dies wird auch durch die Einstimmigkeit des Beschlusses untermauert. Ein erneutes Zögern hätte das Ansehen der US-Notenbank und aller Gremiumsmitglieder geschädigt.“ Die Botschaft der Fed ist klar: Die USA erklären die globale Finanzkrise für beendet. Die Notenbanker hatten die Leitzinsen von Ende 2007 bis Anfang 2009 radikal gesenkt und dann nahe null belassen, um Kreditvergabe und Konjunktur anzukurbeln.

Niedriger Inflation zum Trotz


Frank Engels von Union Investment bestätigt: „Diese Entscheidung ist zugleich ein klares Statement, denn offenbar haben die Währungshüter relativ großes Vertrauen in die Stärke der US-Konjunktur.“ So sei es zu erklären, dass die Zinswende in ein Umfeld extrem niedriger Inflationserwartungen fällt, meint der Leiter des Rentenfonds-Managements.

Zuletzt hatte die Fed ihre Zinssätze bis zum Jahr 2006 angehoben, um ein Überhitzen der Aktienmärkte und eine zu starke Geldentwertung zu verhindern – eine Stabilitätspolitik ganz nach dem Gusto der sogenannten Falken unter den Notenbankern.



Wie wirkt sich dieser Politikwechsel auf Anleihen aus?

Das Analysehaus Morningstar hat mehrere Zeiträume untersucht, in denen die Leitzinsen angestiegen sind. Ergebnis: Je kürzer die Restlaufzeit von Anleihen ist, desto weniger sensibel reagieren diese und desto geringer fällt ihr Kursverlust aus. „Die Vergangenheit zeigt, dass Kurzläufer-Fonds die beste Wahl unter den Laufzeitbändern in einem Zinserhöhungszyklus darstellen“, sagt Morningstar-Analyst Eric Jacobson.

Dagegen können in Phasen mit Zinserhöhungen langjährig laufende Titel stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Morningstar-Fondskategorie Langläufer in US-Dollar sackte im Jahr 1994 um knapp 7 Prozent ab. Dabei handelt es sich aber keineswegs um ein Naturgesetz. Denn bei den jüngsten Zinserhöhungen zwischen März 2004 und Juni 2006 schnitt derselbe Fondstyp mit einem leichten Plus von 0,8 Prozent deutlich besser ab. Allerdings gehörte dieser laut Morningstar zu den schwächsten Performern im Vergleich zu fast allen anderen Fondskategorien.