Der Kölner Vermögensverwalter Flossbach von Storch hat seine Pläne für den Bau einer 103 Meter hohen Unternehmenszentrale am Deutzer Messegelände aufgegeben. Das geht aus Informationen des „Kölner Stadt-Anzeigers“ hervor, die von mehreren mit dem Vorgang vertrauten Quellen bestätigt wurden.
Das Großprojekt an der Deutz-Mülheimer Straße sollte ursprünglich um 2029 fertiggestellt werden und hätte für das Unternehmen eine Investition im dreistelligen Millionenbereich bedeutet. In dem Hochhaus mit viergeschossigem Anbau sollten die derzeit rund 400 Mitarbeiter zusammengeführt werden, die aktuell überwiegend im Köln-Turm im Mediapark arbeiten.
Der Architektenentwurf des Berliner Büros Baumschlager Eberle Architekten lag bereits seit Oktober 2024 vor. Die eigens von Flossbach von Storch gegründete Entwicklungsgesellschaft KDM30 Immobilien GmbH hatte im Mai 2025 die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens beantragt, dem der Stadtentwicklungsausschuss im Juni zustimmte.
Veränderte Rahmenbedingungen als Grund des Stopps
Als Ursachen für den Baustopp werden den Medienberichten zufolge veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen genannt. Zudem kämpfen Büroimmobilien derzeit mit Nachfrageproblemen.
Neben Büroflächen für die eigenen Mitarbeiter waren auch Vermietungen an andere Unternehmen geplant gewesen, wodurch insgesamt rund 1.000 Arbeitsplätze entstehen sollten. Ein zusätzliches sechsgeschossiges Gebäude, ein Parkhaus und eine Tiefgarage ergänzten das Projekt.
Serie gescheiterter Hochhausprojekte in Köln
Flossbach von Storch ist das zweite große Kölner Unternehmen, das binnen weniger Monate Hochhauspläne stoppt. Bereits im Oktober hatte die DEVK-Versicherung angekündigt, den Bau ihres geplanten 144 Meter hohen Büroturms wegen fehlender Nachfrage erneut zu überprüfen. Eine Realisierung dieses Projekts gilt mittlerweile als äußerst unwahrscheinlich.
Das Thema Hochhausbau ist in Köln wegen des Doms traditionell sensibel. Von 2004 bis 2006 stand der Kölner Dom sogar auf der Roten Liste der gefährdeten Welterbestätten der Unesco, als in Deutz neue Hochhäuser entstehen sollten.
