Themen-Experte
Investieren für Einsteiger

Themen-Experte
Investieren für Einsteiger

Theo Waigel (l.), Bundesfinanzminister von 1989 bis 1998, und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: 1990 lag der reale Vermögenszuwachs für Sparbuchsparer bei 6,01 Prozent.  | © Getty Images

Flossbach von Storch

Wie Inflation und Niedrigzins Ersparnisse angreifen

Früher war alles besser. Zumindest aus Sicht der Sparer. Denn seit 2011 erzielen deutsche Sparer nach Abzug der Inflation keine realen positiven Renditen mehr. Am Ende steht ein Wertverlust beim angesparten Vermögen.

Wie dramatisch diese Entwicklung ist, zeigt der „ewige Zinskalender“ mit der Entwicklung des Realzinses im Jahresdurchschnitt, den Sparer laut Bundesbank (siehe Grafik) mit einjährigen Zinskonten nach Abzug der Inflation erzielen konnten.

Das traurige Ergebnis: Auf Jahressicht verloren Sparer seit 2011 regelmäßig Geld – in der Spitze betrug der Vermögensverlust minus 1,94 Prozent im Jahr 2018. Das war nicht immer so. Mehr als 30 Jahre lang war die Realrendite für Sparer positiv: Das heißt, dass sie mit ihrem Ersparten tatsächlich ihr Vermögen erhalten und mehren konnten. 1990 lag der reale Vermögenszuwachs bei 6,01 Prozent. Aus heutiger Sicht scheint dieser Wert nahezu utopisch zu sein.

Die alte Welt mit Zins und Zinseszins gibt es so nicht mehr

Mehr als sechs Prozent realer Zuwachs auf dem Sparbuch – doch seitdem sind nahezu 30 Jahre vergangen, in denen die Zinsen diesen Wert nicht mehr erreichten. Aus Sicht von Sparern bedeuten negative Realzinsen eine Zeitenwende. In der Vergangenheit war der Zinseszinseffekt ein starkes Argument für das Sparbuch. Dass die Deutschen Abschied nehmen müssen von der alten Sparerwelt mit Zins und Zinseszins scheint sich erst ganz langsam in das Bewusstsein der Sparer vorzuarbeiten: Die deutsche Sparquote ist historisch hoch, die Deutschen horten immer noch mehr als zwei Billionen Euro auf weitgehend zinslosen Konten.

Das „achte Weltwunder“ kommt so schnell nicht wieder

Wie wirkmächtig die Idee des Sparens mit Zinseszins ist, zeigt ein Zitat, das Albert Einstein zugesprochen wird: Der soll den Zinseszinseffekt einmal als „achtes Weltwunder“ bezeichnet haben. Doch seit vielen Jahren bleibt dieses Wunder aus. Und genauso bedauernswert ist, dass viele deutsche Anleger immer noch auf die Rückkehr dieses Wunders hoffen – vermutlich vergeblich. Dabei gilt dieser Effekt nicht nur für das Sparbuch, sondern auch an der Börse – für Aktien und Anleihen. Wer seine dort erzielten Erträge immer wieder anlegt, kann damit in der Zukunft weitere Erträge erzielen. Je höher der Ertrag und je länger das Investment, umso wirkungsvoller kann der Effekt sein: Das Vermögen wächst schneller. Allerdings muss der Anleger an der Börse vorübergehende Kursschwankungen aushalten können.

Was hilft? Einmalanlage, Sparplan und natürlich: Anfangen!

Doch welche Möglichkeiten haben Sparer? Sie können einmalig eine in der Regel größere Summe anlegen, sie können aber auch regelmäßig kleinere Beiträge investieren oder beides kombinieren: mit einem Einmalbetrag als Grundstock starten und diesen dann regelmäßig mit kleineren Beiträgen aufstocken.

Es werden keine großen Summen benötigt

Wie der Name Einmalanlage schon sagt, investiert der Anleger einen festen Betrag zu einem bestimmten Zeitpunkt und nimmt dann mit seinem Investment an der Wertentwicklung seiner Anlage teil. So kann der Wert steigen, aber auch unter den ursprünglichen Betrag fallen. Gerade bei der Geldanlage an der Börse spielt der Zeitfaktor eine wichtige Rolle: Je länger der angestrebte Anlagehorizont ist, desto weniger fallen vorübergehende Wertschwankungen ins Gewicht. Wer nicht eine Einmalanlage investieren will, kann auch regelmäßig kleinere Beiträge über einen Sparplan anlegen – das geht ab 25 Euro monatlich. Das erleichtert den Einstieg in die Investmentwelt. Es werden also keine großen Summen zum Start benötigt.

Das könnte Sie auch interessieren:

RECHTLICHER HINWEIS

Diese Veröffentlichung dient unter anderem als Werbemitteilung

Die in dieser Veröffentlichung enthaltenen Informationen und zum Ausdruck gebrachten Meinungen geben die Einschätzungen von Flossbach von Storch zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und können sich jederzeit ohne vorherige Ankündigung ändern. Angaben zu in die Zukunft gerichteten Aussagen spiegeln die Zukunftserwartung von Flossbach von Storch wider, können aber erheblich von den tatsächlichen Entwicklungen und Ergebnissen abweichen. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit kann keine Gewähr übernommen werden. Der Wert jedes Investments kann sinken oder steigen und Sie erhalten möglicherweise nicht den investierten Geldbetrag zurück.

Mit dieser Veröffentlichung wird kein Angebot zum Verkauf, Kauf oder zur Zeichnung von Wertpapieren oder sonstigen Titeln unterbreitet. Die enthaltenen Informationen und Einschätzungen stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar. Sie ersetzen unter anderem keine individuelle Anlageberatung.

Diese Veröffentlichung unterliegt urheber-, marken- und gewerblichen Schutzrechten. Eine Vervielfältigung, Verbreitung, Bereithaltung zum Abruf oder Online-Zugänglichmachung (Übernahme in andere Webseite) der Veröffentlichung ganz oder teilweise, in veränderter oder unveränderter Form ist nur nach vorheriger schriftlicher Zustimmung von Flossbach von Storch zulässig.

Angaben zu historischen Wertentwicklungen sind kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen.

© 2019 Flossbach von Storch. Alle Rechte vorbehalten.

nach oben