Flucht nach vorn Warum und wie man Kryptowährungen regulieren muss

Leonard Zobel, Gründer und Geschäftsführer des auf Kryptowährungen spezialisierten Unternehmens Next Block | © Next Block

Leonard Zobel, Gründer und Geschäftsführer des auf Kryptowährungen spezialisierten Unternehmens Next Block Foto: Next Block

Kryptowährungen werden von vielen Nutzern und Anlegern als Alternative zum Zentralbankgeld gesehen. Es geht deshalb auch nicht darum, die Kryptowährungen und ihre Communities zu regulieren, sondern den Handel damit. Denn hier wirken die in der Frühzeit des Kryptobooms vorgefallenen Skandale abschreckend auf viele Anleger.

Derzeit werden täglich Kryptowährungen im Gegenwert mehrerer Milliarden Euro auf weltweit fast 200 Kryptoplattformen gehandelt. Viele davon sitzen in Ländern, in denen ein rechtlicher Zugriff im Falle von Problemen kaum möglich ist. Anleger, gerade in Deutschland, wünschen sich den Zugang zu Kryptowährungen aber genauso einfach, schnell, sicher und reguliert, wie das bei Aktien der Fall ist. Eine Plattform darf nicht im rechtsfreien Raum agieren, sondern muss sich der Regulierung durch die Aufsichtsbehörden unterwerfen. Und dabei müssen europäische Standards wie sie etwa die Bafin definiert, eingehalten werden. Auf diese Weise entstehen echte Handelsplätze für Experten, aber auch für die vielen Neueinsteiger, die den Markt jeden Tag entdecken.

Klare Regeln nutzen allen Beteiligten

Eine Regulierung ist überfällig und notwendig. Klare Regeln für den Handel mit Kryptowährungen nutzen allen Beteiligten. Durch die Regulierung entsteht Vertrauen und das wird den Markt enorm voranbringen. Neben vielen privaten Anlegern, die mit dem Kauf von Bitcoin & Co. warten, weil ihnen die Rahmenbedingungen noch zu ungewiss sind, käme auch von institutionellen Anlegern ganz neues und großes Volumen in den Markt. Bislang ist es für viele Pensionskassen oder auch Versicherer kaum verantwortlich, virtuelles Geld an unregulierten Märkten zu handeln – selbst wenn damit gute Renditen möglich sind.

In einem ersten Schritt sollten die Handelsplätze überwacht werden. Natürlich kann sich jeder Käufer frei entscheiden und seine Orders auch auf einer Plattform auf den Seychellen oder den Britischen Jungferninseln platzieren. Je exotischer aber der Sitz einer Plattform, desto schwieriger kann ein juristischer Zugriff bei Streitfällen werden. Das gilt sowohl für die eigentliche Marktaufsicht, die etwa Insiderhandel oder andere Marktmanipulation ausschließen soll. Das gilt aber auch bei einer Pleite der Plattform oder der dahinterstehenden Gesellschaft. Dann Ansprüche durchzusetzen, ist enorm schwierig.