Flucht vor der Griechenland-Krise

Union Investment setzt auf europäische Hochzinsanleihen

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„Hochzins ist weiter weg von der Krise als Investmentgrade und daher eine bessere Wette“, sagte Stephan Ertz, Leiter Anleihen bei Union Investment in Frankfurt. Die Gesellschaft verwaltet 250 Milliarden Euro. Ein Zahlungsausfall Griechenlands und ein Ausverkauf bei Staatsanleihen aus der Euro-Peripherie dürfte Anleihen der Bonitätskategorie Investmentgrade treffen, da die Kurse üblicherweise den Staatsanleihen folgen, wie Ertz ausführte. Hingegen seien Junkbonds eher von der breiteren Konjunktur getrieben und in dieser Hinsicht sei Griechenland zu klein, um bedeutende Auswirkungen zu haben.

Mit europäischen Hochzinsanleihen haben Investoren in diesem Jahr einen Ertrag von 1,8 Prozent erzielt, im Vergleich zu einem Verlust von 1,4 Prozent bei erstklassig benoteten Unternehmenspapieren, wie aus Indizes von Bank of America Merrill Lynch hervorgeht. Demnach haben die Junkbonds die Investmentgrade-Anleihen in jedem der letzten drei Monate geschlagen.

Ertz zufolge muss Union Investment aufgrund eines Mangels an Liquidität im Sekundärmarkt auf neue Hochzinsemissionen in Euro warten, um die Positionen erhöhen zu können. Es hat keine derartige Emission mehr gegeben, seit die Douglas AG am 26. Juni mit Papieren im Volumen von 635 Million Euro an den Markt kam.

Die Rendite von Junkbonds europäischer Unternehmen ist am Mittwoch auf 4,72 Prozent gestiegen während Investmentgrade- Renditen auf 1,42 Prozent anzogen, wie die Indizes von Bank of America Merrill Lynch zeigten.

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