Flugzeugfonds im Cross-Check

Quelle: Fotolia

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Ein lauter Knall – und die Euphorie um den Airbus A380 war erst mal etwas verpufft. Die Explosion eines der vier Triebwerke an einem Qantas-Flugzeug im November gab dem Image des Superfliegers einen Knacks. Auch dem Vertrieb von A380-Fonds könnte der Vorfall schaden. Dr.-Peters-Chef Jürgen Salamon ist allerdings zuversichtlich, seinen neuen Fonds störungsfrei zu platzieren, und das liegt nicht nur daran, dass Leasingnehmer Air France nicht wie Qantas die Rolls-Royce-Triebwerke nutzt, sondern die Alternative von Engine Alliance.

„Aufgrund der vertraglichen Vereinbarungen mit den Fluggesellschaften sind die monatlichen Mietraten unabhängig von den Einsatztagen an unsere Fonds zu zahlen“, so Salamon. Anleger müssen also nicht um ihre Ausschüttung bangen, wenn der Flieger am Boden bleibt.

Der DS 137 Flugzeugfonds XII ist nahezu baugleich zu seinen beiden Vorgängerfonds, die ebenfalls in einen Airbus A380 investieren, der an Air France vermietet ist. Insgesamt ist es bereits der siebte A380, den Dr. Peters finanziert. Die Leasingzeit beträgt zehn Jahre, Air France kann um drei Jahre und zweimal um zwei Jahre verlängern.

Die Fluggesellschaft zahlt in Euro, pro Monat sollen es 1,46 Millionen Euro sein, die genaue Rate hängt vom Dollarkurs zum Zeitpunkt der Auslieferung, voraussichtlich im April 2011, ab. Danach bemisst sich auch der Kaufpreis, der sich aus 54,5 Millionen Euro und 133 Millionen US-Dollar zusammensetzt. Wie bei Flugzeugfonds üblich, übernimmt Air France sämtliche Betriebs- und Wartungskosten.

Schuldenfrei nach 13 Jahren

Die Prognoserechnung geht davon aus, dass Air France die erste Option nutzt. „Nach 13 Jahren ist die Maschine entschuldet, und der Fonds hat zudem eine Liquiditätsreserve von 16,1 Millionen Euro aufgebaut“, sagt Jürgen Salamon. Als Remarketingkosten, die eventuell für einen Umbau bei Mieterwechsel anfallen, kalkuliert Dr. Peters 5,7 Millionen Euro. Die weitere Leasingrate liegt bei rund 900.000 Euro im Monat.

Die Prognose endet mit dem Verkauf des Fliegers Ende 2029 für 55,9 Millionen Dollar. Der Wert entspricht einem Gutachten von AVAC, allerdings zur Rückgabe in Half-Life-Condition. Beim Erstleasingvertrag Air France ist die Rückgabe zu voller Leistungsstärke vereinbart (full-life).

„Der Fonds ist stark sicherheitsorientiert“, erklärt Salamon. Dafür sorge neben der konservativen Kalkulation auch der substanzstarke Leasingnehmer. Air France gehört zur Air-France-KLM-Gruppe, die im Geschäftsjahr 2009/10 mehr als 71 Millionen Passagiere beförderte.

Die Flotte besteht aus über 600 Maschinen, von denen etwas mehr als die Hälfte geleast sind, den Rest hat Air France auf eigener Bilanz. Im vergangenen Jahr hat Air France Verluste geschrieben, für das laufende Jahr hat der Vorstand bereits wieder einen Gewinn vorausgesagt.

In anderen Dimensionen investiert HEH. Die voll besetzte Air-France-A380 fasst 516 Passagiere und kann damit mehr als sechs Regionalflugzeuge des Typs Dash 8-Q400 füllen. HEH hat sich auf die kleinen Propellerflieger spezialisiert. Der aktuelle HEH Flybe Liverpool ist seit 2007 der elfte Flugzeugfonds des Emissionshauses – alle investieren in den gleichen Flugzeugtyp, alle sind an Flybe Limited verleast, alle laufen bisher planmäßig.

Dem Fonds liegt ein klassisches Sale-and-Lease-back-Modell zugrunde. HEH hat die 2009 fertiggestellte Maschine von Flybe für 18,345 Millionen US-Dollar gekauft und verleast sie nun an die englische Fluggesellschaft zurück. Der Vertrag läuft über zehn Jahre, im Anschluss kann Flybe zwei Jahre verlängern.