Untersuchung von HQ Trust Folgt nach langer Börsenrally stets der Absturz?

Wenn die Börsenkurse über einen längeren Zeitraum nach oben gingen – muss dann nicht zwangsläufig bald ein Rücksetzer folgen? Dieser populären Einschätzung ist man beim Multi-Family-Office HQ Trust auf den Grund gegangen. Fondsmanager Sven Lehmann hat sich dafür den Chartverlauf des US-Index S&P 500 Total Return angesehen, und zwar beginnend mit dem Jahr 1871. Wie oft legte der Index in dem Zeitraum mindestens sechs Monate in Folge zu? Wie lange dauerte der längste Anstieg? Und – wichtig: Wie ging es danach jeweils weiter? Die entscheidende Frage für Anleger ist dabei stets, ob es sich lohnt, investiert zu bleiben.

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Quelle: Robert Shiller, Refinitiv, HQ Trust

Hier kommen Lehmanns wichtigste Erkenntnisse:

Seit 1871 kam es schon 47 Mal vor, dass der S&P 500 sechs Monate lang ununterbrochen stieg. 14 Mal war nach den sechs Monaten damit auch wieder Schluss. Dagegen ging es in 70 Prozent der Fälle danach sogar noch weiter nach oben. Im Mittel steigt der S&P von einem Monat auf den nächsten allerdings nur in 61 Prozent der Fälle.

Die längste Rally gab es in der Zeit ab Dezember 1994: Damals steuerte der Index 19 Monate in Folge nach oben. Ab März 1958 und ab November 2016 war das immerhin 15 Monate lang der Fall.

Gute Nachricht für Investoren: Im Mittel ging es nach sechs Monaten Kursanstieg anschließend häufiger weiter nach oben, als dass die Erfolgsserie abriss. Nach sechs erfolgreichen Monaten legte der US-Aktienindex im siebten Monat durchschnittlich um weitere 1,28 Prozent zu. Das ist deutlich mehr als der Anstieg im langfristigen Schnitt. Dieser liegt nur ab 0,74 Prozent.  

Überhaupt lassen sich sechs Monate Kursanstieg in Folge eher als gutes als als schlechtes Omen für die nahe Zukunft deuten: Nach weiteren drei Monaten lag der S&P daraufhin im Mittel 4,01 Prozent im Plus – im Gesamtzeitraum waren es nur 2,21 Prozent. Nach einem Jahr betrug das Plus in dem Fall bereits 11,28 Prozent. Ansonsten legte der Index im Mittel 8,79 Prozent über zwölf Monate zu.

Für Anleger bedeutet das: Es ist wahrscheinlicher, dass mehrere gute zurückliegende Börsenmonate auch im weiteren Verlauf für ein überdurchschnittliches Anlageergebnis sorgen. Eine Garantie dafür gibt es selbstredend nicht. Für klassische Langfrist-Anleger ist die Sache ohnehin klar: Besser auf Dauer investiert bleiben, als nach Bullenphasen wieder aussteigen und Gewinne mitnehmen zu wollen. Auf lange Sicht zahlt sich das regelmäßig aus.

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