Ein Abwehr-Star: David Alaba (links), Verteidiger bei FC Bayern München. Die Stars unter den defensiven Multi-Asset-Strategiefonds gibt es im Crashtest. Foto: Getty Images

Ein Abwehr-Star: David Alaba (links), Verteidiger bei FC Bayern München. Die Stars unter den defensiven Multi-Asset-Strategiefonds gibt es im Crashtest. Foto: Getty Images

Fonds-Crashtest

Die 5 besten defensiven Multi-Asset-Strategiefonds

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„Mit einer traditionellen Long-only-Streuung über Asset-Klassen wie Aktien, Renten oder Rohstoffe wird das Risiko nicht mehr ausreichend entlohnt“, fasst Richard Zellmann, Geschäftsführer von First Private, das aktuelle Dilemma an den Kapitalmärkten zusammen. Zusätzliche Alpha-Strategien, die unabhängig von der Zins- und Aktienkursentwicklung Erträge liefern sollen, ergänzen aus diesem Grund den First Private Wealth. Der Multi-Strategy-Fonds ist das stark wachsende Flaggschiff des Frankfurter Asset Managers. Von März bis Ende November hat der Fonds sein Volumen auf rund 730 Millionen Euro verdoppelt. Nicht nur der Absatz stimmt, auch die Strategie ist erfolgreich: Der Fonds ist Sieger im aktuellen Crashtest.

38 defensive Strategiefonds mit Multi-Asset-Ansatz standen auf dem Prüfstand. In dieser noch relativ jungen Fondskategorie nutzen die Manager nicht nur klassische Anlagemöglichkeiten, eine wichtige Rolle spielen meist derivative Instrumente. Ziel ist keine relative Performance zur Benchmark, sondern die Fonds sollen in der Regel absolute Erträge liefern.
Bis zu 13 Prozent Rendite Die erfolgreichsten defensiven Mischfonds



So auch der First Private Wealth. 4 bis 8 Prozent Rendite strebt Fondsmanager Martin Brückner pro Jahr an und gehört damit eher zu den Dynamischen unter den Defensiven. Die Volatilität will er auf 4 bis 5 Prozent begrenzen. Der maximale Verlust soll pro Jahr bei höchstens 5 bis 7 Prozent liegen. In den sieben Jahren seit Auflegung Ende November 2008 hat die institutionelle Tranche jedes Kalenderjahr ein Plus erzielt. Insgesamt ging es ohne allzu große zwischenzeitliche Einbrüche bis Ende November 2015 über 50 Prozent nach oben. Privatanleger können seit August 2011 in den Fonds investieren und verzeichnen seitdem einen Zuwachs von rund 25 Prozent.

Brückner investiert in eine Kombination aus herkömmlichen defensiven Anlagen wie Staatsanleihen und risikoreicheren Investments wie Aktien oder Unternehmensanleihen, die gemessen am Risikobeitrag jeweils rund ein Viertel des Portfolios ausmachen. Die andere Hälfte des Risikos steckt in einer Vielzahl alternativer Konzepte wie marktneutraler Aktienstrategien, Währungs- oder Volatilitätsstrategien.

In den ersten acht Monaten 2015 lieferte dieser Teil rund 90 Prozent der Performance. Dank der Erholungsphase an den Aktienmärkten im Oktober steuerten dann aber auch wieder klassische Aktien einen wichtigen Teil zur Performance bei. Unterstützung bei der Suche nach günstigen Anlagegelegenheiten liefert eine selbst aufgebaute Datenbank, mit deren Hilfe Brückner die Märkte überwacht. So erkennt er ungewöhnliche Entwicklungen, die er dann analysiert. Stuft er sie als vor- übergehend ein, versucht er daraus Profit zu schlagen.


Ganz auf klassische Investments verzichtet der drittplatzierte JPM Systematic Alpha Fund. Der Alternative-Beta-Fonds ist letztlich eine transparente und kostengünstigere Alternative zu einem Dach-Hedgefonds, die zudem täglich handelbar ist. Der Fonds kombiniert eine Reihe unkorrelierter Hedgefonds-Strategien. Diese sind in drei große Bereiche eingeteilt: Global-Macro-Strategien, marktneutrale Aktienstrategie und im dritten Topf sind Merger Abitrage und Convertible Arbitrage zusammengefasst. Die drei Bereiche sind gemessen an ihrem Risiko im Fonds gleichgewichtet. Das führt zum Beispiel dazu, dass die volatilitätsarme Merger Arbitrage tendenziell einen relativ hohen absoluten Portfolioanteil hat.

Ziel des Fondsmanagers Yazann Romahi ist es, seine Geldmarkt-Benchmark, den Ein-Monats ICE Euro-Libor, zu schlagen und die Volatilität auf 5 Prozent zu begrenzen. Diese liegt aktuell sowohl über drei als auch über fünf Jahre bei unter 3 Prozent. Der Fonds ist 2009 gestartet und seit 2011 für private Anleger geöffnet. Seitdem hat er in jedem Kalenderjahr positive Ergebnisse erzielt. Im Schnitt weist er seit Mitte 2009 bis Ende Oktober 2015 eine jährliche Performance von 2,5 Prozent auf. Gerade im August und September, als die Aktienmärkte fielen, zeigte sich deutlich die sehr geringe Korrelation mit traditionellen Asset-Klassen.


Noch etwas defensiver ist der zweitplatzierte Assets Defensive Opportunities UI ausgerichtet. Der bei Universal aufgelegte Fonds soll eine Alternative für Anleger bieten, die mittelfristig Liquidität anlegen wollen. Der Fonds ist das risikoärmste Produkt der Hamburger Vermögensverwaltung Lange Assets & Consulting.

Gründer und Geschäftsführer Thomas Lange will sich auf attraktive verzinsliche Wertpapiere mit kurzer Restlaufzeit, Schuldscheindarlehen, defensive Zertifikatstrukturen und konservative Investmentfonds mit Absolute-Return-Ausrichtung fokussieren. Mit Finanzterminkontrakten kann er zusätzlich Risiken absichern. Investiert ist er vor allem in Anleihen, zurzeit fast ausschließlich in Unternehmens- und Finanzanleihen. Währungen sichert er grundsätzlich vollständig ab. Seine Leistung misst er am Tages-Interbankenzins Eonia plus 150 Basispunkte. Seit Auflage 2011 erzielte er bis Ende Oktober 2015 eine jährliche Performance von 2,1 Prozent – bei einer Volatilität von rund einem Prozent.



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