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Regelmäßig ausbalancieren „Auch ein Fonds-Depot braucht Pflege“

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Jedem Disclaimer ist jedoch zu entnehmen, dass die Wertentwicklung der Vergangenheit keine Aussagekraft für die Zukunft aufweist. Diese Einschränkung entspricht leider der Wahrheit, sonst wäre jeder Börsenerfolg trivial ausrechen- und planbar. Die Depotausrichtung sollte daher eher der Erwartung an künftige Ereignisse und Entwicklungen als der vergangenen Wertentwicklung einzelner Assets entsprechen.

Diversifikation einzelner Assets bestimmt das Ausmaß des Risikomanagements

Grundsätzlich hängt der Aufwand des Risikomanagements und des Überprüfungsbedarfes eines jeden Wertpapiers von dessen Diversifikationseigenschaften ab. Eine extreme Gegenüberstellung ist der Vergleich der Diversifikationsattribute einer Aktie mit denen eines weltweit allokierten Portfolios. Augenscheinlich sind die unsystematischen, also einzelwertspezifischen Risiken der Aktie, welche sich auf die Geschäftsentwicklung eines einzelnen Unternehmens beziehen, deutlich höher als die eines globalen Portfolios, welches beispielsweise mittels eines Fonds dargestellt werden kann.

 

 

 

Wirtschaftlichen Entwicklungen Rechnung tragen

Doch auch die bereits angesprochenen reinen Fonds-Depots bedürfen einer regelmäßigen Pflege und Überprüfung. Insbesondere Investmentfonds, welche lediglich einzelne Länder oder Branchen allokieren, weisen demnach höhere Risiken als globale Portfolios auf. Während die größten Gewinner-Aktien im Jahr 2020 im Zuge des Ausbruchs der Corona-Pandemie noch Digital- und Technologiewerte waren, drehte sich das Bild bereits im Folgejahr. In 2021 kam es zu einer Rotation, wodurch Value-Aktien deutlich bessere Entwicklungen aufwiesen als reine Wachstumswerte. Dieses Beispiel bezieht sich lediglich auf eine einzelne Assetklasse und lässt Wirkungseffekte zwischen verschiedenen Assetklassen unbeachtet.

Während der Zinssteigerungstendenzen der vergangenen Monate, die dem vorherigen Nullzinsniveau ein Ende bereiteten, konnten beispielsweise die gegenseitigen Abhängigkeiten von Aktien- und Rentenmärkten beobachtet werden, welche sich ebenfalls auf Einzelwerte sowie Investmentfonds auswirkten. Derartigen Entwicklungsunterschieden sollte durch Aktivität im Portfoliomanagement Rechnung getragen werden. Andernfalls können sich historische Erfolge schneller wieder erübrigen, als sie zuvor errungen wurden. Selbst ein eher passiv ausgerichteter Anlagestil oder gar eine Fondspolice bedürfen daher einer gewissen Aktivität, um Chancen zu nutzen und nicht ursprünglich ungeahnten Risiken ausgesetzt zu sein.

Über den Autor:

Andreas Schyra ist Vorstandsmitglied der Privte Vermögensverwaltung (PVV) und Dozent an der FOM Hochschule in Essen. Weitere Stationen in seiner Karriere waren bei

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