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Fonds der Woche Cashflow is King – der Liontrust GF European Strategic Equity Fund im Check

Der Liontrust GF European Strategic Equity Fund A4 ACC überzeugt seit vielen Jahren
Der Liontrust GF European Strategic Equity Fund A4 ACC überzeugt seit vielen Jahren | Foto: Adobe Firefly

Seit nun fast 10 Jahren überzeugt ein Management Team aus dem Hause Liontrust die Anleger und Ratinghäuser mit Ihrer Cashflow-Strategie. Überdurchschnittliche Ergebnisse gepaart mit einem eingespielten Managementteam können sich im umkämpften Markt der Long/Short-Equity-Fonds mit Long Bias behaupten. Sehen Sie hier auch unsere aktuelle Top 10 zum Thema. Wir zeigen Ihnen was diesen Ansatz auszeichnet.

Optimiertes Chance-Risiko-Verhältnis 

Ein spannendes Anlagesegment – nicht nur in unsicheren Marktphasen – stellen Long/Short-Equity-Fonds dar! Anleger können mit diesen Konstrukten sowohl an steigenden, als auch an fallenden Kursen partizipieren. Gleichzeitig erhält man in der Regel durch die nur geringe Korrelation zu anderen Anlageklassen eine bessere Diversifikation ins Portfolio und optimiert so das Chance-/Risiko-Verhältnis. Eine Lösung, welche sowohl aktiv und aus Überzeugung auf der Long-Seite und gleichermaßen flexibel auf der Short-Seite agiert, ist der Liontrust GF European Strategic Equity Fund.

Die bankenunabhängige Liontrust-Gruppe (Sitz in London) wurde 1995 gegründet und ist seit 1999 an der Londoner Börse notiert.

Liontrust ist gemäß Broadridge-Umfrage 2023 die sechststärkste Vermögensverwaltungsmarke in Großbritannien und ist als spezialisierte Fondsverwaltungsgesellschaft für rund 32 Milliarden Euro an Anlegergeldern verantwortlich. Diese sind sowohl in Aktien-, Renten-, wie auch Multi Asset-Strategien investiert. Neben klassischen für jeden erhältlichen Fonds bietet man auch entsprechende Spezialfonds an.

Die Company glaubt langfristig an die Vorteile des aktiven Managements und agiert ausschließlich dort, wo man über entsprechendes Know-how verfügt. Aktuell hat man sieben Management-Teams, die in globale Aktien, globale Renten, nachhaltige Anlagen und Multi-Asset- investieren. Die Managementteams sind dabei unabhängig und agieren frei von einer Benchmark.

Vielfach ausgezeichnetes Konzept 

Für ihre Leistungen konnten Liontrust beziehungsweise die einzelnen Managerteams bereits diverse Preise einheimsen. Dies gilt auch für das sogenannte Cashflow-Solution-Team des Hauses, welches neben dem Long/Short-Fonds für weitere Strategien im Bereich europäischer Aktien verantwortlich ist und insgesamt über 1,7 Milliarden Euro verwaltet. Ganz neu in dieser Familie ist der Liontrust GF PAN European Dynamic Fund, der zum 27. Februar 2024 frisch für den europäischen Markt aufgelegt wurde und bereits mehr als 150 Millionen Euro eingesammelt hat.

Das Pendant, welches nur in UK zum Vertrieb zugelassen ist, überzeugt seit dem Start 2007 mit überdurchschnittlichen Ergebnissen. Dort verfolgt man den identischen Cashflow Ansatz, allerdings als Long-Only Variante.

Das Management-Duo James Inglis-Jones und Samantha Gleave arbeitet bereits seit 1998 zusammen und verfügt über viele Jahre an Erfahrung. Inglis-Jones hat den Cashflow-Solution-Prozess 2006 entwickelt; nach etlichen Jahren im praktischen Betrieb wurde dieser Prozess im Jahr 2014 nochmals optimiert und der Fonds entsprechend im April 2014 lanciert. Beide Manager haben ein Citywire-Rating von AAA und der Liontrust GF European Strategic Equity Fund wird seitens Morningstar und Fondsweb mit 5 Sternen bewertet. Auch die ESG-Ratings fallen sehr positiv aus: Bei Morningstar gibt es dafür 5 Globen und MSCI vergibt ein ESG-Rating von AA.

Eine Frage des Cashflows

Ein differenzierter und flexibler Ansatz für paneuropäische Aktien ist die Basis für den Anlageerfolg.
Ziel ist es, eine langfristig positive absolute Rendite zu erzielen, indem man sowohl long als auch short mit dem Schwerpunkt in paneuropäischen Aktien investiert. In der Höhe des Netto-Exposures ist man flexibel (seit Auflage zwischen circa 20 und 80 Prozent), ebenso wie bei der Titelauswahl, sowie der regionalen und sektoralen Allokation.

Das Management ist davon überzeugt, dass der Cashflow die wichtigste Determinante für die Rendite der Aktionäre ist. Man investiert ausschließlich in Unternehmen mit starken Cashflows, die nach Cashflows attraktiv bewertet sind und von Managern geführt werden, die Cashflows intelligent nutzen. Dass sich dieser Cashflow-Fokus auch bezahlt macht, zeigt die Historie:

© Liontrust, selbst erstellt

Investiert man in die Top 20 Prozent Aktien nach Cashflow, ist die Rendite deutlich besser als die Investition in den Gesamtmarkt, und die Flop 20 Prozent Aktien nach Cashflow liegen noch weiter zurück. Somit kommen für eine (Long-) Investition ausschließlich Titel mit starken Cashflows in Frage und entsprechend für eine (Short-) Investition die Titel mit schwachem Cashflow.

Das Management erfolgt ohne jegliche Bindung an einen Index, lediglich rechnerisch vergleicht man sich mit dem MSCI Europe. Typisch für einen L/S-Ansatz ist der Cash-Anteil recht hoch, da Gelder als Sicherheit für die Derivate gehalten werden müssen. Der Anlageprozess der Cashflow-Strategie ist klar definiert:

Der Anlageprozess des Liontrust GF European Strategic Equity Fund
Der Anlageprozess des Liontrust GF European Strategic Equity Fund © Liontrust, selbst erstellt

Im ersten Schritt werden die Titel aus dem MSCI Europe nach ihrer Investierbarkeit hinsichtlich der Liquidität untersucht und so die möglichen Kandidaten definiert. Im nächsten Schritt werden alle Kandidaten sowohl qualitativ (Cashflow im Verhältnis zum Betriebsvermögen) als auch quantitativ (Cashflow im Verhältnis zum Marktwert) sortiert.

Die erste Kennzahl vermittelt dem Management einen guten Eindruck von der Rentabilität des Unternehmens und dem Umfang der getätigten Investitionen, der Verschuldung und der Nachhaltigkeit des Wachstums. Die zweite Kennzahl ordnet die Unternehmen danach ein, wie die Anleger den generierten Cashflow bewerten.

Dabei sind diese Kennzahlen und die Berechnungsmethodik über die Jahre entwickelt worden und enthalten eigene Definitionen von Betriebsvermögen und konjunkturbereinigten Cashflows. Aus den Top-20-Prozent-Titeln, den sogenannten „Cashflow-Champions“, werden dann die Titel für das Long Portfolio bestimmt, während die Titel aus der unteren Hälfte die Ideen für das Short-Portfolio liefern. Die Top-20-Prozent-Titel werden dann noch weiter fundamental untersucht und dann im folgenden Schritt nach sogenannten sekundären Bewertungsfaktoren analysiert, wie zum Beispiel Momentum (starke Dynamik, hohe Margen), Cash-Rendite (stabile Unternehmen mit soliden Bilanzen, Aktienrückkäufe etc.), Wertaaufholung (sich erholende Unternehmen, starkes Management) und Contrarian Value (Titel die längere Zeit außer Acht gelassen wurden, die sich in Restrukturierung befinden etc.). 

Die Gewinner-Aktien dürfen laufen

Vor der finalen Portfoliokonstruktion werden dann die Marktregime-Indikatoren untersucht. Dabei setzt man auf hauseigen definierte Schlüsselindikatoren, die es dem Management ermöglichen, das vorherrschende Marktregime zu bestimmen. Hiernach wird dann das Netto-Exposure festgelegt und entschieden, ob man eher in Value oder Growth etc. investiert. Dies erfolgt dynamisch, so dass man das Portfolio entsprechend stets aktuell hält. Auf der Long-Seite kommen dann zwischen 35 und 55 Titel ins Portfolio (gleichgewichtet 1,8 bis 2,8 Prozent) auf der Short-Seite ist die Diversifikation mit 100 bis 200 Positionen entsprechend größer. Das finale Portfolio wird dann laufend überwacht, um auf Marktänderungen zu reagieren.

Das Aktienscreening erfolgt dabei mindestens monatlich, in der Regel häufiger. Verändern sich die Scores der Titel und ein Unternehmen fällt aus den Top 20 Prozent, wird entsprechend reagiert. Gewinner werden nach dem Motto „run the winners“ laufen gelassen, wobei diese Titel selten über einen 5 Prozent-Anteil am Portfolio steigen. Die mit dieser Strategie erzielten Ergebnisse sind sehenswert:

Quelle Fondsdaten: FWW 2024

Die Ergebnisse liegen deutlich über denen der Vergleichsgruppe und der reinen Aktienanlage. Spannend ist es bei Long/Short zu wissen, wie die Ergebnisse zustande gekommen sind. Im Jahr 2023 lag man auf der Long-Seite im Plus, allerdings wurde dies durch die Verluste auf der Short Seite fast aufgezehrt. Im Jahr zuvor war die Short-Seite für das Ergebnis verantwortlich. 2021 war es das Long-Portfolio, das positiv zum Ergebnis beigetragen hat und im negativen Jahr 2020 war wiederum die Short-Seite für den Kursverlust verantwortlich. Somit wird deutlich, dass man mit dieser Strategie in allen Marktphasen punkten kann, aber nicht zwangsläufig muss.

Diese Strategie liefert Diversifikationsmöglichkeiten 

Gerade im Chart über die letzten 3 Jahre ist deutlich zu erkennen, wie gleich-, aber auch gegenläufig die Ergebnisse zum reinen Aktienmarkt sein können. Auch die historische Korrelation kann überzeugen: So liegt diese zu globalen Aktien bei lediglich +24, gegenüber globalen Anleihen mit -31 Prozent sogar negativ und zu 50/50-Aktien/Rentenportfolios bei nur 8 Prozent, was auf die guten Diversifikationsmöglichkeiten dieser Strategie hinweist. Gerade auch, wenn man dies mit anderen Ansätzen dieser Kategorie vergleicht, die eine deutlich höhere Korrelation wahlweise zu den Aktien oder Renten aufweisen. 

Aktuell (per 31.03.2023) ist das 127,3 Millionen Euro große Portfolio in 129 Titel investiert. Man ist dabei mit rund 117,4 Prozent auf der Long-Seite investiert, und –38 Prozent auf der Short-Seite, so dass man netto bei einer Aktienquote von 79,4 Prozent agiert. Größte Sektoren sind Consumer Discretionary, Financials und IT mit netto 33,8 Prozent, 17,5 Prozent beziehungsweise 13 Prozent. Regional betrachtet ist man in Unternehmen aus der UK mit netto 22,7 Prozent investiert, gefolgt von Titeln aus Spanien mit 11,3 % netto und Aktien aus Frankreich mit einer Nettogewichtung von 11,1 Prozent. Die Top-3-Titel sind Novo Nordisk mit 6,1 Prozent, Intercontinental Hotels Group mit 5,7 Prozent und Inditex mit 5,6 Prozent.

Fazit: Ein spannender und über viele Jahre erprobter Ansatz von einem eingespielten Team kann überzeugen. Egal ob als Long/Short-Variante oder als Long-Only-Variante: das Cashflow Solution Team von Liontrust sollte man im Auge haben. 

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