Systematisch von fundamentalen Trends und antizyklischen Chancen profitieren – so lautet der Slogan des Art Global Macro. Allein der Name gibt einen Hinweis darauf, dass es sich um einen Makro-Ansatz handelt: ein Fonds, dessen Management den Markt von oben betrachtet und das große Ganze im Blick hat. Folgerichtig ist der Fonds auch in der Alternative Kategorie „Strategiefonds Makro global“ eingruppiert.

Der Manager

Für den Fonds verantwortlich ist die unabhängige Thirdyear Capital mit Sitz in München. Gründer, Geschäftsführer und Lead Portfoliomanager ist Martin Roßner, der mehr als 18 Jahre Erfahrung im institutionellen Asset- und Hedgefondsmanagement mitbringt. Er war unter anderen bei der Man Group tätig, einem der weltweit führenden Hedgefonds-Manager.

Als Senior Analyst in London verantwortete er eigenständig Investitionen in Milliardenhöhe, vor allem in Europa und Asien. Roßner hält einen Master-Abschluss in Quantitativer Ökonomie und Finanzen von der Universität St. Gallen. Sein beruflicher Schwerpunkt lag auf Hedgefonds-Research mit Fokus auf systematischem Makro- und quantitativem Trading, Asset Allocation, Hedgefonds-Seeding, Markt-Risikomanagement auch während der globalen Finanzkrise 2008, sowie der quantitativen Analyse verschiedenster Hedgefondsstrategien. Ergänzt wird dies durch Erfahrung im Macro-Overlay-Trading mit ähnlichem Ansatz wie im Art Global Macro Fonds und in der Handelsabwicklung.

Das Unternehmen

Seit 2015 identifiziert Thirdyear Capital in seinem Research Track Record sowohl fundamental getriebene Trends als auch Wendepunkte an den Kapitalmärkten. Das monatliche Global Macro Research von Thirdyear Capital dient als Leitfaden für die globale Asset Allokation des Art Global Macro Fonds. Institutionelle Investoren wie Dachfondsmanager, Family Offices und Pensionsfonds können den unabhängigen Input für ihren Anlageprozess nutzen.

Der Ansatz von Thirdyear Capital zeichnet sich aus durch Unabhängigkeit, ein tiefes Verständnis makroökonomischer Zusammenhänge, intensive Datennutzung sowie rein fundamentaler Analyse ohne Einbezug von rein technischen Indikatoren. Die zyklische Analyse beginnt bei den drei größten Wirtschaftsregionen USA, China und Eurozone, welche die globale Asset Allokation maßgeblich beeinflussen. Insgesamt werden in mehr als 20 Ländern weitere, oft idiosynkratrische Chancen verfolgt. Aus den Zyklusphasen der jeweiligen Länder werden die Chancen und Risiken in den Anlageklassen Aktien, Staatsanleihen, Inflation (inklusive Gold) und Währungen abgeleitet.

Bei der Erforschung hunderter historischer Wirtschaftszyklen findet Thirdyear Capital vier Zyklen, welche sich signifikant auf die Anlageklassen auswirken. Neben dem prominenten Konjunkturzyklus werden daher auch Schulden-, Zahlungsbilanz- und Währungszyklus systematisch in die Analyse einbezogen. Kontinuierliche Echtzeit-Indikatoren werden als Ursache-Wirkungs-Ketten erkannt, wodurch die Zyklusphasen identifiziert werden.

Die Indikatoren beinhalten insbesondere „Nowcasting“ von Wachstum, Inflation und Zahlungsbilanz, aber auch Marktinformationen zum Beispiel im Bereich der Kredit- und Häusermärkte. „Nowcasting“ ist eine bei Zentralbanken beliebte Methodik, um niedriger frequentierte Wirtschaftsdaten mit Hilfe von höher frequentierten Daten in der nahen Zukunft vorherzusagen.

Die Idee

Martin Roßner bemerkte während der Zeit bei Man Investments, dass erhöhte Rechenkapazität und Zugang zu größeren Datenmengen „quantamentales“ Investieren ermöglichen. Bei Man Investments fand quantitatives (AHL) und fundamentales (GLG) Investieren zu der Zeit noch in getrennten Abteilungen statt. Die Vorgeschichte des Fonds reicht bis 2015 zurück. Nach mehrjähriger Strategieentwicklung und Marktforschung konnte ein innovatives Fondskonzept mit Nischenpotenzial entwickelt werden.

Der Fondsstart erfolgte im August 2020 in Zusammenarbeit mit einem institutionellen Seed-Investor und etablierten Fondspartnern, wodurch das Konzept in institutioneller Qualität umgesetzt wurde. Seit der Auflage mit 20 Millionen Euro ist das Fondsvolumen auf aktuell rund 122 Millionen Euro angewachsen. Da die Ergebnisse überzeugen konnten, wurde er bereits mehrfach von renommierten Hedgefondsagenturen ausgezeichnet, und dies auch in aktienschwachen Phasen.

Die Philosophie

Als Anlageziel dieser benchmarkfreien Global-Macro-Strategie werden 7 bis 9 Prozent Rendite über dem risikofreien Zins pro Jahr bei einer Volatilität von 10 bis 15 Prozent, unabhängig vom Marktumfeld, formuliert. Dabei weist der Fonds eine niedrige Korrelation zu traditionellen Anlageklassen und vergleichbaren Fonds auf. Die Kassehaltung ist bewusst aktiv und gehört zur Anlagestrategie. Auch der Einsatz von Derivaten ist vorgesehen, hierbei setzt man primär Futures ein. Die durchschnittliche Haltedauer eines Portfolios liegt zwischen drei und sechs Monaten.

„Das Fondsportfolio profitiert insbesondere von volatilen Marktphasen, makroökonomischen Divergenzen sowie sich verändernden geld- und fiskalpolitischen Rahmenbedingungen“, erklärt Fondsmanager Roßner. Ein Wettbewerbsvorteil sei die niedrige Korrelation zu traditionellen Anlageklassen und vergleichbaren Fonds, wodurch der Fonds einen stabilisierenden Diversifikationseffekt innerhalb eines Gesamtportfolios biete. 

Das Anlageuniversum

Untersucht werden mehr als 20 Länder und vier Anlageklassen (Aktien, Anleihen, Inflationsmärkte und Währungen). Investiert wird in Aktien, ETFs, Staatsanleihen, Cash (auch in Fremdwährungen), Xetra Gold und Futures. Als Renditequellen dienen zu zwei Drittel die taktische Allokation und zu einem Drittel das effiziente Abschöpfen von Risikoprämien.

Der Prozess

Der Fonds verfolgt einen systematischen quantamentalen Ansatz, der Elemente von Top-down- und Bottom-up-Analysen kombiniert. Makroökonomische Zyklen werden län-derspezifisch analysiert (Top-down), während die Auswahl einzelner Instrumente auf Liquidität, verfügbarem Risikobudget und starken (Bewertungs-)Signalen basiert (Bottom-up). Die Erstellung von Aktien-Baskets, welche mit Makro-Trends korrelieren, wird ebenfalls durch Bottom-up-Analyse ergänzt.

Das Management nutzt umfangreiche wirtschaftliche und finanzielle Zeitreihen von über 20 Volkswirtschaften, die mehr als 80 Prozent des globalen BIP abdecken. Wichtige Datenanbieter sind Refinitiv Datastream, Macrohistory Lab und Fred. Darüber hinaus werden Marktinformationen wie Zinsstrukturkurven, Inflationspreise und Aktienmarktperformance in Echtzeit integriert. Die wichtigsten Kriterien bei der Titelauswahl sind:

  • Starkes Handelssignal aus dem systematischen Zyklus- und Scoring-Modell
  • Hohe Korrelation mit aktuellen makroökonomischen Trends
  • Qualität und Bewertung
  • Verfügbares Risikobudget
  • Handelbare Liquidität

Diese Kriterien gewährleisten, dass das Portfolio sowohl wachstums- als auch defensiv-orientierte Investments umfasst. Der Ansatz des Fonds lässt sich am besten als quantitativ-systematisch mit einem quantamentalen Fokus beschreiben, wobei quantitative Modelle eng mit fundamentalen Analysen verknüpft sind, um zyklische und makroökonomische Zusammenhänge zu berücksichtigen. Die Entscheidungsfindung erfolgt überwiegend durch das proprietäre, researchbasierte Modell. Diskretionäre Eingriffe werden nur in Ausnahmefällen im Rahmen des Risikomanagements genutzt, um die systematische Umsetzung zu unterstützen.

Das Portfolio wird kontinuierlich in Echtzeit überwacht, wobei die Zyklusindikatoren laufend aktualisiert werden. Entscheidungen über Anpassungen erfolgen typischerweise mit einem Investmenthorizont von sechs bis zwölf Monaten. Die Zielallokationen werden systematisch mit vollständig integriertem Risikomanagement berechnet, einschließlich Value-at-Risk (VaR), Positions- und Ländergrenzen sowie Stresstests. Währungspositionen werden aktiv gesteuert und wenn nötig gezielt abgesichert.

Ein Titel wird verkauft, wenn das Handelssignal nachlässt, die Risikobudgets angepasst werden müssen oder die Liquidität für die Position nicht mehr gegeben ist. Es gibt keine starren Kursziele, die den Verkauf diktieren; die Entscheidungen sind signal- und risikobasiert. Neue Positionen werden systematisch basierend auf dem Risikobudget, der Liquidität und der Signalstärke aufgebaut, normalerweise also nicht „All-in“. Dies ermöglicht eine kontrollierte und effiziente Umsetzung.

Die Performance

Im Vergleich mit dem Durchschnitt der Peergroup „Strategiefonds Multi-Asset Strategie Makro dynamisch Welt“ hat sich der Fonds wirklich gut geschlagen und einen deutlichen Mehrwert generiert. Da die Vergleichsgruppe nicht wirklich homogen ist, hinkt der Vergleich mit dem Durchschnitt etwas, zeigt aber, dass der Fonds sich – wenn auch unter Inkaufnahme höherer Schwankungen – sehr gut behaupten kann.

Hinweis zur Tranche: Bei der hier vorgestellten Tranche handelt es sich um eine Tranche für institutionelle Investoren. Es gibt aktuell aber keine Mindestanlagesumme, sodass jeder diese Tranche über die gängigen Plattformen kaufen kann. Eine spezielle R-, also Retail-Tranche ist aktuell in Auflage und wird in den nächsten ein bis zwei Monaten erhältlich sein.

Weitere Informationen
Quelle Fondsdaten: FWW 2026
  • Sektor: Strategiefonds Multi-Asset-Strategie Makro dynamisch Welt
  • Auflegung: 14.08.2020
  • Fondsgesellschaft: Universal Investment
  • ISIN: DE000A2P0U66
  • Performance YTD: -3,53%
  • Performance 1 Jahr: 18,05%
  • Performance 3 Jahre: 37,06%
  • Sharpe Ratio 3 Jahre: 0,70
  • Tracking Error 3 Jahre: 14,36
  • Volatilität 3 Jahre: 14,49%