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in Stolls FondseckeLesedauer: 9 Minuten

Stolls Fonds der Woche Mit diesen Fonds und ETFs gezielt auf Aktienrückkäufer setzen

Tankstelle von Exxon-Mobil in Nebraska
Tankstelle von Exxon-Mobil in Nebraska: Der fossile Riese will eigene Aktien im Wert von 30 Milliarden US-Dollar zurückkaufen, soviel wie kein anderer Konzern im S&P 500 Index. | Foto: Imago Images / Zuma Wire

Wohin mit dem ganzen Cash? Die Gewinne vieler Unternehmen steigen und steigen! Gleichzeitig schütten sie weltweit so viele Dividenden aus wie nie zuvor. Weil viele Konzerne im Geld schwimmen, kommen auch milliardenschwere Rückkaufprogramme eigener Aktien immer mehr in Mode. Dabei handelt es sich um sogenannte Buybacks. Vor allem Ölgesellschaften haben damit zuletzt auf sich aufmerksam gemacht. Die hohen Energiepreise ermöglichen es den Konzernen ihre eigenen Aktien in großem Stil zurückzukaufen. So kündigte beispielsweise der Ölriese Exxon Buybacks im Volumen von 30 Milliarden US-Dollar an, Konkurrent Chevron nimmt 15 Milliarden US-Dollar in die Hand. Auch BP, Shell und Total kaufen Aktien zurück. Allein im zweiten Quartal stiegen die Gewinne der fünf Ölmultis aufgrund der hohen Ölpreise um gigantische 60 Milliarden US-Dollar.

Die Analysten von Goldman Sachs rechnen in diesem Jahr allein in den USA damit, dass die im S&P 500 gelisteten Unternehmen Aktien im Wert von insgesamt rund 1.000 Milliarden US-Dollar zurückkaufen werden. Mindestens bis Jahresende dürfte laut Bloomberg die „Buyback-Bonanza“ anhalten. Denn ab dem nächsten Jahr sollen derartige Geschäfte in den USA besteuert werden, so sieht es zumindest das am letzten Wochenende verabschiedete Klima- und Sozialpaket des US-Senats vor.

Clevere Kurspflege

Aus Sicht der Unternehmen sind die Rückkäufe derzeit ein ohnehin gutes Geschäft. Aufgrund der zuletzt gesunkenen Kurse können sie eigene Aktien derzeit günstig erwerben. Der Rückkauf der Papiere führt dazu, dass die Anzahl der am Markt erhältlichen Anteilsscheine sinkt. Für die Anleger sind das gute Nachrichten, weil das geringere Angebot und die höhere Nachfrage die Kurse in die Höhe treiben. An der Wall Street gelten deshalb die zahlreichen milliardenschweren Rückkaufprogramme als ein wichtiger Faktor der Kursrally der vergangenen Jahre.

 

Wirtschaftswissenschafter Theo Vermaalen rät dazu, Buyback-Investments in der Asset Allokation zu berücksichtigen, „weil sie auf gesundem Menschenverstand beruhen und nicht auf komplizierten mathematischen Modellen. In der Tat haben Insider manchmal bessere Informationen als der Markt, und das nutzen sie aus, indem sie Aktien billig zurückkaufen. Der Grund, warum diese Strategie funktioniert, ist, dass man sich gegen Analysten, deren negative Meinungen für die Unterbewertung verantwortlich ist, wendet.“

Selbst steuerlich können Anleger profitieren. Schütten die Unternehmen Dividenden aus, werden beim Aktionär nach der Ausschöpfung der Freibeträge sofort 25 Prozent Abgeltungssteuer fällig. Erzielt der Anleger aber durch den Rückkauf Kursgewinne, kann er die darauf fällig werdende Steuerzahlung durch die Verschiebung des Verkaufszeitpunktes auf einen günstigeren Zeitpunkt verlagern.

Aber es gibt auch Kritik an den Rückkäufen. Der kanadische Ökonom William Lazonick nannte sie im Harvard Business Review einst sinngemäß verlorene Gewinne. Anstatt mit dem vorhandenen Kapital Investitionen in die Zukunft des Unternehmens zu tätigen, flöße Geld aus den Unternehmen ab. Nebenbei hätten sie auch Wohlstand schaffen können. Ähnlich sehen es wohl auch die US-Demokraten bei ihrer geplanten Steuer. Sie soll Anreiz schaffen, Gewinne zu investieren, anstatt Aktionäre selig zu machen.

Buyback schlägt Dividende und Index

Wer den kurstreibenden Effekt von Unternehmen, die regelmäßig eigene Aktien zurückkaufen, für sich nutzen will, kann mit speziellen ETFs oder aktiv gemanagten Fonds gleich paketweise auf die Vorteile solcher Konzerne setzen. Der Rückblick auf die Vergangenheit lässt keinen Zweifel daran, dass Aktien von Firmen, die eigene Aktien zurückkaufen besser laufen als Dividendenwerte. Verglichen mit dem S&P 500 Dividend Aristocrats-Index haben sich die Kurse der Aktienrückkäufer, gemessen am S&P 500 Buyback-Index in den letzten 10 Jahren um jährlich 2 Prozent besser entwickelt. Rückrechnungen des Buyback-Index zeigen, dass er den marktbreiten S&P 500 Index in den letzten zwanzig Jahren insgesamt siebzehnmal übertroffen hat.

S&P 500 Buyback Index versus S&P 500 Index
S&P 500 Buyback Index versus S&P 500 Index: In den vergangenen 10 Jahren schlugen US-Aktienrückkäufer den breiten Markt. © Standard & Poors
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