Aktienanlagen sind selten etwas für kurzfristige Anleger. Insbesondere in turbulenten Phasen wie aktuell bieten sich solide Vertreter an, die langfristig das Geld der Anleger mehren. Eine solche Strategie verfolgt Ole Nielsen mit seinem Nielsen Global Value.

Der Fondsmanager ist in der Branche kein Unbekannter. Er managte zuvor sehr erfolgreich einen europäischen Value-Aktienfonds bei Nordea und auch für den Sparinvest Global Value war er verantwortlich, bis er dann schließlich im Jahr 2002 Nielsen Capital Management gründete. Man kann Nielsen als Deep-Value-Verfechter bezeichnen, also genau der Stil, mit dem man lange Zeit in Anbetracht der Growth-Euphorie nicht unbedingt glänzen konnte.

Die Philosophie

Das Ziel lautet, durch den Kauf von Aktien finanzstarker Unternehmen einen langfristigen Vermögenszuwachs zu erzielen. Dabei legt Nielsen großen Wert auf die sogenannte „Margin of Safety“, also die Sicherheitsmarge (mindestens 40 Prozent). Das bedeutet, dass der Kaufpreis für ein Unternehmen deutlich unter dem geschätzten Geschäftswert des Unternehmens liegen muss, damit es im Fonds allokiert wird (gemäß den Investmentprinzipien von Benjamin Graham). Dadurch sollen dauerhafter Kapitalverlust vermieden und potenzielle Gewinne erhöht werden.

 

Da aber niemand weiß, wann der Aktienkurs den fairen Wert eines Unternehmens widerspiegelt, brauchen Anleger bei diesem Ansatz vor allem Geduld und einen langfristigen Anlagehorizont. Dass Nielsen dies rigoros umsetzt, hat er in der Vergangenheit immer wieder unter Beweis gestellt. Im Jahr 2016 beispielsweise gab es gemäß seinen Anforderungen an ein Zielinvestment kaum Kaufmöglichkeiten, sodass sich die Kassequote zwischenzeitlich in Richtung 50 Prozent bewegte.

Das Investmentkonzept

Das Konzept beruht auf drei Säulen (siehe Grafik). Erst wenn ein Unternehmen in allen drei aufgeführten Bereichen den Manager überzeugt und eine hohe Sicherheitsmarge aufweist, wird in das Qualitätsunternehmen investiert. Als „Qualitätsunternehmen“ bezeichnet Nielsen Firmen, bei denen die Kapitalrenditen über einen langen Zeitraum höher sind als ihre Kapitalkosten und die einen beträchtlichen Mehrwert für ihre Aktionäre erzielen können. 

Sehr gern gesehen sind die sogenannten „Compounder“. Das sind Unternehmen, die über einen langen Zeitraum stetig den Wert für ihre Aktionäre vermehren. Sie zeichnen sich aus durch eine konstant hohe Rendite auf das investierte Kapital und die Fähigkeit, den erwirtschafteten Gewinn und Cashflow klug ins Wachstum des eigenen Geschäfts zu investieren.

  • Sektor: Aktienfonds All Cap Welt
  • Auflegung: 04.12.2008
  • Fondsgesellschaft: Hansainvest
  • ISIN: LU0394131592
  • Performance YTD: -12,40%
  • Performance 1 Jahr: 2,95%
  • Performance 3 Jahre: 22,33%
  • Performance 5 Jahre: 98,44%
  • Performance 10 Jahre: 96,39%
  • Sharpe Ratio 5 Jahre: 1,11
  • Volatilität 5 Jahre: 15,31%
  • Volumen in Mio. EUR: 57

 

Das Portfolio

Das rund 60 Millionen Euro schwere Portfolio ist hochkonzentriert und mit 96 Prozent nahezu voll investiert. Regional betrachtet entfallen rund 51 Prozent auf Titel aus den USA, 17 Prozent auf Titel aus Dänemark und 9 Prozent auf Titel aus Kanada. Branchenseitig ist Nielsen zu 30 Prozent in Titel aus dem Bereich Finanzen investiert, 27 Prozent des Fondsvolumens entfallen auf Aktien aus dem Gebrauchsgüter Sektor und 11 Prozent auf Titel aus dem Technologiesektor.

Größte Position ist die Vorzugsaktie der halbstaatlichen US-Hypothekenbank Fannie Mae mit 9,30 Prozent Gewichtung, gefolgt von Aktien der dänischen Danske Bank mit 8,90 Prozent und Aktien des chinesischen Internetkonzerns JD.Com mit 6,64 Prozent. 

Fazit

Die Stiltreue von Ole Nielsen macht sich auf lange Sicht bezahlt. Anleger müssen eben nur genügend Geduld aufbringen und temporäre Durstrecken in Kauf nehmen. Wer einen stringent umgesetzten Value-Ansatz sucht, wird hier fündig.