Wer als Investor nach einem Sektor Ausschau hält, der sich über die kommenden Jahre aller Voraussicht nach aus unterschiedlichen Gründen eines kräftigen Rückenwinds erfreuen wird, landet unweigerlich auch bei dem Thema Rohstoffe.

Im vergangenen Jahr bestimmten insbesondere zwei Rohstoffe beziehungsweise Edelmetalle die Schlagzeilen. Sowohl Gold als auch Silber legten deutlich an Wert zu, und die zugrundeliegenden Minenaktien aus beiden Bereichen erreichten teilweise dreistellige Kurszuwächse. Aber auch die Preise für Platin und Palladium zogen stark an.

Was viele Anleger abschreckt: Höhere Volatilitäten zwischen 15 und 30 Prozent sind in dieser Fonds-Kategorie schon fast Normalität.

Hohe Volatilität: Es geht auch anders

Eine Ausnahme, die besonders hervorsticht, ist der Optinova Metals and Materials (ISIN: DE000A1J3K94). Um es schon einmal vorweg zu nehmen: Das Rendite-Risiko-Profil des Fonds über drei, fünf und zehn Jahre ist mehr als überzeugend (siehe Grafik unten) und somit keine Eintagsfliege. Doch wie schafft man es, in einem Sektor, der von höheren Schwankungen geprägt ist, die Volatilität derart niedrig zu halten?

 Bildquelle: Greiff Research Institut

Der regelbasierte Ansatz

Der Rohstoffmarkt bietet viele verschiedene Facetten. Im Fall des Optinova Metals and Materials liegt der Investitions-Fokus auf den Industrie- und Edelmetallen sowie Grundstoffen. Bei den Edelmetallen sind dies vor allem Gold, Silber, Palladium und Platin. Bei den Industriemetallen sind es beispielsweise Aluminium, Kupfer oder auch Zink. Und unter den Grundstoffen sind unter anderem chemische Erzeugnisse, Baustoffe, Holz oder auch Papier zu finden.

Der Fonds verzichtet auf Investitionen in fossile Energie, Agrarprodukte sowie Viehwirtschaft. Investitionen in Lebensmittel werden ausgeschlossen. Hintergrund: Während Industrie- und Edelmetalle gemeinhin als krisensicher sowie als teilweise konjunkturunabhängig und oftmals antizyklisches Investment gelten, werden die Preise der anderen genannten Segmente häufig durch Spekulationen getrieben, was eine erhöhte Volatilität zur Folge haben kann.

Die Anlagevehikel

Genutzt werden Rohstoff-/Edelmetallaktien und sogenannte ETCs, also Exchange Traded Commodities (direkt, keine Investition in Futures).

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Der Investmentprozess

Die Auswahl der Aktien erfolgt nach dem sogenannten „QVM-Ansatz“ (Quality, Value, Momentum). Nach den folgenden Kriterien werden die Titel aus dem Anlageuniversum (rund 9.000 Titel) im ersten Schritt selektiert: Die Eigenkapitalquote muss über 30 Prozent liegen, das Unternehmen muss eine Dividende bezahlen, es gilt eine Mindestmarktkapitalisierung in Höhe von 100 Millionen US-Dollar.

Was die Bewertung anbelangt, müssen die Verhältnisse Kurs/Cashflow, Kurs/Gewinn und Kurs/Umsatz attraktiv sein. Sind all diese Anforderungen erfüllt, und das Momentum, das die Gewichtung der Aktien bestimmt, gibt es ebenfalls grünes Licht. Die maximale Gewichtung eines Titels liegt bei 1,2 Prozent, mindestens jedoch bei 0,6 Prozent.

Rohstoffaktien (40 Positionen) machen mindestens 30 Prozent, maximal 60 Prozent (je Land maximal 20 Prozent) des Portfolios aus. Optinova teilt die 40 Aktien auf vier Aktientöpfe nach Marktkapitalisierung auf: Small-Caps, Mid-Caps, Large-Caps sowie Extra Large-Caps. In jeden Topf kommen die Top 10 gemäß dem QVM-Filter.

Nun von den Aktien zu den ETCs: Edelmetalle sind zu mindestens 15 Prozent beziehungsweise maximal 30 Prozent im Fonds vertreten (Gold mindestens 5 Prozent und maximal 10 Prozent, Silber/Palladium/Platin jeweils mindestens 3,33 Prozent, maximal 6,67 Prozent). Industriemetalle werden mindestens zu 5 Prozent beziehungsweise maximal 10 Prozent des Fondsvolumens allokiert (Aluminium, Kupfer, Nickel, Zink und Zinn jeweils mindestens 1 Prozent und maximal 2 Prozent). Die Gewichtung der ETCs wird nach dem Momentum-Ansatz bestimmt.

Eng gesetzte Bandbreiten

Im Gegensatz zu Mitbewerbern sieht der regelbasierte Ansatz des Optinova Metals and Materials die zuvor genannten engen Exposure-Grenzen je Assetklasse/ Rohstoffe vor, und das hat nachvollziehbare Gründe. Mit den Bandbreiten will man Übertreibungen vermeiden. Sie sollen eine gewisse Balance zwischen dem Aktienanteil und dem ETC-Anteil im Portfolio gewährleistet werden.

Der vergleichsweise etwas höhere mögliche Anteil an Gold ist der Tatsache geschuldet, dass das Edelmetall als die ultimative Währung gilt, während Silber, Palladium und Platin zwar auch Edelmetallcharakter haben, andererseits aber auch im Industriebereich gefragt sind. Daher gelten bei den Letztgenannten kleinere Mindest- beziehungsweise Maximalgrößen. Das Portfolio wird laufend überwacht, und vierteljährlich (jeweils Ende Februar, Mai, August und November) ist ein Rebalancing vorgesehen.

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Zahlen & Fakten

Im vergangenen Jahr konnte der Fonds um rund 50 Prozent zulegen, über drei Jahre steht ein Plus in Höhe von +67 Prozent, über fünf Jahre +93 Prozent und über zehn Jahre +163 Prozent bei einer niedrigen Volatilität von 10,45 Prozent (drei Jahre), 11 Prozent (fünf Jahre) sowie 10 Prozent (zehn Jahre).

Wie zu Beginn des Beitrags erwähnt, ist das Rendite-Risiko-Profil des Fonds außergewöhnlich attraktiv, was ihn schlussendlich zu einem Basisinvestment für Rohstoffe macht. Die Investitionsquote wurde im letzten Rebalancing, das Ende November 2025 stattfand, auf rund 90 Prozent erhöht und liegt damit über der durchschnittlichen Investitionsquote von circa 75 Prozent.

Die Segmente, die für das Top-Ergebnis 2025 hauptverantwortlich waren: Die allokierten Edelmetalle haben in der Breite sehr gut performt. Bei den Industriemetallen legte lediglich Kupfer stärker zu, während die anderen im Vergleich nicht so gut abschnitten. Im Aktienbereich konnten zum Teil ebenfalls stärkere Kurszuwächse erzielt werden.

Günstig oder teuer?

Nach stärkeren Kursanstiegen stellt man sich unweigerlich immer wieder die Frage, ob und wie viel Potenzial in diesem Sektor überhaupt noch vorhanden ist oder ob der Markt mittlerweile schon zu teuer ist. Die zweite Frage lässt sich anhand des Schaubilds schnell beantworten. Denn historisch betrachtet (gegenüber dem MSCI-World-Index), sind Rohstoffe nach wie vor günstig bewertet.

Aber eine günstige Bewertung alleine sagt noch nichts darüber aus, ob Rohstoffpreise und die Kurse von Rohstoffaktien steigen werden.

Bildquelle: Greiff Research Institut

Nachfrage nach Industriemetallen steigt

Neben den Bewertungen sprechen auch vorhandene langfristige Trends für eine anhaltend hohe Nachfrage. Industriemetalle sind zyklischer Natur, das heißt, die Preise steigen dann, wenn die Nachfrage danach steigt und diese dann auf ein begrenztes Angebot trifft. Und genau dies wird aller Voraussicht nach der Fall sein: Für den Bau von Solar- und Windkraftanlagen beispielsweise wird eine große Menge an Rohstoffen benötigt (zum Beispiel Silber, Kupfer, Stahl, Beton); gleiches gilt beim Thema Elektrifizierung (zum Beispiel Kupfer, Aluminium).

Auch das Thema KI spielt eine Rolle, da durch den Bau erforderlicher Datenzentren die Kupfernachfrage weiter befeuert wird. Dieser enormen Nachfrage steht also ein begrenztes Angebot gegenüber, was schon fast zwangsläufig steigende Preise für ausgewählte Rohstoffen nach sich ziehen wird.

Glänzende Aussichten für Edelmetalle

Welche Argumente sprechen für Edelmetalle? Dies erläutert uns der verantwortliche Fondsmanager Armin Sabeur: „Edelmetalle profitieren derzeit von einer außergewöhnlich starken Gemengelage aus strukturellen, monetären und geopolitischen Faktoren. Neben der anhaltend hohen geopolitischen Unsicherheit und einem Umfeld dauerhaft niedriger beziehungsweise negativer Realzinsen ist ein Aspekt besonders hervorzuheben: Westliche institutionelle Investoren sind nach wie vor nicht übermäßig in Edelmetallen investiert. Die Allokationen liegen historisch betrachtet eher am unteren Ende der Bandbreite, was weiterhin erhebliches Aufholpotenzial impliziert, sollte es zu einer strategischen Neugewichtung kommen.“

Hinzu komme, dass Gold mittlerweile regulatorisch eine deutlich stärkere Rolle habe. Seit der Umsetzung von Basel III werde physisches Gold von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich als Tier-1-Asset anerkannt und mit einem Risikogewicht von 0 Prozent versehen. „Damit ist Gold faktisch auf eine Stufe mit Staatsanleihen höchster Bonität gestellt worden. Diese regulatorische Aufwertung stärkt Gold nachhaltig als strategisches Reserve- und Absicherungsinstrument im institutionellen Portfolio.“ Zudem agierten Notenbanken – insbesondere in den Schwellenländern – weiterhin als Nettokäufer von Gold, was die Nachfrage auf (nichtwestlicher) institutioneller Ebene stabilisiere.

Gleichzeitig bleibt das Angebotswachstum begrenzt, da neue Minenprojekte angesichts steigender Kosten, sinkender Erzgehalte und regulatorischer Hürden nur verzögert umgesetzt würden. „In Summe sehen wir daher ein strukturell sehr unterstützendes Umfeld für weiter steigende Edelmetallpreise“, fasst Sabeur zusammen.

  • Sektor: Rohstofffonds gemischt Welt
  • Auflegung: 04.10.2012
  • Fondsgesellschaft: Optinova Investmentaktiengesellschaft mit TGV
  • ISIN: DE000A1J3K94
  • Performance YTD: 10,48%
  • Performance 1 Jahr: 51,94%
  • Performance 3 Jahre: 71,35%
  • Performance 5 Jahre: 87,45%
  • Performance 10 Jahre: 157,52%
  • Sharpe Ratio 5 Jahre: 1,10
  • Tracking Error 5 Jahre: 11,39
  • Volatilität 5 Jahre: 11,76%