Hochzinsanleihen im Fokus
Für Investoren im Euroraum bedeutet dieses Szenario, dass sich die Rentenmärkte auf absehbare Zeit auf ein dauerhaft höheres Niveau einstellen müssen. In diesem von der EZB getriebenen Umfeld rücken europäische High-Yield-Fonds verstärkt in den Fokus, da sie durch das gestiegene Zinsniveau mittlerweile hochattraktive Gesamtrenditen bieten.
Ein klarer Vorteil europäischer Hochzinsanleihen ist ihre historisch sehr geringe Zinssensitivität, die oft sogar noch unter der des globalen High-Yield-Marktes liegt. Da die im Euro-Raum emittierten Unternehmenspapiere meist kürzere Laufzeiten aufweisen, führen weitere Zinserhöhungen der Zentralbank hier zu deutlich weniger drastischen Kursverlusten.
Zudem hat sich die fundamentale Qualität des europäischen Marktes strukturell verbessert: Über die Hälfte der Emittenten fällt mittlerweile in die solidere Rating-Kategorie BB, während das Segment des europäischen Marktes in den letzten zwei Jahren durch Bonitäts-Upgrades und Unternehmensgewinne sogar leicht geschrumpft ist, was das technische Angebot verknappt.
Dennoch birgt das europäische Zinsumfeld auch spezifische Risiken für diese Anlageklasse. Ein zentraler Schwachpunkt sind die derzeit historisch engen Risikoaufschläge gegenüber risikolosen Staatsanleihen, wodurch Anleger für das eingegangene Bonitätsrisiko im Euro-Raum vergleichsweise gering entlohnt werden.
Sollte die EZB gezwungen sein, die Zinsen über einen längeren Zeitraum restriktiv hoch zu halten, steigen zudem die Refinanzierungskosten für hochverschuldete europäische Unternehmen. Dies könnte zeitversetzt zu einer höheren Welle von Zahlungsausfällen führen, was die Kurse von europäischen High-Yield-Fonds belasten würde.
Die Anlageklasse eignet sich in der aktuellen Phase daher vor allem als renditestarke Depotbeimischung für Anleger, die bereit sind, diese Kredit- und Zinsschwankungen bewusst mitzutragen. Eine interessante Lösung für den europäischen High-Yield-Markt kommt aus dem Hause Tikehau mit dem Tikehau European High Yield (ISIN: FR0010460493).
Das Unternehmen
Hinter der Umsetzung der opportunistischen Rentenstrategie steht mit Tikehau Capital eine weltweit agierende Gruppe für alternative Investments, deren unternehmerische Wurzeln tief in der europäischen Kredit-DNA verankert sind. Im Jahr 2004 von Antoine Flamarion und Mathieu Chabran in Paris mit einem Eigenkapital von nur 4 Millionen Euro ins Leben gerufen, hat sich das von seinem Management kontrollierte Haus dynamisch zu einer internationalen Investmentboutique entwickelt.
Per Ende März 2026 verwaltet die an der Börse notierte Gruppe ein Vermögen von 53 Milliarden Euro und stützt sich auf ein solides bilanzielles Eigenkapital von 3,1 Milliarden Euro. Das Besondere an der Struktur von Tikehau ist die Interessenangleichung: Rund 75 Prozent des konzerneigenen Bilanzkapitals sind direkt in den eigenen Anlagestrategien an der Seite der Kunden investiert, was für eine im Asset Management seltene Synchronisation von Investoren- und Eigentümerinteressen sorgt.
Das Geschäft von Tikehau ruht auf den vier Säulen Kredite, Real Assets, Private Equity und Kapitalmarktstrategien. Bereits im Jahr 2007 legte die hauseigene Verwaltungsgesellschaft Tikehau Investment Management die europäische High-Yield-Strategie auf, die heute ein Fondsvermögen von rund 403 Millionen Euro aufweist. Durch ein globales Netzwerk mit 17 Niederlassungen auf drei Kontinenten kombiniert das Haus die internationale Perspektive mit einer tiefen Verankerung in lokalen wirtschaftlichen Ökosystemen.
Das Managementteam
Gesteuert wird die europäische Hochzinsstrategie von einem eingespielten Führungsduo, das seit dem Jahr 2022 die gemeinsame Hauptverantwortung für das Portfolio trägt. Laurent Calvet, stellvertretender Leiter der Abteilung für Kapitalmarktstrategien und Leiter der Kreditkapitalmärkte, blickt auf eine über 17-jährige Branchenerfahrung zurück. Er trat der Tikehau-Gruppe im Jahr 2013 bei, nachdem er seine Karriere im strukturierten Kreditderivate-Vertrieb und als Delta-One-Händler bei BNP Paribas in Paris und New York gestartet hatte.
Ihm zur Seite steht Co-Portfoliomanager Benoit Martin, der im Jahr 2015 nach Stationen als Marktrisikoanalyst zu Tikehau Investment Management stieß. Er verfügt über zehn Jahre Erfahrung im Fixed-Income-Sektor und verantwortete zuvor schwerpunktmäßig die hauseigenen Kurzläufer-Strategien.
Die beiden Portfoliomanager agieren jedoch keineswegs isoliert. Sie sind eingebunden in die globale Plattform der Kapitalmarktstrategien, in der die Portfoliomanager eine durchschnittliche Betriebszugehörigkeit von elf Jahren im Unternehmen aufweisen. Flankiert wird das Management von einer bankenunabhängigen Research-Plattform, die sich aus 17 nach Branchen und Regionen spezialisierten Kreditanalysten zusammensetzt. Dieses Analystenteam soll eine lückenlose fundamentale Abdeckung des Anlageuniversums gewährleisten.
Die Philosophie
Die Investmentphilosophie der Strategie grenzt sich radikal vom klassischen, indexorientierten Benchmark-Management ab. In einem europäischen Rentenmarkt, der zunehmend von passiven ETF-Strömen und indexnahen Standard-Fonds dominiert wird, konzentrieren sich die meisten Marktteilnehmer auf die größten, am höchsten verschuldeten und somit indexgewichtigen Emittenten. Tikehau bricht mit diesem Ansatz durch ein strikt benchmarkunabhängiges Depot.
Das erklärte Kernziel ist es, eine sogenannte Komplexitätsprämie am Markt zu vereinnahmen. Das Team sucht dafür gezielt nach Ineffizienzen bei kleineren und mittelständischen Emittenten, die aufgrund ihrer komplexen Geschäftsmodelle oder ihrer geringeren Größe vom klassischen Sell-Side-Research der Banken übersehen oder unzureichend analysiert werden. Diese Titel weisen oft eine geringe Korrelation zum breiten Markt auf, da sie kaum von den ungerichteten Zu- und Abflüssen großer Indexfonds erfasst werden.
Ein wesentlicher Eckpfeiler der Philosophie ist zudem die Verteilung der Alpha-Quellen über die gesamte Kapitalstruktur: Neben den klassischen Corporate-High-Yield-Anleihen nutzt der Fonds seit 2009 die Spezialexpertise im Bereich nachrangiger Finanzschulden und subordinierter Bankanleihen, um das Risiko-Rendite-Profil des Portfolios zu optimieren.
Der Prozess
Der rein diskretionäre Anlageprozess verbindet eine qualitative und quantitative Bottom-up-Fundamentalanalyse der Emittenten mit einer strategischen Top-down-Makrokomponente. Im Fokus der Kreditanalysten stehen die fundamentale Substanz des Unternehmens, die Widerstandsfähigkeit der operativen Cashflows, das Liquiditätsprofil sowie eine klare Deleveraging-Trajektorie der Bilanz. Ergänzend analysieren die Portfoliomanager makroökonomische Faktoren wie Zentralbankpfade und Marktliquidität, um die Duration und die Segmentgewichtung des Gesamtportfolios aktiv zu steuern.
Der Fonds agiert primär im europäischen Hochzinsraum. Mindestens 50 Prozent des Nettovermögens fließen in Emittenten mit Sitz in Europa, und mindestens 70 Prozent des Portfolios müssen in hochverzinslichen Schuldtiteln im Ratingbereich BB+ bis CCC- investiert sein. Während der Gesamtmarkt stark BB-lastig ist, nutzt Tikehau seine Analysten-Ressourcen, um gezielt Alpha im B-Rating-Segment zu generieren.
Das finale Portfolio weist eine robuste Diversifikation von im Schnitt etwa 110 bis 140 Positionen auf. Das gesamte Fremdwährungsrisiko wird zu mindestens 95 Prozent systematisch gegen den Euro abgesichert. Neue Positionen werden grundsätzlich schrittweise aufgebaut. Verkaufsentscheidungen erfolgen streng antizyklisch, sobald eine Kredittheorie vollendet ist, sich Fundamentaldaten eintrüben oder das Chance-Risiko-Verhältnis an Attraktivität verliert. Ein dreistufiges, engmaschiges Kontrollsystem soll den Prozess täglich absichern.
Die ESG-Kriterien
Zudem gibt es feste Nachhaltigkeitskriterien. Der Fonds schließt Emittenten mit hohen ESG-Risiken aus, meidet Verstöße gegen den UN Global Compact und fordert eine bessere CO₂-Effizienz als der breite Markt ein.
Dieser Prozess spiegelt sich in einer historischen Ausfallquote wider, die seit dem Jahr 2009 bei einem minimalen durchschnittlichen Jahresverlust von lediglich 0,27 Prozent liegt und das vorrangige Ziel des Kapitalschutzes untermauert. Mit einer moderaten Zinsbindung ist die Strategie so positioniert, um im aktuellen Umfeld volatiler Zentralbankzinsen stabile Erträge bei begrenzten Kursrisiken einzufahren. Gerade die Entwicklung nach dem Rentencrash im Jahr 2022 kann sich sehen lassen.
Das Portfolio
Per Ende Mai 2026 ist der über 400 Millionen Euro große Fonds in mehr als 130 Anleihen investiert. Die Top-Ten-Holdings machen knapp 10 Prozent des Portfolios aus. Die größte Position ist mit 1,5 Prozent gewichtet.
Der Schwerpunkt liegt auf Anleihen mit einer Verzinsung im Bereich 4 bis 6 beziehungsweise 6 bis 8 Prozent und bei der Laufzeit bei 3- bis 5-jährigen Anleihen (37,3 Prozent) beziehungsweise 5- bis 7-jährigen Anleihen (28,5 Prozent).
Konsequent aktiver Rentenfonds für Anleger
Der Tikehau European High Yield überzeugt als konsequent aktiver und benchmarkunabhängiger Rentenfonds, der sich durch eine tiefe Research-Plattform und eine historisch sehr niedrige Ausfallquote auszeichnet. In einem Marktumfeld steigender Leitzinsen nutzt das erfahrene Managementteam gezielt Marktineffizienzen bei komplexeren, kleineren Emittenten und nachnachrangigen Finanzschulden, um eine attraktive Komplexitätsprämie zu vereinnahmen.
Durch die Kombination aus strenger Bottom-up-Kreditanalyse und einer moderaten Zinssensitivität bietet die Strategie ein robustes Fundament, um im aktuellen Zinsregime hohe laufende Erträge bei gleichzeitig konsequentem Kapitalschutz zu generieren.
- Sektor: Rentenfonds gemischt höherverzinst Welt Hartwährungen (Welt)
- Auflegung: 27.06.2007
- Fondsgesellschaft: Tikehau Investment Management
- ISIN: FR0010460493
- Performance YTD: 1,45%
- Performance 1 Jahr: 3,13%
- Performance 3 Jahre: 25,00%
- Performance 5 Jahre: 16,99%
- Performance 10 Jahre: 32,33%
- Sharpe Ratio 3 Jahre: 1,50
- TER: 1,30%
- Tracking Error 3 Jahre: 2,18
- Volatilität 3 Jahre: 3,19%
- Volumen in Mio. EUR: 424