Der altbewährte Anlagestil des sogenannten Value Investings hat immer noch seine Berechtigung. Entworfen von Benjamin Graham und durch Investoren wie Warren Buffett oder auch Peter Lynch über Jahrzehnte erfolgreich umgesetzt, sind auch heute noch viele Investoren auf der Suche nach Unternehmen oder Märkten, bei denen der innere Wert vom aktuellen Marktpreis abweicht und sich dadurch eine Sicherheitsmarge bietet. Während der Marktwert sich aus Angebot und Nachfrage bildet, wird der innere Wert mit Hilfe einer Fundamentalanalyse ermittelt. In der Regel erkennen die Marktteilnehmer diese Differenz und die Aktienkurse steigen und passen sich dem inneren Wert an.

Ein Asset Manager aus München setzt diesen Anlagestil in seinen Fonds um: Die Via wurde 2009 in München als unabhängiger Asset Manager gegründet. Man verfügt mittlerweile über 13 Jahre Track-Record und verwaltet in drei Ucits-Fonds über 400 Millionen Euro. Dabei verfolgt man eine wertorientierte und nachhaltige Anlagephilosophie mit dem Fokus auf vermögensverwaltende Aktienfonds. Die Fonds des Hauses wurden und werden regelmäßig mit Top-Noten ausgezeichnet.

© Value Intelligence Advisors

Die beiden Key-Produkte sind der als globaler Aktienfonds 2010 (I-Tranche) bzw. 2015 (P-Tranche) aufgelegte Value Intelligence Fonds AMI P und der Value Intelligence ESG Fonds AMI P, welcher 2017 als flexibler Mischfonds mit ESG-Ausrichtung aufgelegt wurde. Da man sich als Aktieninvestor sieht, aber auch in Cash, Anleihen und Gold investieren darf und dies auch tut, würden wir beide Fonds eigentlich eher als flexible Mischfonds mit globaler Ausrichtung eingruppieren.

Keine Index-Bindung 

Die Kernphilosophie der agierenden Personen um Gründer und Fondsadvisor Stefan Rehder, der von Thomas Wiedemann und Maximilian Herde unterstützt wird, ist value-orientiert. Gleichzeitig hat man einen hohen Anspruch an sich selbst und hat dies mit klaren Prinzipien formuliert: Das Management agiert mit größtmöglicher Sorgfalt, man investiert gemeinsam mit den Kunden. Der Kapitalerhalt steht kurzfristig immer an erster Stelle. Langfristig, das heißt über einen Marktzyklus, wird eine attraktive, risikoadjustierte Rendite angestrebt.

Dass es bei einem solchen Ansatz keine Bindung an einen Index gibt, sollte klar sein. Vielmehr agiert man weit weg von den Indizes und auch oft deutlich anders, als es die Mitbewerber tun. Auch das Thema ESG wird berücksichtigt, so dass der Value Intelligence Fonds AMI P als SFDR 8 und der Value Intelligence ESG Fonds AMI P als SFDR 8 plus eingestuft werden.

„Winning by not losing“ 

Sowohl hinsichtlich der erzielten Renditen in allen Zeitreihen und noch mehr mit dem Anspruch, diese bei niedriger Volatilität und niedrigem Risiko zu erzielen, überzeugen beide Strategien. Das angestrebte Performancemuster lautet: an Haussephasen zu partizipieren, in Seitwärtsmärkten eine Outperformance zu erzielen und in fallenden Märkten mit deutlicher Outperformance zu glänzen.

Der umgesetzte Value-Stil „Winning by not losing“ hat viele Gemeinsamkeiten mit der bekannten Strategie von Warren Buffet. Wobei man bei den Via-Strategien in einigen Punkten auch abweicht: Man ist in der Regel breiter diversifiziert, berücksichtigt Aspekte wie Politik und Makro stärker und hat das Thema ESG-Risikomanagement fix integriert. Im Value Intelligence Fonds AMI P sind in der Regel 80–100 Titel allokiert, im Value Intelligence ESG Fonds AMI P(a) 40–50. 

Wir haben uns mit dem Management kurzgeschlossen und einige Fragen gestellt:

Was macht Ihre Strategie so einzigartig?

„Wir sind Value-Investoren in der Tradition Buffetts und der Columbia Business School und sehen in der Vermeidung von Verlusten den Schlüssel zu attraktiven risikoadjustierten Renditen am Aktienmarkt. Wir unterscheiden zwischen Wert und Preis eines Assets und haben bei der Aktienanlage große Freiheiten – zum Beispiel in Form einer flexiblen Cash-Quote. Der Kapitalerhalt des uns anvertrauten Vermögens steht immer an erster Stelle. Kurz: Wir sind Treuhänder und keine Verkäufer, ein großer Wettbewerbsvorteil in einer Industrie, die vom kurzfristigen Gewinnstreben des Vertriebs dominiert wird." 

Worin unterscheiden sich die beiden Fonds voneinander?

„Der Value Intelligence Fonds AMI („Value Fonds“) wurde 2010 aufgelegt. 2017 folgte dann der Value Intelligence ESG Fonds AMI („ESG-Fonds“) als streng nachhaltige Teilmenge des älteren Fonds. Vorstellungen von Nachhaltigkeit unterscheiden sich von Mensch zu Mensch und von Land zu Land. Hier bietet der Value Intelligence ESG Fonds ein Vehikel, das auf der einen Seite streng genug ist, um verschiedenen Vorstellungen von Nachhaltigkeit gerecht zu werden, auf der anderen Seite aber nicht so streng, als das man durch die Ausschlüsse den Kapitalerhalt zu stark gefährden würde. Der ESG-Fonds ist offiziell als Mischfonds aufgelegt und hat historisch betrachtet eine etwas geringere Aktienquote, da sich nicht alle Investment Ideen auch für die streng nachhaltige Variante eignen. Hat ein Unternehmen zum Beispiel kein Rating, darf es nicht im ESG-Fonds aufgenommen werden."

Bei der Sichtung der aktuellen Allokation stellen wir fest, dass seit geraumer Zeit Investitionen in Asien insbesondere in Japan (15,68 Prozent) und Korea (13,3 Prozent) hoch gewichtet sind, während die USA mit lediglich knapp 20 Prozent in den Portfolien gewichtet ist.

Warum sind Sie recht stark in Asien insbesondere Japan/Korea investiert? Und warum insbesondere dort der hohe Anteil an Small & Mid Caps?

„Als Value-Investoren suchen wir überall auf der Welt nach Differenzen zwischen Wert und Preis. Dabei werden wir aktuell verstärkt in Japan und Korea fündig. Hier kommen drei Dinge zusammen:

  1. Die Unternehmen sind häufig extrem günstig bewertet und haben riesige Cash-Bestände auf den Bilanzen.
  2. Es handelt sich häufig um Qualitätsunternehmen mit all den Eigenschaften, die man sich als Value Investor nur wünschen kann: Tiefe Burggräben, nachhaltige Wettbewerbsvorteile und attraktives Wachstum.
  3. Hat man einen Katalysator, da die Regierungen in diesen beiden Ländern die niedrigen Bewertungen ihrer Unternehmen nicht länger hinnehmen wollen und aufgrund der Inflation insbesondere das Cash produktiver eingesetzt wird (etwa durch Dividenden & Aktienrückkäufe).
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Bei Small & Mid Caps finden sich aktuell häufig die besten Opportunitäten, die wir aufgrund unserer Fondsgröße aktuell auch wahrnehmen können, ohne dass wir gezielt nach bestimmten Größenordnungen suchen würden.“

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Weiterhin auffällig, der hohe Anteil an Anleihen und Cash. Daher die Frage:

Woher resultiert der hohe Anleihe-/Cash-Anteil? Und wie sind Sie in Anleihen investiert?

„Cash stellt aus unserer Sicht eine Residualgröße dar, die sich aus dem Bewertungsniveau und den Opportunitäten am Markt ergibt. Wir versuchen hier nicht den Markt zu timen, sondern vergleichen Cash eher mit einer Option, die es uns ermöglicht, das Geld unserer Kunden dann einzusetzen, wenn es die besten Chancen hat, nachhaltige risikoadjustierte Renditen zu erwirtschaften. Generell halten wir also lieber Cash als ein überbewertetes Unternehmen. Aktuell wird das Warten auf gute Opportunitäten am Aktienmarkt auch wieder besser entlohnt – so halten wir Anleihen von Unternehmen oder Staaten, die im besten Falle eigentlich gar kein Geld benötigen. Hierbei haben wir eine sehr kurze Duration (aktuell von unter 1 Jahr) und gehen keine Zins-Wetten ein. Sobald wir günstige Qualitätsunternehmen finden, werden wir aktiv – so wie in den letzten Wochen insbesondere in Südkorea.“ 

Wann ist der beste Zeitpunkt, um den Fonds zu kaufen? Wie gut ist das Timing der Fondskäufer traditionell?

Diese Frage interessierte uns, da das Fondskonzept ja eher antizyklisch geprägt ist, die meisten Anleger aber doch eher prozyklisch eingestellt sind. Hierzu verrät das Management:

„Traditionell werden unsere Fonds prozyklisch gekauft. Betrachtet man das Performanceprofil der letzten beiden Jahre, so haben wir im Jahr 2022 fast nichts verloren (und damit in einem fallenden Markt stark outperformt). Im Jahr 2023 haben wir dann, mit beispielsweise +7,2 Prozent im Value-Fonds, an der Aufwärtsbewegung nur partizipiert. Nimmt man nun beide Jahre zusammen, wird unsere Philosophie deutlich, dass in der Vermeidung von Verlusten langfristig die größte Outperformance steckt. Zuflüsse verzeichneten wir zum größten Teil im Jahr 2022, wobei sich ein antizyklischer Kauf langfristig mehr lohnen dürfte.“ 

Auch hinsichtlich der Allokation in den aktuellen (per 29.02.2024) Portfolios zeigt deutliche Abweichungen zu Mitbewerbern oder Indizes.

Beim Value Intelligence Fonds AMI P (135 Millionen Euro) ist man mit 61,09 Prozent in Aktien / 26,92 Prozent in Renten / 8,90 Prozent in Zertifikaten und rund 3 Prozent in Cash investiert.

Beim Value Intelligence ESG Fonds AMI P (250 Millionen Euro) ist man in Aktien mit 49,86 Prozent etwas niedriger investiert, dafür mit 36,51 Prozent in Renten etwas höher. Der Rest ist in etwa identisch.

Gerade der Verzicht auf die gängigen Top-Titel, Branchen und Regionen machen diese Fonds zur Beimischung sehr interessant. Die Allokation von Gold und Minenaktien lag in der Historie stets zwischen 4  Prozent (2015) und 22 Prozent (2022), so dass auch dies zur Stabilisierung beitragen kann.

Fazit: Die Fonds aus dem Hause Value Intelligence Advisors überzeugen mit Fokus, einer klaren Strategie und einem hohen Anspruch an sich selbst. Viel überzeugender kann man das Thema Value Investing nicht umsetzen. Egal, ob als Kerninvest oder als Diversifikation.