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Fonds der Woche
Robust und rentabel – Spitzenrenditen mit langweiligen Versicherungsaktien
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Fonds der Woche Robust und rentabel – Spitzenrenditen mit langweiligen Versicherungsaktien

Junge Versicherungskauffrau
Junge Versicherungskauffrau: Mit steigenden Zinsen rücken Versicherungsaktien in den Fokus, da Unternehmen und Kunden von höheren Erträgen profitieren. | Foto: Sven Stoll mit Canva

Das Versicherungsgeschäft ist nicht besonders spannend. Im Auf und Ab der Börsenlandschaft wirken die Aktien der Versicherer in der Regel eher bieder und träge. Größere Korrekturen sind die Ausnahme und meist nur in wirtschaftlichen Krisenzeiten zu beobachten. Tatsächlich verfügen Versicherungsaktien in der Regel über ein konservatives Geschäftsmodell und sind in der Lage, langfristig stabile Cashflows zu erwirtschaften. Was dem risikoaffinen Anleger nur ein müdes Lächeln entlockt, ist für den defensiven Investor von unschätzbarem Wert. Langfristig tendieren die Kurse in diesem Sektor relativ konstant nach oben. Sie eignen sich daher vor allem für langfristig orientierte Anleger und weniger für kurzfristige Tradinggeschäfte.

Die wichtigsten Gründe für Versicherungsaktien:

  • Stabilität und ein konservatives Geschäftsmodell: Versicherungsunternehmen bieten finanzielle Absicherung gegen verschiedene Risiken wie Unfälle, Naturkatastrophen und Krankheiten. Dieses Geschäftsmodell generiert regelmäßige Einnahmen durch Prämienzahlungen, was zu einer stabilen und vorhersehbaren Einnahmequelle führt.
  • Langfristiges Wachstumspotenzial: Obwohl Versicherungsaktien nicht die gleichen explosiven Wachstumsraten wie einige Technologie- oder Biotech-Unternehmen bieten, haben sie oft ein solides langfristiges Wachstumspotenzial. Da die Bevölkerung wächst und sich die Risikolandschaft ändert, bleibt die Nachfrage nach Versicherungsprodukten bestehen und kann sogar steigen.
  • Dividendenrendite: Viele Versicherungsunternehmen zahlen regelmäßig Dividenden aus, da sie oft über überschüssiges Kapital verfügen, das nicht für die Schadensdeckung benötigt wird. Dies macht Versicherungsaktien attraktiv für Einkommensinvestoren, die nach stabilen Dividendenzahlungen suchen.
  • Schutz vor wirtschaftlichen Krisen: Versicherungsunternehmen können von wirtschaftlichen Krisen betroffen sein, insbesondere von Naturkatastrophen oder großen Schadensereignissen. Dennoch können sie oft widerstandsfähiger sein als andere Branchen, da die Nachfrage nach Versicherungsschutz in schwierigen Zeiten tendenziell hoch bleibt.
  • Diversifikation im Portfolio: Für Anleger, die ihr Portfolio diversifizieren möchten, können Versicherungsaktien eine gute Ergänzung sein, da sie oft nicht stark mit anderen Branchen korrelieren. Dies kann dazu beitragen, das Risiko zu verringern und die Stabilität des Portfolios insgesamt zu verbessern.

Es gibt verschiedene Arten von Versicherungskonzernen, die sich in Bezug auf ihre Geschäftsfelder, Organisationsstrukturen und Zielgruppen unterscheiden. Die gängigsten Typen von Versicherungsunternehmen sind Lebensversicherer, Krankenversicherer, Schaden- und Unfallversicherer, Rückversicherer und Spezialversicherer.

Eine Lebensversicherung bietet finanzielle Sicherheit im Todesfall, indem sie Leistungen an Begünstigte auszahlt. Die Krankenversicherung hingegen deckt Gesundheitskosten im Krankheitsfall, um die finanzielle Belastung für Versicherte zu verringern. Spezialversicherungen decken Risiken ab, die von Standardversicherungen nicht erfasst werden, und bieten maßgeschneiderten Schutz für spezifische Bedürfnisse oder Situationen.

Rückversicherer bieten anderen Versicherungsunternehmen Schutz vor finanziellen Verlusten durch katastrophale Ereignisse wie Naturkatastrophen, etwa Wirbelstürme oder Erdbeben, sowie Massenunfälle. Sie übernehmen einen Teil der Risiken der Primärversicherer und helfen diesen, ihre finanzielle Stabilität zu gewährleisten.

 

Die finanzielle DNA von Versicherern

Eines der wichtigsten Dinge, die ein Anleger wissen sollte, bevor er in eine Aktie investiert, ist, wie ein Unternehmen seine Gewinne erwirtschaftet. Die Haupteinnahmequelle von Versicherungskonzernen sind die Prämien, die sie von ihren Versicherungsnehmern erhalten. Diese Beiträge werden als Gegenleistung für den Versicherungsschutz gezahlt, den die Versicherungsunternehmen ihren Kunden bieten.

Eine zweite, oft noch wichtigere Einnahmequelle ist die Anlage der Gelder, die die Versicherer einnehmen, bevor sie sie gegebenenfalls für die Auszahlung von Versicherungsansprüchen verwenden müssen. Diese Mittel werden – im Idealfall bei geringem Schadensaufkommen – in verschiedene Anlageformen wie Aktien, Anleihen, Immobilien und andere Vermögenswerte investiert. Die Erträge aus diesen Anlagen, darunter Zinsen, Dividenden, Mieteinnahmen und Kapitalgewinne, tragen zur Gesamtrendite der Versicherungsunternehmen bei. Darüber hinaus können Versicherungsunternehmen Gebühren und Provisionen für die Verwaltung von Versicherungspolicen, den Verkauf von Versicherungen und andere Dienstleistungen erheben, die je nach Versicherungsprodukt und Vertriebskanal unterschiedlich sein können.

Um die finanzielle Stabilität und Rentabilität eines Versicherungsunternehmens zu beurteilen, sollten Investoren die Finanzkennzahlen des Unternehmens wie Prämienwachstum, Schaden- und Kostenquoten, Kapitalerträge und Kapitalausstattung genau unter die Lupe nehmen. Da Versicherungsunternehmen häufig langfristige Verpflichtungen gegenüber ihren Versicherungsnehmern haben, ist es wichtig, eine langfristige Perspektive einzunehmen und die Fähigkeit des Unternehmens zu bewerten, diese Verpflichtungen zu erfüllen, um ein anhaltendes Wachstum zu erzielen.

Durchdachte Investitionen: Polar Capital Global Insurance Fonds

Das Geschäft von Versicherungskonzernen, die als komplexe Finanzdienstleistungsunternehmen eine Vielzahl von Produkten und Risiken managen, ist für Privatanleger oft schwer zu durchschauen. Investitionen in breit diversifizierte Fonds oder ETFs bieten die Möglichkeit, auf breiter Basis von der Stabilität und Diversifikation des gesamten Versicherungssektors zu profitieren. Ein Fonds, der seine Expertise in diesem Sektor bereits seit vielen Jahren erfolgreich unter Beweis stellt, ist der Polar Capital Global Insurance.

Quelle Fondsdaten: FWW 2024
Polar Capital Global Insurance Fund
  • Asset-Schwerpunkt: Aktienfonds Finanz-Dienstleistungen
  • Auflegung: 16.10.1998
  • Fondsgesellschaft: Polar Capital Funds plc
  • ISIN: IE00B4X2MP98
  • Maximal Drawdown seit Auflage: 31,27%
  • Performance YTD: 8,83%
  • Performance 3 Jahre: 58,94%
  • Performance 5 Jahre: 73,29%
  • Performance 10 Jahre: 237,89%
  • Performance 20 Jahre: 532,32%
  • Sharpe Ratio 5 Jahre: 0,76
  • Volatilität 5 Jahre: 14,30%
  • Volumen in Mio. EUR: 2.346
 

Er wird von Nick Martin gelenkt, der seit 2010 bei Polar Capital tätig ist und über 25 Jahre Erfahrung in der Branche verfügt. Martin begann seine Karriere bei Mazars Neville Russell, wo er zum Wirtschaftsprüfer ausgebildet wurde und sich auf die Prüfung und Beratung von Versicherungsunternehmen und -maklern spezialisierte. Später wechselte er zu Hiscox Investment Management, wo er den Hiscox Insurance Portfolio Fund verwaltete, bevor er seine derzeitige Position übernahm. Martin wird von Dominic Evans als Co-Manager unterstützt.

Strategie und Investmentschwerpunkte 

Die beiden Fondsmanager investieren in der Regel in 30 bis 35 verschiedene Versicherungstitel, derzeit sind es 33 Positionen. Bei der Zusammenstellung des Portfolios stehen die Entwicklung der Prämiensätze, die Geschäftsbedingungen und die Entwicklung der Schadenaktivitäten der Unternehmen im Vordergrund. Ein entscheidender Aspekt bei der Aktienauswahl ist für die Manager das sogenannte „Underwriting“. Dabei handelt es sich um Konzepte oder Verfahren, die von den Versicherungsunternehmen eingesetzt werden, um Risiken zu bewerten, Versicherungsprämien festzulegen und sicherzustellen, dass die Unternehmen rentabel bleiben. Das Management der Gesellschaften wird dazu angehalten, angemessene Beteiligungen zu halten und Anreize zu schaffen, den Buchwert je Aktie und die Dividenden im Laufe der Zeit zu steigern. „Wir glauben, dass dies langfristig der entscheidende Faktor für die Aktienkursentwicklung ist“, sagt Martin.

Das Portfolio des Fonds besteht derzeit zu zwei Dritteln aus US-amerikanischen Unternehmen (74,4 Prozent). Daneben spielen Aktien aus Großbritannien (11,6 Prozent) und Kanada (9,1 Prozent) eine größere Rolle. Titel aus dem übrigen Europa und aus dem asiatischen Raum fallen dagegen kaum ins Gewicht. Die größte Position im Portfolio ist Arch Capital mit einer Gewichtung von 8,7 Prozent. Arch Capital ist ein 1995 gegründetes Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen mit Sitz auf den Bermudas, das Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Schaden- und Unfallversicherung, Hypothekenversicherung und Rückversicherung anbietet. Im vierten Quartal 2023 erzielte das Finanzinstitut einen Nettogewinn von 723 Millionen US-Dollar oder 2,31 US-Dollar pro Aktie. Weitere Top-Positionen im Portfolio sind Renaissance-Re Holdings, Marsh McLennan und Fairfax Financial Holdings.

Erfolgreiche Performance: 9,7 Prozent pro Jahr seit 1998

Der Fonds wurde im Oktober 1998 aufgelegt. Seitdem hat er eine kumulierte Rendite von 920 Prozent erzielt, was einer jährlichen Performance von 9,7 Prozent entspricht. In den vergangenen zehn Jahren erwirtschaftete er eine Gesamtrendite von fast 230 Prozent, während der Vergleichssektor Aktien Finanzdienstleistungen nur 136 Prozent erreichte. Im Jahr 2024 liegt der Fonds per 09. Februar bereits mit 8,83 Prozent im Plus.

Das einzige Jahr, in dem der Fonds einen größeren Verlust hinnehmen musste, war im Zuge der Finanzkrise 2008, als am Jahresende ein Minus von 28 Prozent auf dem Papier stand. Ansonsten waren Verlustjahre die große Ausnahme und fielen, wenn überhaupt, nur marginal aus. Damit eignet er sich hervorragend als defensiver Baustein im Portfolio, bei dem Anleger keinesfalls auf Rendite verzichten müssen. Der Fonds ist in einer Retail-Tranche in britischen Pfund und in einer institutionellen Anteilsklasse in Euro erhältlich. Die laufenden Kosten belaufen sich auf 1,43 beziehungsweise 0,93 Prozent. 

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