Fonds-Perle Art Alpha Opportunities Fondsmanager mit Faible für Familienwerte

Sammelte Erfahrungen in der Bilanzanalyse im institutionellen Asset Management: Frank Biller, Geschäftsführer der FB Investment Advisory | © FB Investment Advisory

Sammelte Erfahrungen in der Bilanzanalyse im institutionellen Asset Management: Frank Biller, Geschäftsführer der FB Investment Advisory Foto: FB Investment Advisory

Gewinne sind für Frank Biller aufgrund bilanzieller Wahlrechte der Firmen eher eine Art Meinung. Die Zahlungsfähigkeit sei im Vergleich dazu geradezu eine unverfälschte Tatsache: „Der Cashflow liefert mir starke empirische Hinweise auf eine zu erwartende Outperformance eines Unternehmens. Das wird bei einer rein ergebnisorientierten Betrachtung nicht so klar deutlich.“ Bei der Bilanzanalyse vertraut er daher auf ein Discounted-Cashflow-Modell. Dabei werden Zahlungsströme prognostiziert und abgezinst, um den heutigen Kapitalwert zu ermitteln.

Bei der Einzeltitelauswahl für den bei Universal-Investment aufgelegten und von Biller verantworteten Mischfonds Art Alpha Opportunities interessiert er sich also in erster Linie für die finanzielle Leistungsfähigkeit eines Unternehmens. Wenn ihn die Bilanz überzeugt, entscheidet er sich mitunter trotzdem gegen den Kauf der entsprechenden Aktie.

Stattdessen steigt er in die Unternehmensanleihen ein. Als Beispiel nennt er den US-Medienkonzern Netflix. „Die Aktie ist mir derzeit zu teuer, aber die in Euro denominierte Anleihe bringt 3,6 Prozent Zinsen. Das Rating-Urteil BB- halte ich für unangemessen niedrig, da das Unternehmen sehr aussichtsreiche Investitionen tätigt.“

Engagement als Schuldner oder Aktionär

Bei anderen Firmen wie dem deutschen Nebenwert Sixt ist Biller sowohl als Inhaber einer Schuldverschreibung als auch als Aktionär engagiert. Der im S-Dax vertretene Autovermieter aus München besitze zwar keine Bonitätsnote einer Rating-Agentur, gelte ihm jedoch als gutes Beispiel für den positiven Einfluss einer Inhaberfamilie. „Unternehmen, bei denen Mitglieder der Gründerfamilien zu mindestens 25 Prozent im Vorstand oder Aufsichtsrat vertreten sind, schaue ich mir ganz genau an.“ Dazu zählt er auch die deutschen Nebenwerte Dürr, Cewe Color und Fuchs Petrolub.

Eine einzelne Aktie macht selten mehr als 2 Prozent des Fonds aus, der etwa 30 Dividendentitel hält. Auch im Rententeil des Mischportfolios setzt Biller auf die fundamentale Analyse von Firmen. Zu seinen Investments in Aktien und Unternehmensanleihen mischt er dann Staatsanleihen bester Qualität. „Sie dienen mir als Stabilitätsanker und sollen den Kursverlauf des Mischfonds glätten.“

Biller will nur ein „moderates Aktienrisiko“ eingehen. Erklärtes Ziel ist es, an Hausse-Phasen zu etwa 50 Prozent, an Baisse-Phasen aber nur mit etwa 30 Prozent teilzuhaben. Seine defensive Value-Aktienstrategie sei zum Jahreswechsel aufgegangen. Die heftigen Kursverluste an den Börsen im Dezember 2018 konnte der Fonds etwas abfedern. Denn sein internes Trendfolgesystem hatte ihn angewiesen, das Portfolio durch Futures auf die Aktienindizes Dax und Euro Stoxx 50 abzusichern.

Staatsanleihen dienen als Stabilitätsanker

„Unser Trendfolgesystem trifft den Wendepunkt am Markt zwar nie ganz genau“, räumt der Portfoliomanager ein. Er wolle aber bei vorauszusehenden Marktverwerfungen ausreichend Cash zur Verfügung haben. „Teilweise schreibe ich dann auch erst einmal nur ein Short-Put auf die jeweilige Aktie.“

Denn Biller versteht sich als Value-Investor, der Aktien zu einem Marktpreis unter ihrem wahren Wert einsammeln will, um sie langfristig zu halten. So habe er die Kursschwäche zum Jahresausklang für Zukäufe „guter Nebenwerte“ genutzt, was sich während der Kurserholung im Januar ausgezahlt habe.

Biller legt beim Art Alpha Opportunities UI den Fokus auf Eurolandtitel. Fremdwährungen machen höchstens ein Fünftel des Mischportfolios aus. Zu den Investments in Aktien und Unternehmensanleihen mischt er auch Staatsanleihen bester Qualität. „Sie dienen mir als Stabilitätsanker und sollen den Kursverlauf des Mischfonds glätten.“