Christoph Benner, Mitgründer der Investmentboutique CHOM Capital

Christoph Benner, Mitgründer der Investmentboutique CHOM Capital

Fonds-Perle: CHOM Capital Active Return Europe UI

Wind und Wurstpellen

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„Während der spanische Aktienindex 2012 auf Tauchstation ging und das Jahr mit einem Minus von 5 Prozent beendete, hatten wir drei spanische Titel im Portfolio, die jeweils 30 Prozent Plus gemacht haben“, sagt Christoph Benner von der Investmentboutique CHOM Capital. CHOM steht für die Anfangsbuchstaben der drei Gründer: Christoph Benner, Oliver Schnatz und Martina Neske.

Seit 20 Jahren arbeitet das Trio zusammen. Kennengelernt hat es sich im Aktien-Research der Deutschen Bank. „Da haben wir die Fundamentalanalyse von der Pike auf gelernt, mit Bleistift und Radiergummi“, erzählt Benner. 2000 haben sie die Investmentboutique Oppenheim ACA GmbH gegründet, 2011 dann CHOM Capital. Der zunächst nur für Institutionelle konzipierte europäische Aktienfonds CHOM Capital Active Return Europe UI (WKN: A1JCWS) startete im Dezember 2011, seit April 2012 können auch Privatanleger zugreifen (A1JUU4).


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Benner und Schnatz managen den Fonds und haben die drei spanischen Performance-Bringer ausgegraben: Amadeus, einen Dienstleister der Reisebranche, den familiengeführten Energieanlagenbauer Técnicas Reunidas und Viscofan, Weltmarktführer bei der Herstellung künstlicher Wurstpellen.

„In den vergangenen elf Jahren lagen wir mit unserer Strategie jedes Jahr über der Benchmark, dem Stoxx Europe 600“, so Benner. Dass der CHOM Capital Active Return Europe UI seit Auflegung recht ähnlich wie der Index lief, sei dabei reiner Zufall. Benner: „Wir sind reine Stockpicker und halten nur rund 30 Titel.“

Rund 800 Gespräche im Jahr

Von den rund 7.000 notierten Unternehmen am europäischen Aktienmarkt
sieben Benner und Schnatz in einem ersten Schritt diejenigen aus, die ihren Liquiditätsanforderungen (Marktkapitalisierung über 100 Millionen Euro) nicht entsprechen. Die rund 2.500 übrig bleibenden Titel werden nach fundamentalen Kriterien bewertet.

Gern gesehen sind stetiges Wachstum von Geschäftszweigen, Trendveränderungen im Geschäftsmodell oder Fehlbewertungen. Am Ende schaffen es 150 Werte auf die Watchlist und schließlich 25 bis 35 ins Portfolio. Der direkte Kontakt mit den Firmen ist den Managern bei der Titelauswahl besonders wichtig. „Wir führen zusammen rund 800 Gespräche mit Managern, Vorständen und Geschäftsführern pro Jahr“, so Benner.

Jeder Titel wird zu Beginn mit 3 Prozent gewichtet. „Und obwohl wir in besonderen Fällen auch shorten dürfen, sind wir immer zu mindestens 90 Prozent long investiert.“ Die drei größten Positionen im Portfolio sind derzeit der Windturbinen-Hersteller Vestas, Teleperformance, Weltmarktführer für outgesourcten Kundenservice, und der Medizin- und Sicherheitstechnik-Konzern Dräger.

Von der europäischen Finanzkrise lässt sich das Duo nicht aus der Ruhe bringen. Es gebe viele attraktive Weltmarktführer in Europa, die fundamental erstklassig aufgestellt seien. „Außerdem ist Europa in den meisten Portfolios eher untergewichtet und hat allein deshalb schon deutlich mehr Aufholpotenzial als die Schwellenländer oder die USA“, so Benner.

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