Markus Elsässer managt den Fonds seit Auflegung 2002

Markus Elsässer managt den Fonds seit Auflegung 2002

Fonds-Perle

Kaufmännisches Talent beim ME Fonds-Special Values

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„Aktien sind nicht pauschal zu teuer“, sagt Markus Elsässer, Manager des Mischfonds ME Fonds-Special Values. „Die meisten Analysten legen nur ein Bewertungskonzept zugrunde, das schlichtweg zu kurz greift.“ Die steigende Nachfrage nach Aktien rechtfertige eine höhere Bewertung. „Wir finden auf jeden Fall genug attraktive Unternehmen.“

Elsässer hat grundsätzlich freie Hand. Er darf sich aus der gesamten Bandbreite des Aktien- und Anleihe-Universums bedienen. Aktien stellen derzeit allerdings 94 Prozent des Portfolios. Anleihen suchen Investoren vergebens. „Wir können bei Bedarf aber schnell große Positionen in Anleihen oder Cash umschichten“, so Elsässer. „Nur haben wir das nicht vor.“ Warum nicht? „Weil der Zins leider abhandengekommen ist. Der kommt auch so schnell nicht wieder.“

Der Weltmarkt ist das Geschäft

Seine Strategie nennt Elsässer „Modern Value-Quality-Ansatz“. Bei der Titelauswahl konzentriert er sich einerseits auf die weichen Faktoren eines Unternehmens: Mitarbeiter-Motivation, Qualität der Produkte und Dienstleistungen, Managementqualität und -kontinuität. „Ich bin gut vernetzt und komme dadurch auch an Informationen, die man nicht mal eben aus dem Geschäftsbericht ziehen kann“, so Elsässer.

Andererseits analysiert er aber auch die Geschäftsberichte detailliert, „manchmal der vergangenen zehn Jahre“. Eine geringe Verschuldung undhohe freie Cashflows sind ihm wichtig, auch die Veränderungen in den jeweiligen Branchen weltweit behält er im Auge. Grundsätzlich sucht Elsässer Unternehmen, die von langfristigen Trends profitieren, etwa der Globalisierung und Urbanisierung. „Der Weltmarkt ist das Geschäft“, so der Fondsmanager.

30 bis 35 Titel schaffen es in sein Portfolio, darunter etwa der Aufzug-Spezialist Schindler. „Das Bevölkerungswachstum und der Trend zur Verstädterung wird vor allem in den Schwellenländern dazu führen, dass immer mehr Hochhäuser gebaut werden müssen. Und Hochhäuser brauchen Aufzüge.“ Schindler sei einer der Marktführer in diesem Segment, und nicht nur das: „Das Unternehmen verdient auch viel Geld mit der jahrelangen Wartung.“ Dass diese von einheimischen, billigeren Unternehmen übernommen werde, sei unwahrscheinlich. Elsässer: „Der Betrieb von Aufzügen erfordert hohe Sicherheitsstandards.“

Erst Industrie, dann Fondsbranche

Elsässers Ausbildung ist eher ungewöhnlich für einen Fondsmanager: Nach Banklehre, BWL-Studium und Ausbildung bei einem Wirtschaftsprüfer hat er rund zehn Jahre als Manager in Industrieunternehmen gearbeitet, unter anderem in Asien und Australien. „Im Gegensatz zu vielen anderen Fondsmanagern habe ich die Seite, in die ich investiere, von Grund auf kennengelernt“, so Elsässer.

Erst 1998 hat er sich als Investor und Fondsberater selbstständig gemacht. 2002 legte er den ME Fonds-Special Values auf, ursprünglich nur für Familienmitglieder und Freunde. Ende 2012 hat Elsässer sich dann mit Lars Kolbe, inzwischen Co-Manager und Gründer von Aqualutum, zusammengetan und den Fonds auch für andere Investoren geöffnet.

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